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Es werden Posts vom Dezember, 2019 angezeigt.

Idlib: Flüchtlinge versinken im Schlamm

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vom 28. Dezember 2019
"Wir versuchen einfach auch mit den kleinsten Beträgen, die wir erhalten, etwas zu bewirken!" Die humanitäre Situation gerät in Idlib außer Kontrolle. Unsere Partnerinnen Huda und Souad aus Idlib-Stadt beschreiben den täglichen Kampf ums Überleben und warum die Situation schlimmer ist als in Ost-Ghouta vor zwei Jahren.
Idlib

Kälte und Regen verschärfen die prekäre humanitäre Situation massiv. Innerhalb Idlib sind mittlerweile 235.000 Menschen auf der Flucht. Die meisten Menschen fliehen nach Norden: In die Städte Ariha, Idlib und Saraqeb oder in bereits überfüllte Camps an der türkischen Grenze. Unsere Partner*innen versuchen auch mit den kleinsten Beträgen, die sie erhalten, etwas zu bewirken. Unsere Partnerin Huda vom Frauenzentrum in Idlib-Stadt ist in den vergangenen Tagen mit einer kleinen Gruppe Freiwilliger unterwegs, um bei der Versorgung der Flüchtenden aus Maret Al-Numan zu helfen.
„Wir haben zum Beispiel auf den Straßen Brot vertei…

Heyva Sor behandelt täglich 700 Kranke in Şehba

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Der Kurdische Rote Halbmond (Heyva Sor a Kurd) behandelt in dem nordsyrischen Kanton Şehba täglich rund 700 Kranke. Bei den meisten Patienten handelt es sich um Vertriebene aus Efrîn. 
ANF / ŞEHBA, 28. Dez. 2019.
Für die Vertriebenen aus Efrîn ist das Leben in Şehba im Winter noch schwieriger als sonst. Viele Menschen sind krank und es gibt zu wenig Medikamente. Der Kurdische Rote Halbmond (Heyva Sor a Kurd) unterhält sieben Gesundheitszentren in der Region. Sie wurden eingerichtet, als nach der Besatzung durch die Türkei im Frühjahr 2018 Hunderttausende Menschen aus Efrîn in den benachbarten Kanton fliehen mussten.
Die Gesundheitszentren von Heyva Sor liegen in den Kreisstädten Ehdas, Ehirs und Tel Rifat, in den Dörfern Ziyara und Burc Qas sowie in den selbstverwalteten Zeltstädten Serdem und Berxwedan. Insgesamt werden durchschnittlich 700 Kranke am Tag behandelt. Die 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind rund um die Uhr im Einsatz. Darüber hinaus werd…

Flucht und Verzweiflung in Bildern gebannt

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Die 14-jährige Rewşen musste vor zwei Jahren mit ihrer Familie aus Efrîn fliehen. Die begabte Künstlerin bannt das Leid von Krieg, Besatzung und Flucht nicht nur auf der Leinwand, sondern auch auf den Wänden zerstörter Häuser. 
ANF / ŞEHBA, 27. Dez. 2019.
Die türkische Invasion in Efrîn liegt nun fast zwei Jahre zurück. Mehr als einhunderttausend Flüchtlinge sind aus der besetzten Stadt geflohen und leben vor allem im Kanton Şehba. Auch nach dieser Zeit sind die Wunden, welche Invasion und Vertreibung gerissen haben, für die Menschen noch frisch und die Hoffnung der Menschen, irgendwann nach Hause zurückkehren zu können, ist ungebrochen.

Eine dieser Binnenflüchtlinge ist die 14-jährige Rewşen Sino. Sie arbeitet intensiv an der Vertiefung und Erweiterung ihrer künstlerischen Fähigkeiten, die sie sich unter anderem in der Schule in Şehba angeeignet hat. Rewşen stammt aus dem Dorf Husê in Efrîn-Mabeta und hat bereits im Alter von acht Jahren begonnen, Zeichnun…

Eine anarchistische Feministin aus Katalonien in Serêkaniyê

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Interview mit einer Anarchistin und Feministin aus Katalonien, die sich der Revolution von Rojava angeschlossen hat und am Widerstand in Serêkaniyê teilnahm, bis sie den Befehl zum Rückzug erhielt. 
ANF / REDAKTION, 27 Dez. 2019.

Eine der ersten Städte, die während der am 9. Oktober 2019 begonnenen türkischen Invasion in Nordsyrien angegriffen wurden, war Serêkaniyê (Ras al-Ain). Zehn Tage wurde Widerstand gegen die zweitgrößte NATO-Armee geleistet, bis die Vereinbarung eines Waffenstillstandes – der von der türkischen Armee und ihren dschihadistischen Hilfstruppen nie wirklich eingehalten wurde – den Rückzug der Demokratischen Kräfte Syrien (QSD) aus Serêkaniyê implizierte.
Am Widerstand in Serêkaniyê haben sich auch Internationalistinnen und Internationalisten beteiligt. Mit einer anarchistischen Feministin aus Katalonien haben wir über ihre Beweggründe gesprochen.
Warum hast du dich entschieden, nach Rojava zu gehen?
Ich denke im Wesentlichen wegen der Rolle, die …

Weihnachten in Rojava

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Seit Oktober wird in Nordsyrien Widerstand gegen die türkisch-dschihadistische Invasion geleistet, die gerade auch für Christen eine besondere Bedrohung darstellt. An vielen Orten haben dennoch Weihnachtsgottesdienste stattgefunden.
ANF / REDAKTION, 25. Dez. 2019.
Rojava hat einen wichtigen christlichen Bevölkerungsanteil, darunter Armenier, Assyrer und Chaldäer. Die noch in Syrien lebenden Armenier und viele der Christen sind die Nachkommen der Überlebenden des Genozids von 1915. Assyrische Christen und Armenier der dritten und vierten Generation nach dem Völkermord werden erneut vertrieben und ermordet. Viele Kirchen sind bereits unter der IS-Herrschaft zerstört oder ausgeraubt worden. Seit Oktober leisten die Menschen in der Region Widerstand gegen die türkisch-dschihadistische Invasion, die gerade auch für Christen eine besondere Bedrohung darstellt. An vielen Orten haben dennoch Weihnachtsgottesdienste stattgefunden.

Im umkämpften Til Temir kamen Hund…

Mammographie-Zentrum in Qamişlo eröffnet

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Der Kurdische Rote Halbmond hat ein Zentrum zur Früherkennung von Brustkrebs in Qamişlo eröffnet. Es handelt sich um die erste Mammographie-Praxis in Nord- und Ostsyrien. Die Behandlung ist kostenlos. 
ANF / QAMIŞLO, 25. Dez. 2019.
In Nord- und Ostsyrien gibt es nur wenige Möglichkeiten für die Behandlung von Brustkrebs. Die bisher bestehenden Einrichtungen waren zudem schlecht ausgestattet. Jetzt hat der Kurdische Rote Halbmond (Heyva Sor a Kurd) in Qamişlo ein Gesundheitszentrum zur Früherkennung von Brustkrebs eingerichtet.
Das Zentrum liegt im Stadtteil Munir Habib und bietet kostenloses Service an. Es verfügt über Mammographie-Geräte und weitere moderne Ausstattung. In den drei Räumen arbeiten sechs Fachärztinnen. Über die Diagnose und Behandlung hinaus werden Informationen zum Thema angeboten.
In Qamişlo ist bereits früher eine Herz- und Augenklinik eröffnet worden. Der Ausbau des Gesundheitsangebots in Nordostsyrien ist eine wichtige Entwicklung, d…
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Bericht aus Syrienvom 22. Dezember 2019 #IdlibUnderFire: »Die kleinste Sache, die Ihr tun könnt – tut sie.« In Idlib töten Assads und Putins Flugzeuge weiter täglich dutzende Menschen. Aber was können wir schon tun? Nivin Hotarys Appell aus Idlib zeigt, das nichts tun keine Option ist. Artikel teilen Idlib Aktuell in Idlib auf der Flucht Richtung Norden: Die syrische Aktivistin Nivin Hotary Gestern starben in Idlib wieder Dutzende Zivilist*innen bei Luftangriffen in Idlib, allein acht bei einem Angriff auf den Markt von Saraqeb. Wir fragen uns: Was sollen wir schon tun? Die Aktivistin Nivin Hotary hat während ihrer Flucht aus Maraat al Numan darauf eine klare Antwort gegeben:
Ob ein Facebook-Posting, ein Tweet, eine Kontaktaufnahme zu Menschen in Idlib, eine Teilnahme an einer spontanen Kundgebung – all das mag lächerlich erscheinen angesichts der Brutalität, der die Zivilbevölkerung Idlibs ausgesetzt ist und der weltweiten Ignoranz, die ihr zuteil wird. Aber es ist mehr…

Vor den Augen Russlands plündern die Türken Rojava's Weizensilos

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In full view of the Russian forces, the Turkish forces and their Syrian proxies continue to transport grains from Shirkirak Silos to TurkeySOHR 19/12/2019 The Syrian Observatory for Human Rights was informed that the Turkish-backed factions are continuing to transport grains from Shirkirak Silos in the northern countryside of Al-Raqqah to the Turkish territory, where new quantities of grains were taken today morning to Turkey escorted by Turkish vehicles. Sources added to SOHR that this action was in full view of the Russian forces which are located in the vicinity of the area, but they did nothing. It is noteworthy that the Turkish forces and factions imposed their control over the silos of Shirkirak on November 18, and the village’s silos contain huge amounts of wheat and grain stocks. On December 11, SOHR obtained new details about violations by the Turkish forces and their loyal factions in areas under their control within the “Peace Spring” military operation. Acco…

50 Bombenopfer heute Provinz Idlib

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Nearly 50 citizens killed or injured today in tens of air strikes on Idlib21/12/2019 The Syrian Observatory for Human Rights documented more casualties in today’s aerial bombardment on Idlib province, where it rose to 12, the number of citizens who have been killed since dawn, they are: 8 citizens including 3 women were killed in air strikes by regime warplanes on Saraqib town in the eastern countryside of Idlib, 3 persons of the same family including a man and his wife, were killed in Russian aerial bombardment on Al-Deir Al-Sharqi village in Maarrat Al-Nu’man countryside, and a child was killed after targeting by a drone to the vicinity of Bdama in the countryside of Jisr Al-Shughur west of Idlib, and the number of casualties is expected to increase as there are more that 20 injuries, some of them have seriously wounded. In connection to this, it rose to 19, the number of raids carried out by…

Wohin fliehen?

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Gestern 20.12.2019  In Idlib Stadt sind unsere Partner*innen damit beschäftigt, sich um die neu ankommenden Binnenflüchtlinge zu kümmern. Viele schlafen im Freien. In den Häusern, die ihre Türen für Flüchtende öffnen, ist kein Platz mehr.

Nachricht von unserer Partnerin Souad aus #Idlib:  Rund um Idlib-Stadt kommen gerade Tausende Menschen an, die vor den Bombardierungen und vorrückenden Truppen des Assad-Regimes Richtung Norden fliehen. Weil es in den Häusern keinen Platz mehr gibt, schlafen die Menschen in der Kälte vor der Türe. Unsere Partner*innen besorgen und verteilen Matratzen, Decken und Nahrungsmittel, aber ihre Ressourcen sind begrenzt. Souad ist selbst erst vor Kurzem aus Kafranbel hierher geflohen

Noch viel schlimmer dran sind Menschen, die nicht fliehen können, weil sie kein Auto haben und kein Geld für Fahrer und Benzin. Die Verzweiflung der zurück gebliebenen Menschen ist kaum auszuhalten, selbst wenn man sie nur von Ferne in den Sozialen Medien mitbekommt.…

Nachrichten aus Idlib

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Adopt a Revolution20.12.2019
Zivilretter der White Helmets befreien ein Kind aus den Trümmern nach einem Luftangriff in Idlib. Foto: @SyriaCivilDef Das Syrian Observatory for Human Rights zählte bereits vorgestern 1115 Luft- und Raketenangriffe, die 33 Zivilist*innen töteten, die Hälfte Frauen und Kindern. Mittlerweile sind es bereits mehr. Die syrischen Zivilverteidigungskräfte (White Helmets) zählten vom 15. bis 18. Dezember 113 zivile Todesopfer.
Jeden Tag, ja fast stündlich erscheinen neue Videos, die das Grauen von unter den Trümmern begrabenen Menschen dokumentieren. Wer auf die russischen Desinformationskampagnen hereinfällt und meint, diese Videos seien alle „gefaked“, dem sei versichert: Wir als Beobachter, vor allem aber alle Angehörigen der Opfer und Ersthelfer, wünschten nichts mehr auf der Welt, als dass das „Fakes“ wären.
Die Retter der White Helmets sind oft „double tap“-Angriffen ausgesetzt, d.h. auf einen ersten Luftangriff folgt kurz darauf am selben Ort e…

IDLIB UNDER FIRE

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Simona Jeger 20.12.2019.

Our bravest field team rented vans and started evacuating the poorest of Maarat al Nouman towards north.
@kparadiseorg #ادلب_تحت_النار#قف_مع_ادلب#stand_with_idleb· .This what is happening in Idlib now. Don't cry over spilt milk IDLIB UNDER FIRE! Around 50,000 people will move from Ma’ra An-Nu’man and surrounding areas these days. We are helping to evacuate people from Southern of Idlib to the north. Be with us! https://kparadise.org/donate/
12:25 nachm. · 20. Dez. 2019·Twitter Web App

»Öffnet die Grenze oder stoppt das Töten«

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"adopt a revolution" vom 20.12.2019.
Hunderte Menschen bewegten sich gestern zur türkisch-syrischen Grenzübergang Bab al Hawa und forderten die Türkei auf, die Grenze zu öffenen oder die Menschen in Idlib zu schützen. Die Türkei ist laut Astana-Vereinbarungen Sicherheitsgarant für die „Deeskalationszone“ Idlib. Die Demonstrierenden an der Grenze wurden von der HTS-Miliz mit Tränengas und Schüssen von der Grenze ferngehalten.
Zum wiederholten Mal protestieren Menschen aus Idlib an der türkischen Grenze und verlangen Schutz oder offene Fluchtwege.Eine Person, die bei Jandaris ein Türkei-kritisches Grafitti an die Grenzmauer sprühte, wurde offenbar von der Miliz Failaq Al Sham festgenommen und an den türkischen Geheimdienst übergeben.
»Wir verlangen vom türkischen Garanteur die Übernahme der Verantwortung für Idlib«In Idlib-Stadt gingen zahlreiche Menschen auf die Straße und protestierten gegen die Angriffe des Regimes und der russischen Armee.
Und hier? Bis zur Stunde…
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vom 18. Dezember 2019
Im Schutz vor den Bomben Gewaltfreiheit lernen Unsere Partnerin Ola betreibt in der von Bomben geplagten Stadt Idlib einen unterirdischen Kindergarten. Er soll vor Gewalt schützen – und Gewaltfreiheit näher bringen.


In einem Keller baute unsere Partnerin diesen Kindergarten auf In Idlib Stadt hat unsere Partnerin Ola einen Kindergarten aufgebaut. 50 Kinder werden im “Friends – Learn for Peace” Projekt mittlerweile betreut. Es soll den Kindern einen Ort geben, wo sie nicht nur lernen, sondern sich auch sicher fühlen können. Das besondere an dem Kindergarten: er befindet sich im Untergrund. So sollen die Kleinkinder vor den ständigen Bombardements Russlands und des syrischen Regimes geschützt werden.

Seit April 2019 sieht sich Idlib einer massiven Militäroffensive und permanenten Bombardierungen aus der Luft ausgesetzt. Das “Friends – Learn for Peace” wurde von der Organisation Dammeh im Juni 2019 aufgebaut. Die Initiative führt in der Regel Projekte …

Gendergerechtigkeit: Fortbildung für Männer in Aleppo

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Über dreißig Männer nehmen an einer mehrwöchigen Fortbildung zum Thema Geschlechtergleichberechtigung in Aleppo teil. Das Bildungsprogramm wird vom Frauendachverband Kongreya Star angeboten. 
ANF / ALEPPO, 19. Dez. 2019.
An der Akademie für eine demokratische Gesellschaft in Aleppo findet seit dem 5. Dezember eine Fortbildung für Männer statt. 32 Teilnehmer setzen sich in dem vom Frauendachverband Kongreya Star angebotenen Bildungsprogramm mit der Frage der Geschlechtergleichberechtigung auseinander. Bei den teilnehmenden Männern handelt es sich um Vertreter zivilgesellschaftlicher Einrichtungen und politischer Parteien sowie der Stadtteilkommunen Şêxmeqsûd und Eşrefiyê.
Das mehrwöchige Seminar behandelt Themen wie Gendergerechtigkeit, Frauengeschichte, Frauenbefreiung, Jineoloji, Ökologie und das System der geschlechterparitätischen Doppelspitze.
Rûşîn Silêman vom Bildungskomitee des Frauendachverbands erklärt zu dem Fortbildungsprogramm: „Das Modell ein…