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Es werden Posts vom März, 2020 angezeigt.

Rojava/Nordostsyrien Corona im Kriegszustand

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von Anita Starosta / medico international, 31. März 2020.


Prävention ist alles: Eine Mitarbeiterin des Kurdischen Roten Halbmonds im Gespräch. (Foto: Heyva Sor A Kurd) Die medico-Partner*innen tun alles für die Corona-Prävention und medizinische Versorgung von Patient*innen – unter enormen Schwierigkeiten und sabotiert von der Türkei. Von Anita Starosta „Wir geben unser Bestes, aber eigentlich übersteigt das was kommt, jegliche Kapazität. Wir sind mehr denn je auf internationale Hilfe angewiesen, wir brauchen Schutzausrüstung für unser Personal, Masken, Handschuhe, Testmöglichkeiten und Beatmungsgeräte.“ Das sagt uns Sherwan Bery von der medico-Partnerorganisation Kurdischer Roter Halbmond auf unsere Anfrage, wie sie mit der aktuellen Bedrohung durch das Coronavirus umgehen. Alle Mitarbeiter*innen des Halbmondes arbeiten momentan rund um die Uhr und bereiten die selbstverwaltete Region in Nordostsyrien auf den …

Hesekê: Türkei kappt Wasserversorgung von einer Million Menschen

Die Ko-Vorsitzende des Kantonsrats von Hesekê, Semar Ebdullah, beschuldigt den türkischen Staat, mit der Unterbrechung der Wasserversorgung in Nordsyrien Grundbedürfnisse als Waffe einzusetzen. % buffer MUSTAFA ÇOBAN / HESEKÊ, 30. März 2020.
In Nord- und Ostsyrien gilt aufgrund der Corona-Pandemie seit einer Woche eine Ausgangssperre. Nach Angaben einer Quelle aus der Autonomieverwaltung halten sich achtzig Prozent der Bevölkerung an das Verbot. Die Maßnahmen gegen das Virus werden in der Region weiter verstärkt.
Semar Ebdullah, die Ko-Vorsitzende des Kantonsrates von Hesekê, hat sich gegenüber ANF zu den Schutzvorkehrungen gegen die Pandemie und der zeitgleichen Unterbrechung der Wasserversorgung in der Region durch den türkischen Staat geäußert.
Zum Kanton Hesekê gehören die Gebiete um Şedade, Hol, Hesekê, Til Temir, Amûdê und Dirbesiyê. Semar Ebdullah appelliert an die Bevölkerung, sich an die verordneten Maßnahmen gegen Ausbreitung der Viruserkra…

Frauenkooperative versorgt Tirbespiyê mit Gemüse

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Eine Frauenkooperative versorgt die nordsyrische Stadt Tirbespiyê mit Gemüse. 
ANF / QAMIŞLO, 30. März 2020.
Trotz Krieg und Pandemiegefahr entwickelt sich die kommunale Ökonomie in Nordostsyrien weiter. Eine Frauenkooperative in Tirbespiyê konnte nun ihre Produktion ausdehnen und versorgt mittlerweile den gesamten Landkreis mit Gemüse. Das Gemüse aus der Kooperative ist wesentlich günstiger als Importe. Daher hat die Produktion der Kooperative kontinuierlich an Bedeutung in der Region gewonnen.

Die Anlage der Frauenkooperative wurde 2015 eingerichtet und produziert Saisongemüse. Das Gemüse wird biologisch, ohne chemische Dünger oder Pestizide angebaut. Die von Frauen geleitete Anlage bietet Arbeitsplätze für etliche Frauen. Das Gemüse wird in Tirbespiyê auf den Markt gebracht. Im Jahr produziert die Kooperative etwa sechs Tonnen Gemüse. Dabei handelt es sich um Tomaten, Gurken, Kürbisse, Chili und Zwiebeln und anderes Gemüse.

Ahîn Şikrî Hûsên aus der Lei…

Terrorverfahren gegen kurdische Politikerin wegen grünen Bohnen

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Die Anklageschrift gegen die abgesetzte Bürgermeisterin von Şemrex ist eingereicht worden. Die Politikerin soll sich aufgrund der Gründung einer Frauenkooperative einem Prozess wegen Terrorvorwürfen stellen. 
ANF / MÊRDÎN, 29. März 2020.
Türkei: Die Anklageschrift gegen die abgesetzte Ko-Bürgermeisterin der kurdischen Stadt Şemrex (türk. Mazıdağı) Nalan Özaydın ist beim 2. Schwurgerichtshof der Provinzhauptstadt Mêrdîn (Mardin) eingereicht worden. Der HDP-Politikerin wird „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ vorgeworfen. Mit der Einreichung der Anklageschrift ist damit zu rechnen, dass sich Özaydın in Kürze einem Prozess stellen muss. Unklar ist jedoch, wann die Sitzungen beginnen, da die türkische Justiz vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie eingeschränkt arbeitet.
Eindeutig klar ist allerdings, dass es sich bei dem 33-seitigen Papier um eines von vielen Fantasiegebilden türkischer Strafverfolgungsbehörden handelt, das durchaus als hanebüche…

17-jährige Ezidin aus IS-Gefangenschaft befreit

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Eine 17-jährige Ezidin, die als junges Mädchen aus Şengal verschleppt wurde, ist in Nordostsyrien aus der IS-Gefangenschaft befreit worden. Sie wurde bis zuletzt von Anhängerinnen der Dschihadistenmiliz als Sklavin missbraucht.
ANF / HESEKÊ, 30. März 2020.
Wie das Mala Êzîdiyan (deut. Ezidisches Haus) der Cizîrê-Region in Nordsyrien mitteilt, ist eine junge Ezidin aus der Gefangenschaft der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) befreit worden. Die 17-jährige Leyla Murad I. war beim Überfall auf Şengal im August 2014 aus ihrem Wohnort in Südkurdistan/Nordirak in einen IS-Haushalt verschleppt worden.
Zuletzt hielt sie sich im Camp Hol bei Hesekê auf. Dort wurde sie von IS-Anhängerinnen, die nach dem finalen Sturm auf die letzte IS-Bastion Baghouz im ostsyrischen Deir ez-Zor vergangenen März von den QSD (Demokratische Kräfte Syriens) gefangengenommen wurden, als Sklavin missbraucht. Durch akribische Recherchen des Mala Êzîdiyan konnte ihr Aufenthaltsort …

„Sie schießen auf alles, was sich bewegt!“

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Bericht aus Syrienvom 27. März 2020 Berichte von Schüssen der türkischen Grenzposten auf fliehende Zivilist*innen an der türkisch-syrischen Grenze sind fast alltäglich. Ob es einen Schießbefehl gibt oder nicht: Im Grenzgebiet wird Europas Abschottungspolitik mit scharfer Munition durchgesetzt. Handyvideos von Überlebenden zeigen die Opfer tödlicher Schüsse an der türkischen Grenze In der Nähe von Harim, 21. Januar, 5 Uhr morgens: Eine Gruppe von syrischen Familien will die türkische Grenze überqueren, um den Bombardements und den näherrückenden Regime-Truppen zu entkommen. Als sie einen Olivenhain nahe der Grenze durchqueren, werden sie beschossen, eine Frau und ein Kind sterben, sieben weitere werden verletzt. Uns liegen ein Video und Fotos der Getöteten vor und Aussagen von Überlebenden. Sie sind sich sicher: Geschossen haben die „Jendarma“, wie die türkischen Grenzsoldaten genannt werden.
Die Gefahr ist hoch an der türkischen Grenze von den Grenzwächtern erschossen ode…

Keine einzige Testmöglichkeit

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In der nordsyrischen Region Rojava trifft das Corona-Virus auf eine bereits stark unter Druck stehende Bevölkerung "Neues Deutschland", von Sebastian Bähr, 26.03.2020. Desinfizierung in Qamishlo Foto: Rojava Information Center/medico international/obs Wie viele Corona-Infizierte und Tote gibt es bisher in Syrien?

Es ist unklar, wie viele es genau in Rojava und im restlichen Syrien gibt. Berichten lokaler Medien zufolge soll es in den türkisch besetzten Städten im Norden mindestens fünf Corona-Tote geben. Das Regime spricht in seinen Gebieten offiziell von vier Infizierten, andere Berichte dagegen von mehreren Tausend, vor allem in den Regionen Deir ez-Zor, Aleppo, Idlib, Latakia und Damaskus. Es soll insgesamt nur 1200 Testkits geben, aber keine in den einzelnen Provinzen. In Rojava sind bisher keine Fälle bekannt, die Verbreitung kann hier aber bisher auch nur anhand von Symptomen erahnt werden.
Im Interview Felix Anton lebt als internationaler Freiwilliger seit üb…

Kampf gegen Pandemie im belagerten Şehba

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Die nordsyrische Region Şehba ist zu allen Seiten eingeschlossen. Die Versorgung mit Hygieneartikeln und Medikamenten ist schwer. Unter diesen Bedingungen versucht die Bevölkerung, gegen die Pandemie zu kämpfen.
ROJ DENİZ/HÎVDA HEBÛN aus ŞEHBA, 20. März 2020.
In der Wüstenregion Şehba leben 90.000 ursprüngliche Einwohner*innen und etwa 140.000 Binnenflüchtlinge aus Efrîn. Sie grenzt an die von der Türkei und ihren Milizen besetzten Gebiete und ist immer wieder Ziel von Artilleriebeschuss. Auch die Region ist akut von der COVID-19-Pandemie betroffen. Die Autonomieverwaltung, die Kommunalverwaltung und das Gesundheitskomitee von Şehba setzen alles in ihren Möglichkeiten Stehende daran, die Ausbreitung der Pandemie zu verhindern. Nach der Schließung der Schulen und öffentlichen Einrichtungen werden alle Bereiche desinfiziert.
Auch wenn das syrische Regime bisher keine Erklärung zur Pandemie abgegeben hat, so versetzen Meldungen von COVID-19-Fällen in Latakia, A…

Verhüllungszwang für Frauen: IS-Standards in Girê Spî

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Im nordsyrischen Girê Spî werden unter türkischer Besatzung Schritt für Schritt ähnliche Standards wie einst unter der Herrschaft des „Islamischen Staats“ (IS) in Raqqa eingeführt. Frauen dürfen ohne Gesamtkörperverhüllung nicht mehr das Haus verlassen. ANF / GIRÊ SPÎ, 19. März 2020.
In der seit Oktober 2019 mit faktischer Billigung durch die USA, Russland und der Europäischen Union von der Türkei und ihren dschihadistischen Verbündeten besetzten Stadt Girê Spî (Tall Abyad) in Nordsyrien werden Schritt für Schritt ähnliche Standards wie einst unter der Herrschaft des „Islamischen Staats“ (IS) in Raqqa eingeführt. Vielerorts dürfen Frauen inzwischen ohne Gesamtkörperverhüllung und männliche Begleitung nicht mehr das Haus verlassen. Auch in angrenzenden Siedlungsgebieten wie der Ortschaft Siluk und dem Dorf Hemam al-Turkmen soll der Schleierzwang durchgesetzt werden.
Girê Spî und das Umland werden weitestgehend von der pro-türkischen Dschihadistenmiliz A…

Ausgangssperre in Nord- und Ostsyrien

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Um eine Einschleppung des neuartigen Coronavirus zu verhindern, gilt ab Montagfrüh im Autonomiegebiet Nord- und Ostsyriens eine Ausgangssperre.
ANF / QAMIŞLO, 19. März 2020.
Die Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens erlässt eine Ausgangssperre. Mit der Maßnahme soll eine Einschleppung des neuartigen Coronavirus verhindert werden.
Laut einem Erlass der Selbstverwaltung gilt die Regelung ab Montag (23. März) um 6 Uhr früh. Die Reisefreiheit wird allerdings schon am Samstag außer Kraft gesetzt. Damit sind Fahrten zwischen Städten innerhalb Nord- und Ostsyriens verboten.
Alle Restaurants, Cafês, Handelszentren, Basare, private Kliniken, Hochzeitssäle und Kondolenzzelte in der Region müssen geschlossen bleiben. Ebenso sind bis auf Weiteres auch alle öffentlichen Parks dicht. Ausgenommen von dem Verbot sind Krankenhäuser, öffentliche und private Gesundheitszentren, die internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondorganisationen, Apotheken, Desinfektionskomitees,…

Medikamentenvorräte im Flüchtlingslager Mexmûr aufgebraucht

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Das seit acht Monaten bestehende Embargo über das Flüchtlingscamp Mexmûr verschärft das von Covid-19 ausgehende Risiko. Der Ko-Bürgermeister Bedran Piranî warnt und erklärt, dass die Medikamentenvorräte aufgebraucht sind.
ANF / MEXMÛR, 19. März 2020.
Im Irak breitet sich die Corona-Pandemie aus. Während die offizielle Zahl der Infizierten noch bei 154 und die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen bei elf liegt, dürfte die Dunkelziffer weitaus höher sein. In manchen Städten herrschen aufgrund des Virus bereits Ausgangssperren und jeden Tag werden neue Schutzmaßnahmen getroffen. Doch das selbstverwaltete Flüchtlingslager Mexmûr bleibt sich selbst überlassen. Das von Schutzsuchenden aus Nordkurdistan errichtete Camp ist mittlerweile eine kleine selbstverwaltete Stadt geworden und ein Beispiel radikaldemokratischer Selbstorganisierung.

Auf Druck der Türkei wurde das Mexmûr-Camp nach einem Attentat in Hewlêr auf den türkischen Geheimdienstverantwortlichen für Südkur…

Kurdischer Bevölkerungsanteil in Efrîn auf 18 Prozent gesunken

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Innerhalb von zwei Jahren türkischer Besatzung ist der kurdische Bevölkerungsanteil in Efrîn auf 18 Prozent gesunken. Die Menschenrechtsorganisation Efrîn hat einen Bericht zur ethnischen Säuberung und weiteren Rechtsverletzungen vorgestellt. 
ANF / ŞEHBA, 17. März 2020.
Im März 2018 ist Efrîn vom türkischen Staat besetzt worden. Die Menschenrechtsorganisation Efrîn hat in Şehba einen Bericht zu den Rechtsverletzungen der vergangenen zwei Jahre vorgestellt. Der Bericht wurde von Heyhan Ali im Serdem-Camp öffentlich verlesen.
Demnach wurden durch die türkische Invasion über 300.000 Menschen aus Efrîn in den benachbarten Kanton Şehba und andere Orte in Syrien vertrieben. Der kurdische Bevölkerungsanteil in Efrîn ist auf 18 Prozent gesunken. Im Zuge des gezielten Bevölkerungsaustausches wurden Dschihadisten aus Idlib und anderen Gegenden mit ihren Familien in Efrîn angesiedelt.
„Türkisierungspolitik“
Wie Heyhan Ali ausführte, wird die „Türkisierungspolitik“ in…

Nordostsyrische Autonomieverwaltung erlässt Corona-Dekret

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Um die Coronavirus-Ausbreitung und ihre Folgen in Rojava möglichst gering zu halten, werden nun auch in Nord- und Ostsyrien drastische Maßnahmen vollzogen.
ANF / QAMIŞLO, 14. März 2020.
Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Rojava möglichst gering zu halten, hat die Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens ein Dekret beschlossen, das bis auf Weiteres gültig ist.
Demnach sind alle Versammlungen und öffentliche Veranstaltungen in den selbstverwalteten Gebieten verboten. Alle Schulen, Universitäten und sonstige Bildungseinrichtungen bleiben ab heute geschlossen. Die Reisefreiheit wurde außer Kraft gesetzt. Bis auf Ausnahmeregelungen an Dienstagen, die lediglich Bürgerinnen und Bürger der Region in Anspruch nehmen können, dürfen die Grenzübergänge nicht passiert werden.
Der bereits am 27. Februar als Vorsichtsmaßnahme gegen das Coronavirus geschlossene Grenzübergang Sêmalka zwischen Rojava und Südkurdistan bleibt ebenfalls bis auf eine anderweitige …

8. Mai: Generalstreik migrantischer Selbstorganisationen in Deutschland

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Für den 8. Mai rufen migrantische Selbstorganisationen deutschlandweit zum Tag des Widerstandes und zum Streik gegen Rassismus auf.
ANF / REDAKTION, 14. März 2020.
Migrantische Selbstorganisationen rufen zu einem deutschlandweiten Protest gegen Rassismus am 8. Mai 2020, dem 75. Jahrestag der Befreiung, auf. Es soll ein „Tag des Zorns“ und damit ein Generalstreik werden.
In einer Erklärung des Bündisses „Wir streiken“ heißt es zu dem Protest:
„Wir fordern alle Menschen mit Migrationserbe, jüdische Menschen, Sinti*ze und Rom*nja, Schwarze Menschen, people of colour, BIPoC und alle solidarischen Menschen auf, mit uns zu streiken.
Warum der 08. Mai? Das Datum gilt als Tag der Befreiung. Doch während der Krieg und die NS-Diktatur ihr Ende fanden, lebten die Nazi-Ideologie und ihre Vertreter*innen weiter, und so haben Rassismus und Antisemitismus in Deutschland Tradition. Deutschland wurde nach Ende des zweiten Weltkrieges höchstens symbolisch entnazifiziert. …

Corona: Genossenschaftlichkeit (in Deutschland!) in Zeiten der Pandemie

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Wie Fürsorge in Zeiten von Pandemien aussehen kann, zeigt aktuell eine #Nachbarschaftschallenge, zu der in Teilen der linken Bewegung aufgerufen wird. Mit einem „Brief an die Nachbarn“ wird Risikopersonen und alten Menschen Unterstützung angeboten.
SARYA TARO / REDAKTION, 13. März 2020.
Weltweit beherrscht Covid-19 die Schlagzeilen. Die Pandemie wird sich nicht aufhalten lassen. Als Vorsichtsmaßnahme wurden bereits Schulen geschlossen, die Besuchserlaubnis in Altenheimen eingeschränkt und Veranstaltungen abgesagt. Auch die bevorstehenden Newroz-Feste sind betroffen. Das macht viele traurig, ist Newroz doch die Zeit, wo Widerstand gefeiert und Geschwisterlichkeit gemeinsam gelebt wird.
So bitter die jüngsten Absagen auch sind, sie beweisen die Verantwortung für die Mitmenschen, die Kennzeichen der Freiheitsbewegung ist. Je länger sich die Ausbreitung des Virus herauszögert, desto besser wird er sich eindämmen lassen. Es geht darum, jetzt die Ansteckung so w…

Kooperativen stärken Frauen in Rojava

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Der kurdische Dachverband Kongreya Star unterstützt in Rojava verschiedene Kooperativen, in denen Frauen autonom arbeiten und sich damit gleichzeitig für sich und die Kommune einsetzen. In Cizîrê gibt es inzwischen 16 neue Kooperativen - trotz Krieg.
ANF / QAMIŞLO, 13. März 2020.
Im Windschatten von Krieg und Bürgerkrieg haben die Selbstverwaltungsstrukturen in Rojava nach der Revolution eine neue demokratische Gesellschaft auf Grundlage von Volksräten und Kommunen geschaffen. Die verschiedenen ethnischen, religiösen und sozialen Bevölkerungsgruppen in Nord- und Ostsyrien wirken daran gleichberechtigt mit. Dieses in Rojava umgesetzte Konzept des Demokratischen Konföderalismus, den Staat auf lokale Einrichtungen in Dörfern, Städten und Nachbarschaften zu reduzieren und dabei alle Entscheidungsgremien auf diese Institutionen zu übertragen, ist die basisdemokratische Alternative, um jenseits vom Staat zu leben, und geht auf den kurdischen Vordenker Abdullah Öca…

Sauberkeitskampagne in Fafîn (Region Şehba)

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Die Exil-Volkskommune von Efrîn hat in Fafîn, einer Kreisstadt im nordsyrischen Kanton Şehba, eine Sauberkeitskampagne initiiert. Unter dem Motto „Eine saubere Umwelt für ein gesundes Leben“ beteiligen sich zahlreiche Menschen an der Aktion.
ANF / ŞEHBA, 10. März 2020.

In der nordsyrischen Kreisstadt Fafîn im Kanton Şehba ist am Dienstag der Startschuss für eine Sauberkeitskampagne gefallen. Initiiert wurde die Mitmachaktion von der Exil-Volkskommune von Efrîn. In Şehba leben tausende Vertriebene aus dem von der Türkei besetzten Kanton. Unter den schwierigsten Bedingungen in einem wüstenähnlichen Niemandsland halten sie ihre alternative gesellschaftlicher Organisierung, basierend auf den drei Grundprinzipien Frauenbefreiung, Ökologie und radikaler Demokratie, aufrecht.
Das Motto der Sauberkeitskampagne lautet „Eine saubere Umwelt für ein gesundes Leben“. Neben Mitgliedern der Exil-Volkskommune Efrîns und dem Kreisrat beteiligen sich auch alle Mitglieder der umliege…
Anita Starosta (medico international) 11.3.2020
Erdoğans Migrationspolitik: Nicht mit der Türkei verhandeln Erdoğan steckt Kritiker ins Gefängnis, baut Mauern und zieht Demokratiegegner groß. Statt mit ihm zu verhandeln, sollte er auf die Anklagebank.
Zeig mir deine Gefangenen, und ich sag dir, wer du bist. Die Türkei ist im Wandel, Wirtschaft und Infrastruktur blühen: Mauern bauen, Demokratiegegner großziehen, Nationalismus mit Islamismus paaren. Der Strukturwandel hat gut geklappt!
Der Aufschwung der Wirtschaft liegt in der Türkei auch an einem verordneten Bauboom. Und Bauprojekte gibt es viele – auch von Gefängnissen. 2008 wurde die Strafvollzugsanstalten Silivri eröffnet. Das Hochsicherheitsgefängnis ist das größte Gefängnis Europas: bis zu 13.000 Gefangenen kann es aufnehmen. Ahmet Altan, Adil Demirci, Can Dündar, Deniz Yücel, alles ehemalige Insassen. Immer noch gefangen: viel zu viele.

Auch die oppositionelle kurdische HDP hat den Gefängnisboom miterlebt: Mehr …
Rojava: Besuch des Frauenzentrums in Qamişlo "The Lower Class Magazine", 8. März 2020.

Zum internationalen Frauenkampftag am 8. März, besuchen wir einen für den Befreiungskampf der Frauen in Syrien zentralen Ort: das Frauenzentrum „Mala Jin“, wörtlich das Haus der Frauen, in Qamişlo. Dies ist das erste Frauenzentrum, von denen es heute 72 in ganz Syrien gibt. Wir sprachen mit der Gründerin des Projektes, Ilham Umer, die auch die Leiterin aller Frauenzentren im nordsyrischen Kanton Cizîrê ist, und ihrer Kollegin Hanifa Muhammad, die im Dada Jinê, der Frauenkommission an den Gerichten, arbeitet.
Angesichts der Schwierigkeiten, mit denen viele Frauen im täglichen Leben konfrontiert sind, und den vielen Fälle von häuslicher Gewalt gründete Umer 2011 das Projekt der „Malên Jinê“, der Häuser der Frauen mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen, an denen Frauen sich von Frauen beraten lassen und rechtlichen Beistand bekommen können. Die Probleme, mit denen sich Frauen an Ilham…
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Ezidinnen in Şengal sind jetzt bewaffnet: Unsere Selbstorganisierung ist der Schlüssel gegen Femizid Aus Anlass des internationalen Frauenkampftags hat unsere Şengal-Korrespondentin Dilpak Dağ mit Kämpferinnen der ezidischen Fraueneinheiten YJŞ gesprochen. Sie betonen, dass die Selbstorganisierung von Frauen der Schlüssel gegen Femizid ist.
DILPAK DAĞ / ŞENGAL, 8. März 2020.

Am 8. März setzen sich Frauen im Rahmen des internationalen Frauenkampftags weltweit für ihre Rechte ein und füllen die Straßen und Plätze mit ihren Farben. Der diesjährige 8. März deutet zudem darauf hin, dass es Frauen sind, die die Farbe des 21. Jahrhunderts bestimmen werden. Der Kampf um Existenz oder Nicht-Existenz von Frauen hat sich zu einem Widerstand entwickelt, der das Jahrhundert entscheidend prägen wird. Diese Tatsache macht sich in allen Bereichen des Lebens bemerkbar.
Zum 8. März haben wir in Şengal, dem Hauptsiedlungsgebiet der ezidischen Gemeinschaft in Südkurdistan/N…
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WAHNSINN. Frontext hat seinen Beamten befohlen, gegen internationales Recht zu verstoßen.
Die haben sich geweigert.


Denmark's Defense minister Trine Bramsen | Lionel Bonaventure/AFP via Getty Images

Danish boat in Aegean refused order to push back rescued migrants The crew had been ordered to tow a dinghy out of Greek waters, officials said. By
3/6/20, 3:11 PM CET Updated 3/6/20, 3:55 PM CET A Danish patrol boat monitoring the Aegean sea refused an order to push back migrants they rescued, Danish officials told public broadcaster DR.
The Danish boat was patrolling the sea between Turkey and Greece's easternmost islands as part of Operation Poseidon, a border surveillance mission in support of Greece, coordinated by EU border protection agency Frontex.
Jens Møller, the police chief in charge of the Danish unit participating in the operation, told DR that the crew had rescued 33 migrants headed for Greece in a rubber dinghy when they received a radio …

Kurze Pause in Idlib: Der Sultan zu Füßen von Katharina der Großen

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Das schwammige und widersprüchliche Moskauer Abkommen zwischen Erdogan und Putin deutet darauf hin, dass in dem Krieg in Idlib nur eine kurze Pause eingelegt worden ist.
ERSİN ÇAKSU / QAMIŞLO, 7. März 2020.
Nach den heftigen Kämpfen in Idlib haben der russische Staatschef Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Tayyip Erdogan am 5. März in Moskau ein neues Abkommen unterzeichnet.
Beide Seiten haben mehrfach als Grund für die Kampfhandlungen in Idlib die Nichteinhaltung der Verpflichtungen aus dem Sotschi-Abkommen vom 17. September 2018 genannt. Aus den Erklärungen, die während der Intensivierung des Konflikts im Februar abgegeben wurden, ist deutlich geworden, dass Erdogan und Putin unterschiedliche Auffassungen zu diesem Abkommen hatten.
Unterschiedliche Interpretationen des Abkommens
Auch bei dem zuletzt in Moskau vereinbarten Abkommen ist es nicht anders. Weder die von Erdogan und Putin nach ihrem Treffen abgegebenen Erklärungen noch der unterzei…