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Es werden Posts vom Dezember, 2023 angezeigt.

Rojava, Westkurdistan: Zermürbungskrieg geht weiter

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"Kontext" Ausgabe 665   Rojava, Westkurdistan Zermürbungskrieg geht weiter Von Florian Kaufmann | Datum: 27.12.2023 Im Schatten der globalen Krisen und Kriege erhält Rojava wenig mediale Aufmerksamkeit. Kurz vor dem Winter zerstörte das türkische Militär mit massiven Luftschlägen einen Großteil der Infrastruktur im Gebiet der kurdischen Selbstverwaltung in Syrien. Trauer um die Opfer türkischer Angriffe im kurdischen Dêrik. Foto: Raman Bilal Offiziell hat die türkische Luftwaffe ihre Angriffe auf Rojava  seit Mitte Oktober vorerst beendet. Trotzdem greift das Militär das von Kurd:innen dominierte Nordostsyrien we

Widerstandshochburg in Aleppo: Şêxmeqsûd

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Das Viertel Şêxmeqsûd in Aleppo stellt mit seiner überwiegend kurdischen Bevölkerung eine Widerstandshochburg dar. Das heute selbstverwaltete Viertel wurde 2016 befreit, die YPG/YPJ kämpften gegen zahlenmäßig überlegene Dschihadisten.   HÎVDA HEBÛN / ALEPPO, 30. Dez. 2023. Das selbstverwaltete Viertel Şêxmeqsûd mit seiner überwiegend kurdischen Bevölkerung liegt strategisch günstig im nordwestlichen und höchsten Teil von Aleppo. Ein großer Teil der Menschen stammt aus Efrîn. Das Viertel ist für seinen Widerstand bekannt. Während des Qamişlo-Aufstandes von 2004 kam es hier zu ersten Reaktionen. Nach Beginn der Rebellion in Syrien, die von Deraa ausging, zog auch Şêxmeqsûd die Aufmerksamkeit auf sich. Am 10. März 2012 griff eine Miliz der Regierung in Damaskus eine von den Bewohner:innen des Viertels organisierte Demonstration an, dabei wurde di

Sonderkontingent Jesidinnen? Die Angst lebt weiter

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  "Kontext" Ausgabe 665   Von Susanne Stiefel | Datum: 27.12.2023 Es ist eine Achterbahn der Gefühle. Anfang des Jahres hat der Bundestag den Genozid an den Jesid:innen anerkannt. Nun wird wieder abgeschoben in den Irak. Die Angst geht um bei den traumatisierten Frauen, die Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor acht Jahren ins Land geholt hat. 20

Vier Kurd:innen in Ûrmiye wegen Spionagevorwurfs hingerichtet

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  In Rojhilat sind vier Kurd:innen hingerichtet worden, die wegen Spionage für Israel verurteilt worden waren. Sie waren während der Hochphase der „Jin, Jiyan, Azadî“-Revolte festgenommen worden und wurden schwer gefoltert.   ANF / REDAKTION, 29. Dez. 2023. In Rojhilat sind drei kurdischstämmige Männer und eine Frau wegen des Vorwurfs der Spionage für Israel hingerichtet worden. Ihnen sei dem Regime-Sprachrohr Mizan Online zufolge zur Last gelegt worden, für den israelischen Geheimdienst Mossad gearbeitet zu haben. Die in Frankreich ansässige Menschenrechtsorganisation Kurdistan Human Rights Network (KHRN) berichtete ebenfalls über die Exekutionen im Zentralgefängnis in der ostkurdischen Stadt Ûrmiye, die am Donnerstagabend wohl unter Aufsicht von Agenten des iranischen Geheimdienstministeriums erfolgt sind. Ihren Inform

Tote und Verletzte bei türkischen Drohnenschlägen in Şengal

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Bei türkischen Drohnenangriffen auf Şengal sind nach einem Bericht fünf Menschen getötet und weitere verletzt worden. Bei den Opfern soll es sich um Brunnenbauer handeln, deren Arbeitszelte von mehreren Bombern ins Visier genommen wurden.   ANF / ŞENGAL, 28. Dez. 2023. Bei mehreren Drohnenangriffen des türkischen Staates auf das ezidische Kerngebiet Şengal sind fünf Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Das meldet die im südkurdischen Silêmanî ansässige Nachrichtenagentur RojNews unter Verweis auf den Demokratischen Autonomierat Şengals (MXDŞ). Bei den Opfern handelt es sich demnach um Brunnenbauer. Ziel der gegen 18 Uhr am Donnerstagabend verübten Drohnenschläge waren laut dem Bericht mehrere Arbeitszelte, die am Rande der Brunnenbohrungen im Ort Kora Simoqya aufgeschlagen wurden. Die Gegend befindet sich

Nord- und Ostsyrien: Selbstverteidigung ist das Gebot der Stunde

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  Unbeachtet vom Westen verübt die Türkei Kriegsverbrechen in Nord- und Ostsyrien. Die Selbstverwaltung verurteilt diese Ignoranz und fordert eine klare Position von UNO und internationaler Anti-IS-Koalition, aber auch von Damaskus und Moskau.   ANF / AIN ISSA, 25. Dez. 2023. Jenseits jeglicher Aufmerksamkeit setzt die Türkei ihren Staatsterror gegen Nord- und Ostsyrien fort. Ermutigt durch das Schweigen der internationalen Gemeinschaft, eskaliert Ankara seit Tagen wieder seinen ohnehin seit Jahren in mal niederer und mal höherer Intensität geführten Krieg gegen die Region, die auch als Rojava bekannt ist. Die Demokratische Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens forderte die Staatengemeinschaft deshalb abermals auf, diese Praxis als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und als Kri

Deutsche Ambulanz in Syrien: Mainzer Verein bezichtigt Türkei des Angriffs

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Deutsche Ambulanz in Syrien: Mainzer Verein bezichtigt Türkei des Angriffs Zeitung FAZ.NET

Enhancing Diverse Democracy: NE Syria’s New Social Contract

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By Matt Broomfield On Dec 18, 2023 The General Council of the newly named DAANES. Share Authorities in the de facto autonomous region of North and East Syria (NES) this week made an announcement many years in the making. For several years now, representatives of the region known by the Kurdish metonym ‘Rojava’ have promised a new, updated version of the ‘ Social Contract ’ which codifies the principles through which the region is governed. In theory, NES operates through a unique system of ‘democratic confederalism’, based on associated principles of direct democracy, women’s autonomy, community justice, inter-ethnic tolerance, a nominally cooperative economy, and a renewed holistic relationship to the environment known as
DER GESELLSCHAFTSVERTRAG DER DEMOKRATISCHEN SELBSTVERWALTUNG DER REGION NORD- UND OSTSYRIEN Präambel Wir, die Töchter und Söhne Nord- und Ostsyriens - Kurden, Araber, Assyrer, Turkmenen, Armenier, Tscherkessen, Tschetschenen, Muslime, Christen und Jesiden - haben uns zusammengefunden im Bewusstsein und im Glauben an die Verpflichtung, die uns von den Gefallenen auferlegt wurde, als Antwort auf das Bedürfnis unserer Völker nach einem Leben in Würde und als Antwort auf die großen Opfer, die die Syrer gebracht haben. Wir haben uns zusammengefunden, um in Nord- und Ostsyrien ein demokratisches System zu errichten, das die Grundlage bildet für den Aufbau eines zukünftigen Syriens ohne rassistische Tendenzen, Diskriminierung, Ausgrenzung oder Marginalisierung einer Identität. Gemeinsam haben wir uns Tyrannei, Verrat und Extremismus widersetzt und alle Arten von nationalistischem, religiösem, geschlechtsbezogenem und säkularem Fanatismus abgelehnt. Unser Bekenntnis zum Prinzip der demokratisc