Posts

Es werden Posts vom Dezember, 2019 angezeigt.

Invasion der Türkei führt zu Problemen im Bildungssystem

Bild
Jinda Ali Ehmê ist Sprecherin der Schulverwaltung von Hesekê. Sie warnt davor, dass das syrische Regime versuche die Invasion der Türkei zu nutzen, um das demokratische Bildungssystem zum Erliegen zu bringen. 
ANF / HESEKÊ, 4. Dez. 2019.

Die Sprecherin der Schulverwaltung im nordsyrischen Kanton Hesekê, Jinda Ali Ehmê, hat sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ANHA über die Probleme für das neu aufgebaute demokratische Schulsystem in der Region geäußert. Sie berichtet, dass durch die Invasion der Türkei in den Grenzgebieten 19.000 Schüler*innen ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen können und auch in Hesekê die Schule nicht beginnen kann, da in den Schulgebäuden Schutzsuchende untergebracht wurden.
159 Schulen in Unterkünfte für Schutzsuchende umgewandelt
Ehmê berichtet, dass in Hesekê 68 von 200 Schulen, in Til Temir 65 und in Dirbêsiyê weitere 26 Schulen in Unterkünfte für Flüchtlinge, die vor der türkischen Invasion Schutz suchen mussten, umgewandelt wurde…

Winter bedroht Vertriebene in Camp Waşokanî

Bild
Für die Vertriebenen in Nord- und Ostsyrien wird der Winter zur Qual: Bei Schneeregen und Wind sind viele Zelte in den Camps für Schutzsuchende bereits eingebrochen. Nahezu alle internationalen Hilfsorganisationen sehen dem Elend zu.
ANF / HESEKÊ, 8. Dez. 2019.
Angesichts der Not Tausender Vertriebener aus den türkischen Besatzungszonen Nordsyriens bei Kälte und Schneeregen rufen die Schutzsuchenden im Waşokanî-Camp bei Hesekê die internationale Gemeinschaft zu sofortiger Unterstützung auf. Der Wintereinbruch sei lebensbedrohlich, da viele Zelte schon jetzt bei Regenmassen eingebrochen sind.
In dem von der Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens errichteten Camp Waşokanî leben mittlerweile fast 4.000 Menschen, die vor den türkischen Besatzungstruppen aus Serêkaniyê (Ras al-Ain) und Girê Spî (Tall Abyad) geflüchtet sind. Die einzige Organisation, die sich mit ihren begrenzten Möglichkeiten um die Bedürfnisse der Menschen im Camp kümmert, ist der Kurdische…

Über 3500 Flüchtlinge im Camp Waşokanî untergebracht

Bild
In dem von der nordsyrischen Autonomieverwaltung in der Nähe von Hesekê errichteten Camp Waşokanî leben inzwischen 3566 Menschen, die vor den türkischen Besatzungstruppen aus Serêkaniyê geflüchtet sind.
ANF / HESEKÊ, 7. Dez. 2019.


Im Camp Waşokanî sind 186 weitere Familien eingetroffen. Die Anzahl der in der für Vertriebene aus Serêkaniyê (Ras al-Ain) eingerichteten Zeltstadt hat sich damit auf 3566 Personen erhöht.
Durch die türkische Invasion in Nordsyrien sind etwa 300.000 Menschen vertrieben worden. Bei den Angriffen der türkischen Armee und islamistischer Hilfstruppen sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 487 Zivilistinnen und Zivilisten getötet worden, über 1000 wurden verletzt. Die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien hat zwölf Kilometer westlich von Hesekê ein Auffanglager für die vor dem Besatzungsregime geflüchteten Menschen errichtet.
Die Neuankömmlinge werden von dem Kurdischen Roten Halbmond (Heyva Sor a Kurd) gesundheitlich versorgt. Die…

Türkischer Staat bereitet Annexion besetzter Gebiete vor

Bild
Wie schon zuvor bei der Annexion von Hatay bereitet die Türkei in Nordsyrien die Einverleibung der von ihr besetzten Gebiete vor. Dazu werden türkische Beamte als Landräte und ihnen untergeordnete Verwaltungsorgane eingesetzt. 
ERSIN ÇAKSU / KOBANÊ, 7. Dez. 2019.
Die Türkei beginnt - ähnlich wie in Dscharablus, Efrîn, Azaz und al-Bab - die Annexion von Serêkaniyê (Ras al-Ain) und Girê Spî (Tall Abyad) zu institutionalisieren. Abdullah Erin, der Gouverneur der nordkurdischen Provinz Riha (Urfa), hat auf einer gestrigen Pressekonferenz die Ernennung von türkischen Beamten als Landräte in Serêkaniyê und Girê Spî bekanntgegeben. Aus den beiden Städten und dem Umland an der türkischen Grenze sind zuvor etwa 300.000 Menschen vom AKP-Regime vertrieben worden. Der türkische Staat siedelt jetzt Personen aus verschiedenen Gebieten an Stelle der geflüchteten Bevölkerung dort an.
Aufbau einer Besatzungsverwaltung
Der Gouverneur von Riha erklärte auf der Pressekonferenz…

Demonstration gegen türkische Kriegsverbrechen in Aleppo

Bild
In Aleppo sind Tausende Menschen im kurdischen Viertel Şêxmeqsûd zusammengekommen, um gegen die von der Türkei in Nordsyrien verübten Kriegsverbrechen zu protestieren. 
ANF / ALEPPO, 4. Dez. 2019.
In Aleppo haben heute Tausende Menschen gegen die Kriegsverbrechen protestiert, die der Nato-Partner Türkei in Nordsyrien verübt. Zuletzt waren vor zwei Tagen zehn Schutzsuchende aus Efrîn bei einem türkischen Artilleriebeschuss auf Tel Rifat im Kanton Şehba ums Leben gekommen. Acht der Opfer waren Kinder im Alter zwischen drei und 15 Jahren.

Die Demonstration startete am Nachmittag im Zentrum von Şêxmeqsûd (Scheich Maksud), ein überwiegend von Kurdinnen und Kurden bewohntes Stadtviertel von Aleppo. Viele der Teilnehmenden trugen Transparente mit Fotos der Opfer des Massakers und riefen Parolen, mit denen die internationale Gemeinschaft aufgefordert wurde, gegen die völkerrechtswidrigen Angriffe des türkischen Staates in Syrien zu handeln.

Am Şehîd-Destîna-Platz…

Frau in Camp Hol von IS-Anhängerinnen gesteinigt

Bild
Im Camp Hol in Nordostsyrien ist eine Pakistanerin von weiblichen IS-Mitgliedern gesteinigt worden. Das 50-jährige Opfer habe nicht nach den Regeln der Scharia gelebt, „urteilte“ ein von IS-Anhängerinnen gegründetes Gericht. 
ANF / HESEKÊ, 4. Dez. 2019.
Im Camp Hol östlich von Hesekê ist eine Pakistanerin von Anhängerinnen der dschihadistischen Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) gesteinigt worden. Das Opfer, die 50-jährige Fatima Abdulellah, habe ihr Leben nicht nach den Gesetzen der Scharia ausgerichtet. Der von den weiblichen Mitgliedern der islamistischen Miliz gegründete „Gerichtshof“ habe daher entschieden, dass sie getötet werden müsse.
Nach Angaben eines Lager-Verantwortlichen erhielt die Camp-Leitung rechtzeitig einen Hinweis, sodass die Tatverdächtigen festgenommen wurden, bevor sie ihr Opfer heimlich beerdigen konnten.
Von einem „kleinen IS-Staat“ im Camp-Hol, das im syrisch-irakischen Grenzgebiet liegt, wird schon länger gewarnt. Insb…

HRE: Vergeltungsaktionen für türkisches Massaker

Bild
Die HRE haben bekanntgegeben, Vergeltungsaktionen für das Massaker von Tel Rifat durchgeführt und sieben Dschihadisten und türkische Soldaten getötet zu haben. 
ANF / REDAKTION, 4. Dez. 2019.
Die Befreiungskräfte Efrîns (Hêzên Rizgariya Efrînê, HRE) haben bekanntgegeben, am Tag nach dem Massaker von Tel Rifat, bei dem acht Kinder und zwei Erwachsene durch türkische Artilleriegranaten getötet wurden, eine Serie von Aktionen durchgeführt zu haben.
Demnach griffen die HRE am 3. Dezember in Gobelê bei Efrîn eine türkische Militärbasis an, zerstörten eine Haubitzenbatterie, töteten einen türkischen Soldaten und verletzten zwei weitere. Am gleichen Tag schlugen die HRE bei Azaz in den besetzten Gebieten im Kanton Şehba zu und zerstörten Stellungen und Unterstände der protürkischen Dschihadisten. Dabei wurden fünf Mitglieder der Besatzungstruppen getötet und weitere verletzt. Fast gleichzeitig griff in Marê bei Efrîn eine HRE-Snipereinheit protürkische Milizionär…

„Sie massakrieren unsere Kinder, sie verüben einen Völkermord”

Bild
Fatima Beta ist Mutter von zwei Kindern, die beim Massaker von Tel Rifat verletzt wurden. „Ich bin sofort hingerannt, um nach ihnen zu suchen, überall verstreut lagen die Körper“, erklärt sie.
ANF / ŞEHBA, 4. Dez. 2019.
Am 2. Dezember verübte die türkische Armee ein schweres Massaker an Flüchtlingen aus Efrîn, die in Tel Rifat (kurdisch: Arfêd) im nordsyrischen Kanton Şehba Schutz gesucht haben. Bei dem Angriff der Türkei auf ein Wohnviertel wurden acht Kinder zwischen drei und 15 Jahren und zwei Erwachsene getötet, mehr als zehn Zivilist*innen wurden verletzt. Die Familien der Opfer sind voller Wut über das Schweigen der internationalen Gemeinschaft.
Ein Bein meines Bruders wurde abgerissen“
Ilyas Hesûn, der selbst bei dem Angriff verletzt wurde, erzählt: „Ich saß mit meinem Bruder Edhem vor dem Haus, als wir plötzlich ein sehr lautes Geräusch hörten. Ich wurde von Schrapnellen verletzt, meinem Bruder wurde das Bein abgerissen.“
Wir sind Flüchtlinge,…

»Gutes Modell gegen Gewalt«

Bild
"Junge Welt", Ausgabe vom 29.11.2019, Seite 15 / Feminismus Selbstverwaltung in Krisengebiet Rojava: Camp- und Frauenräte in Flüchtlingslagern sollen Übergriffe verhindern. Ein Gespräch mit Meike Nack Von Gitta Düperthal

Rodi Said/REUTERS YPJ-Kämpferinnen beim Selbstverteidigungstraining in Hasaka (Archivbild) Meike Nack ist Sprecherin der »Stiftung der Freien Frauen in Rojava« (WJAR)
Kontakt: wjar2014int@gmail.com Die USA gaben am 9. Oktober der Türkei grünes Licht, die Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien, Rojava, zu überfallen. Inwiefern sind Frauen von den Kampfhandlungen der türkischen Armee und der mit ihr verbündeten Dschihadisten besonders betroffen? Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar hatte am vergangenen Freitag offiziell das Ende des Angriffskriegs auf das Gebiet der Selbstverwaltung in Nordsyrien angekündigt. Am Samstag wurde aber insbesondere Ain Issa bombardiert. Wie während der angeblichen »Waffenruhe« vom 23. bis zum 29. Oktober g…

Khabur-Kommandantin: „Die Türkei will uns auslöschen“

Bild
Madeleine Khamis ist Kommandantin der christlichen „Khabur-Wächter“ in Nordostsyrien. Sie warnt davor, dass die Türkei die gewaltsame Vertreibung der Christen im Sinne des Völkermords von 1915 fortsetzen will. 
ANF / HESEKÊ, 1. Dez. 2019.
Seit mehr als sieben Wochen greift die Türkei völkerrechtswidrig die selbstverwalteten Gebiete Nord- und Ostsyriens an. Mit der durch die USA und Russland abgesegneten Besetzung der Städte Girê Spî (Tall Abyad) und Serêkaniyê (Ras al-Ain) und umliegender Dörfer durch den NATO-Partner und seine dschihadistischen Hilfstrupps mussten bisher rund 300.000 Menschen ihre Wohnorte verlassen. Dennoch ist Ankara noch immer nicht zufrieden. Insbesondere die Dörfer rund um Til Temir und die an der strategisch wichtigen Verkehrsstraße M4 gelegene Kleinstadt Ain Issa stehen im Fokus der Invasionstruppen. Die Region liegt außerhalb der angestrebten sogenannten „Sicherheitszone”, einem dreißig Kilometer tiefen Streifen an der türkischen G…

Keine Hilfe für Geflüchtete der türkischen Invasion

Bild
Im nordsyrischen Camp Waşokanî leben mittlerweile mehr als 2.500 Menschen, die aufgrund des türkischen Besatzungskriegs flüchten mussten. Von internationalen Organisationen ist hier noch keine Hilfe angekommen.
ANF / HESEKÊ, 1. Dez. 2019.
Seit Beginn des türkischen Besatzungskriegs in Nordsyrien mussten mehr als 300.000 Menschen aus ihrer Heimat flüchten. Infolge der Angriffe sind laut den jüngsten Zahlen der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien 478 Zivilisten ums Leben gekommen und 1.070 Menschen verletzt worden. Viele der Geflüchteten sind in Richtung Süden geflohen, wo sie bei Familienangehörigen, in öffentlichen Gebäuden oder Geflüchtetencamps unterkommen.
Zwölf Kilometer im Westen von Hesekê befindet sich das Camp Waşokanî. Die Zahl der hier lebenden Menschen ist auf 2.560 angewachsen. Zuletzt kamen 58 Familien und 365 Einzelpersonen aus Serêkaniyê und Zirgan hier an. Die einzige Organisation, die sich mit ihren begrenzten Möglichkeiten um die Be…

Klimagerechtigkeit und Internationale Solidarität

Bild
Klimagerechtigkeit und Internationale Solidarität Auf vielen Aktionen und Demonstrationen von Lissabon bis Berlin, von Bristol bis Bern, drückte die Klimagerechtigkeitsbewegung ihre Solidarität und Verbundenheit mit Rojava und den Protesten in Chile aus.
MAKE ROJAVA GREEN AGAIN / REDAKTION, 30. Nov. 2019.

Am vergangenen Freitag sind wieder Millionen von Menschen zum 4. Globalen Klimastreik auf der ganzen Welt auf die Straße gegangen. Allein in Deutschland nahmen über 600.000 Menschen in Hunderten von Städten teil. Doch vielerorts begann der Klimastreik schon früher und endete erst am Samstag. Denn schon zum 25. November rief Students4Future zum Uni-Streik und veranstaltete öffentliche Klimaschulen. An über 80 Hochschulen wurde so der reguläre Uni-Betrieb bestreikt und stattdessen über die Ursachen und Lösungen der Klimakrise diskutiert. Auch Make Rojava Green Again beteiligt sich mit Vorträgen zur ökologischen Revolution in Rojava an der Suche nach Wegen …