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Es werden Posts vom Dezember, 2022 angezeigt.

„Camp Hol kann jeden Moment außer Kontrolle geraten“

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Cihan Hênan aus der Leitung des Camps Hol, in dem tausende IS-Familienangehörige interniert sind, erklärt, dass das Lager jederzeit aufgrund der türkischen Angriffe auf Nord- und Ostsyrien außer Kontrolle geraten könne.   ANF / HESEKÊ, 30. Dez. 2022. Trotz vieler Operationen der Sicherheitskräfte und der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) herrscht im Camp Hol vielerorts weiterhin der IS-Terror. In den vergangenen zwölf Monaten wurden Dutzende Menschen im Camp ermordet. Zuletzt wurden zwei Ägypterinnen in der Abteilung für internationale IS-Angehörige ermordet. Die Morde gehen häufig auf das Konto der Hisba, einer Art IS-Frauenpolizei. Die Hisba begeht immer wieder grausame Morde an vermeintlichen Abtrünnigen und ihren Familienmitgliedern. So wurden am 15. November die enthaupteten Leichen

Protest in Paris: „Ein geplanter Terroranschlag“

Am Samstag haben Tausende Menschen gegen den Anschlag auf die kurdische Community in Paris protestiert. Französische Politiker:innen und Vertreter:innen diverser Organisationen brachten ihre Solidarität zum Ausdruck. % buffered 02:46 03:20   ANF / PARIS, 25. Dez. 2022. In Paris haben am Samstag Tausende Menschen gegen den Anschlag auf die kurdische Community mit drei Toten und drei Verletzten protestiert. Bei den Todesopfern des Anschlags vom 23. Dezember handelt es sich um die Revolutionärin Evîn Goyî (Emine Kara), die erst 2019 nach Europa kam und zuvor nach jahrzehntelangem Aufenthalt in den Bergen Kurdistans in Rojava an Projekten für ezidische Vertriebene aus Şengal arbeitete; den Musiker Mîr Perwer (M. Şirin Aydın), der aufgrund eines rechtskräftigen Urteils über 20 Jahre Haft wegen

Südkurdistan: HPG melden Teilrückzug der türkischen Armee

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Die türkische Armee hat sich aus weiten Teilen der Zap-Region in Südkurdistan zurückgezogen. „Das Resultat im Zap beweist die Unbesiegbarkeit der Freiheitsguerilla Kurdistans und die Erfolglosigkeit der türkischen Armee“, erklären die HPG.   ANF / BEHDÎNAN, 25. Dez. 2022. Das Pressezentrum der Volksverteidigungskräfte (HPG) hat eine Erklärung zum aktuellen Stand der völkerrechtswidrigen Invasion der Türkei in Südkurdistan abgegeben. Die türkische Armee hat ab dem 14. April 2022 massive Luftangriffe auf die Regionen Zap, Avaşîn und Metîna geflogen und am 17. April eine Bodenoperation gestartet. Das Ziel der umfassenden Operation ist die Besetzung der Medya-Verteidigungsgebiete, so die HPG: „Die Freiheitsguerilla Kurdistans hat einen epischen Widerstand geleistet und sich gegen die Besatzung

YNK-Vorsitzender Talabani zu Gesprächen in Nordostsyrien

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Der YNK-Vorsitzende Bafil Talabani ist zu Gesprächen mit der QSD-Kommandantur und dem PYD-Vorstand in die Autonomieregion Nord- und Ostsyrien gereist.   ANF / REDAKTION, 21. Dez. 2022. Bafil Talabani, Vorsitzender der Patriotischen Union Kurdistan (Yeketî Niştîmanî Kurdistan), ist zu Gesprächen in die Autonomieregion Nord- und Ostsyrien (AANES) gereist. Erste Gesprächspartner:innen waren Mazlum Abdi und Newroz Ehmed, Kommandant:innen der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD). Talabani erklärte, die YNK sei bereit, zu einer friedlichen Lösung der Probleme in Rojava und Syrien beizutragen. An dem Treffen nahmen außerdem US-General Matthew McFarlane für die internationale Koalition gegen den „Islamischen Staat“ (IS) sowie Wehab Helebceyî, Antiterrorexperte der YNK, teil. In dem Gespräch ging es Berichten zufolge um die aktuelle politisch

Galgenproteste in Ostkurdistan und Iran

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Um auf die drohenden Hinrichtungen von Aktivist:innen aufmerksam zu machen, werden in Ostkurdistan und Iran symbolische Galgenstricke aufgehängt. Dutzenden Menschen droht akut die Hinrichtung, zwei Todesurteile wurden bereits vollstreckt.   ANF / REDAKTION, 21. Dez. 2022. Die seit Mitte September andauernden Proteste in Ostkurdistan (Rojhilat) und Iran gehen trotz brutaler Gewalt des iranischen Regimes weiter. In vielen überwiegend kurdisch besiedelten Städten blieben am Dienstag die Geschäfte geschlossen, seit Montag ist ein weiterer Generalstreik ausgerufen. Um auf die drohenden Hinrichtungen von Aktivist:innen aufmerksam zu machen, werden an vielen Orten symbolische Galgen aufgestellt. In Teheran wurden Galgenstricke an einer Brücke über einen belebten Straße aufgehängt, in Sine (Sanand

Frauenrat Nord-Ost-Syriens: Was wir 2022 geschafft haben

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Im Jahresrückblick spricht Stêr Qasim, Mitglied der Koordination des Frauenrats von Nord- und Ostsyrien, über die Arbeit des Rats unter den durch Angriffskrieg, Besatzung und Embargo erschwerten Bedingungen und die Erfolge ihrer Arbeit.   NÛJIYAN ADAR / QAMIŞLO, 21. Dez. 2022. Der Frauenrat von Nord- und Ostsyrien, ein Zusammenschluss aus 53 unterschiedlichen Frauenorganisationen, NGOs und Parteien, konnte trotz der erschwerten Bedingungen durch die türkischen Besatzungsdrohungen, der Angriffe des türkischen Staates und des Embargos sowie der Belagerung durch die syrische Regierung wichtige Aktivitäten durchführen. Stêr Qasim, Mitglied der Koordination des Frauenrates von Nord- und Ostsyrien, reflektiert in ihrem Jahresrückblick gegenüber ANF sowohl die Errungenschaften sowie die Ziele, die

Aufstand im Iran: Die Pioniere des Widerstands

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von Kourosh Ardestani, taz 20.12.2022. Bei den Protesten im Iran sind die Kurden besonders aktiv. Sie haben Parteien, TV-Sender und das, was der Bewegung ansonsten fehlt: ein Programm. Der Druck auf kurdische Oppositionelle ist besonders hoch – Protest in Mahabad im Oktober Foto: Abaca Press/picture alliance Auf den ersten Blick mutet die Szene seltsam an: In der Stadt Mahabad im Nordwesten des Iran tragen junge Männer umgedrehte Kochtöpfe auf dem Kopf, zum Schutz vor Kugeln. Auf der zentralen Bummelmeile der Stadt haben sie sich hinter selbstgeziegelten Schutzwällen verbarrikadiert. Die Videos, die die Szene zeigen, drangen Mitte November ins Netz, als der aktuelle Aufstand im Iran schon mehrere Wochen lang andauerte. Vor lauter Menschenmassen erkennt Sidar Mohammadi, die in Wien studiert, die Straßen ihrer Heimatstadt kaum wieder. Sie schließt Instagram, wo die Videos kursieren, und versucht, ihre Tanten und Cousinen in Mahabad zu konta

In Şehba bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an

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Der Kanton Şehba ist eine der am stärksten durch den seit 2011 andauernden Krieg in Syrien betroffene Region. Das Leben in den 75 Dörfern ist von Artillerieangriffen, Besetzung und Plünderung geprägt. Erschwerend kommt ein massives Embargo hinzu.   NÛJIYAN ADAR / QAMIŞLO, 17. Dez. 2022. Die Lage in der selbstverwalteten Region von Şehba im Norden Syriens bewegt sich immer stärker auf eine unkontrollierte Eskalation zu. Zu den anhaltenden Angriffen der Türkei und islamistischen Proxy-Truppen auf die rund 200.000 Menschen in dem von Wüste geprägten Gebiet, unter ihnen viele Efrîn-Vertriebene, kommt erschwerend ein durch das syrische Regime verhängtes Embargo hinzu. Durch die seit März 2019 aufrechterhaltene Belagerung herrscht in vielen Bereichen ein Versorgungsengpass. Die Autonome Administra