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Es werden Posts vom Juli, 2020 angezeigt.

Bibliothek in Tel Rifat eröffnet

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Intellektuelle aus Efrîn haben in Tel Rifat eine Bibliothek eröffnet. 
ANF / ŞEHBA, 25. Juli 2020.
In der nordsyrischen Region Şehba leben über 120.000 Binnenflüchtlinge aus dem türkisch besetzten Efrîn. Intellektuelle aus Efrîn eröffneten nun, nach zweieinhalbmonatigen Vorbereitungen, die Bibliothek für Wissen und Aufklärung.

Die Bibliothek ist für alle Menschen zugänglich und soll zu einem wichtigen Ort der Bildung werden. So nahmen an der Eröffnung auch viele Menschen aus Tel Rifat teil. Bei der Eröffnung erklärte ein Vertreter der Intellektuellen, es gehe bei der Eröffnung der Bibliothek darum, die Gewohnheit zu lesen in der Gesellschaft zu verbreiten. Bisher befinden sich 400 Bücher in der Bibliothek.

Aktionsplan für Frauen auf Dörfern in der Umgebung von Tabqa

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Die Frauenselbstverwaltung von Tabqa hat einen Aktionsplan zur intensiveren und aktiveren Teilnahme von Frauen in der nordsyrischen Region gestartet. Mit Veranstaltungen, Seminaren, Bildungsprogrammen und Hausbesuchen sollen Frauen gestärkt werden. 
ANF / TABQA, 25. Juli 2020.
Die Meldungen aus Rojava und Nordsyrien sind meist Meldungen von Krieg, türkischer Annexion und humanitären Problemen. Währenddessen geht jedoch die Frauenrevolution von Rojava weiter und erreicht immer neue Kreise. Die Frauenselbstverwaltung der ländlich geprägten Region Tabqa hat nun einen Aktionsplan vorgestellt, um Frauen auf politischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Ebene zu stärken. Zahra Hamada, Vertreterin der Frauenselbstverwaltung von Tabqa und Mitglied des Zentrums zum Schutz und zur Untersuchung von Frauenrechten, stellte gegenüber der nordsyrischen Nachrichtenagentur ANHA den Aktionsplan vor.

Die Kampagne richtet sich an die Frauen in den Dörfern“
Hamada berichtet…

Frauenkooperative für Efrîn-Vertriebene in Camp Serdem

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Die Verwaltung im Camp Serdem in Şehba, das Geflüchtete aus Efrîn beherbergt, unterstützt eine Kooperative, in der Frauen autonom arbeiten und sich damit gleichzeitig für sich und die Vertriebenen einsetzen. Die Produktion von Trockengemüse läuft bereits.
ANF / ŞEHBA, 24. Juli 2020.
Die Lagerverwaltung des Camps Serdem in der nordsyrischen Region Şehba unterstützt eine Kooperative, in der Frauen autonom arbeiten und sich damit gleichzeitig für sich und die anderen Vertriebenen einsetzen. Das Camp beherbergt Menschen, die im Zuge der türkischen Invasion aus Efrîn flüchten mussten. Die Produktion der Gemüsekonservierung sowie von Milchprodukten, durch deren lokalen Verkauf auch die regionale Ökonomie gestärkt werden soll, hat bereits begonnen.

Die Frauenkooperative im Camp Serdem wurde vor einigen Wochen von 30 Frauen gegründet, um selbstangebautes Gemüse nach traditionellen Methoden zu konservieren. Rund 250 Kilogramm der verschiedensten Gemüsesorten hat die …

Rojava-Universität konkretisiert Unterstützungsaufruf

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Die Universität Rojava in Qamişlo ruft Akademikerinnen und Akademiker weltweit zur Unterstützung durch die Bereitstellung von Mitteln, den Austausch von Erfahrungen und den Bau von Brücken der Solidarität auf. 
ANF / QAMIŞLO, 22. Juli 2020.
Die Universität Rojava in Qamişlo hat ihren Unterstützungsaufruf an akademische Kreise konkretisiert. Angesprochen werden Akademikerinnen und Akademiker, Universitäten, Schulen und humanitäre Organisationen sowie alle, die einen materiellen Beitrag leisten können. Hintergrund des Appells ist die Corona-Pandemie. Die 2016 gegründete Universität hat einen Großteil ihres Bildungsangebots auf ein Fernstudiummodell umgestellt und zum achten Jahrestag der Revolution von Rojava einen Aufruf unter der Überschrift „Unterstützung der Bildung ist Unterstützung des Widerstands“ veröffentlicht.
„Die Revolution von Rojava ist führend in der Verteidigung universeller menschlicher Werte. Die Rojava-Revolution zu unterstützen bedeutet, …

Wütende Proteste nach Femizid in der Türkei

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In mehreren Städten in der Türkei haben Frauen nach dem Mord an der Studentin Pınar Gültekin gegen patriarchale Gewalt protestiert und die Umsetzung der Istanbuler Konvention gefordert.
ANF / ISTANBUL, 22. Juli 2020.
Nach dem Mord an der 27-jährigen Studentin Pınar Gültekin in Muğla sind Frauen in zahlreichen Städten in der Türkei gegen patriarchale Gewalt auf die Straße gegangen und haben erneut die Wichtigkeit der Istanbuler Konvention betont. Der Vertrag aus dem Jahr 2014 soll Gewalt gegen Frauen, insbesondere häusliche Gewalt, eindämmen und die Gleichstellung von Frauen und Männern stärken. Die Türkei unterzeichnete die Konvention als erstes Land und ließ sie als „Gesetz zur Vorbeugung von Gewalt gegen Frauen und zum Schutz der Familie” rechtlich verankern. Die türkische Regierung hat einen Ausstieg aus dem Abkommen in Aussicht gestellt, was zu einem Sturm der Entrüstung bei der Frauenbewegung geführt hat.
Aufgerufen zu den Protesten am Dienstag hatten …
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Dersim (Türkei): Abgesetzte Ko-Bürgermeisterin baut Kooperative auf Die abgesetzte Ko-Bürgermeisterin Songül Doğan der Gemeinde Pêr in der nordkurdischen Provinz Dersim setzt ihr Engagement fort und baut eine landwirtschaftliche Kooperative auf. 
ANF / DERSIM, 22. Juli 2020.
Die Einwohner*innen des Dorfes Almeliye (türk. Elmalı) haben vor sieben Monaten die „Landwirtschaftliche Entwicklungskooperative“ ins Leben gerufen. Die Kooperative bearbeitet im Moment 22 Hektar und erntet und pflanzt dort Tomaten, Bohnen, Paprika, Auberginen, Gurken, Sesam und Weizen. Die Menschen sorgen so für ihr Lebensunterhalt. Viele von ihnen sind Frauen, die mit der Ernennung eines Zwangsverwalters entlassen worden sind. Auch die ehemalige Ko-Bürgermeisterin der Gemeinde Pêr (Akpazar), Songül Doğan, in deren Landkreis Almeliyê liegt, engagiert sich in der Kooperative. Sie arbeitet insbesondere daran, Projekte, die aufgrund der Absetzung der HDP-Stadtverwaltung unterbroc…

Gefängnis in Şehba in Akademie umgewandelt

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Nach zehn Jahren Krieg in Syrien ist ein früher als Folterzentrum berüchtigtes Gefängnis des Assad-Regimes in Şehba von der Autonomieverwaltung in eine Akademie umgewandelt worden. 
ANF / ŞEHBA, 21. Juli 2020.
Das Gefängnis Ehdas im nordsyrischen Kanton Şehba ist jahrelang zunächst von der syrischen Regierung und später vom „Islamischen Staat“ (IS) als Folterzentrum genutzt worden. Nach der Befreiung der Region wurde das Gebäude vom Bildungskomitee der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien renoviert und beherbergt jetzt die Viyan-Amara-Akademie.
An der im Oktober 2019 eröffneten Akademie gibt es 90 Studierende und 16 Lehrkräfte in den Fachbereichen Physik, Chemie, Biologie, Mathematik und Lehramt. Die Studierenden erhalten ein Stipendium vom Bildungskomitee, der Unterricht findet auf Kurdisch, Arabisch und Englisch statt. Die Fächer Geschichte und Geografie werden online unterrichtet. Zur Philosophie der Bildungseinrichtung gehört das Paradigma einer…

Offensive gegen IS in Ostsyrien abgeschlossen

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Die QSD haben ihre Offensive gegen IS-Zellenstrukturen im syrisch-irakischen Grenzgebiet abgeschlossen. Im Zuge der zweiten Etappe der Großoperation wurden insgesamt 31 Terrorverdächtige festgesetzt. 
ANF / DEIR EZ-ZOR, 20. Juli 2020.
Mit dem Abschluss der zweiten Phase ihrer Offensive gegen IS-Zellenstrukturen im syrisch-irakischen Grenzgebiet haben die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) die Anfang Juni eingeleitete Großoperation zum Abschluss gebracht. Wie Lîlwa Abdullah, Sprecherin des Militärrats von Deir ez-Zor, am Montag mitteilte, wurden im Verlauf der letzten Etappe, die vergangenen Freitag gestartet worden war, weitere 31 „Terrorverdächtige” im Operationsgebiet entlang des Euphrats festgesetzt. Unter ihnen befinde sich mindestens eine Person, der eine Führungsrolle innerhalb der Zellenstrukturen der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) zugeschrieben wird. Somit wurden insgesamt 141 mutmaßliche Islamisten seit Beginn der Offensive festgenommen…

YPS-JIN: „Selbstverteidigung gegen Vergewaltiger“

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Die Zivilen Frauenverteidigungseinheiten YPS-JIN rufen angesichts der sich häufenden Fälle sexualisierter Gewalt zur Organisierung von Frauen in den Verteidigungseinheiten und „zur Rache am Männerstaat“ auf. 
ANF / REDAKTION, 17. Juli 2020.
In vielen Städten Nordkurdistans und der Türkei sind organisierte Gruppen der Frauenverteidigungseinheiten YPS-JIN aktiv und machen durch militante Aktionen von sich reden. Die Koordination der YPS-JIN hat nun eine schriftliche Erklärung veröffentlicht, in der sie Frauen zum Widerstand und zur Selbstverteidigung aufruft. Insbesondere die Vergewaltigungen durch Militärs beschreiben die Frauen als Ausdruck des Spezialkriegs in Kurdistan.
Förderung von Vergewaltigungskultur ist Angriff des Staates auf Frauen“
Zur sexistischen Politik des AKP-Regimes und ihren gesellschaftlichen Konsequenzen schreiben die YPS-JIN: „Mit der Förderung einer Prostitutions- und Vergewaltigungskultur soll die Frau als schöpferische Kraft der Ge…

„In al-Hol wächst eine neue IS-Generation heran“

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In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE warnt die Bundesregierung davor, dass im nordostsyrischen Lager al-Hol eine neue IS-Generation heranwächst. Dennoch unternimmt Deutschland kaum etwas zur Unterstützung der Selbstverwaltung.
ANF. MICHAEL KNAPP / BERLIN, 20 Juli 2020. Nach der Zerschlagung der Territorialherrschaft des sogenannten IS ist die Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien mit tausenden gefangenen IS-Dschihadisten sowie zehntausenden von teilweise hochgradig fanatisierten Familienangehörigen konfrontiert. Ein Großteil ist im Gefangenenlager Hol (al-Haul) südöstlich von Hesekê untergebracht. Das Camp beherbergt etwa 65.000 Personen aus 50 verschiedenen Ländern, darunter tausende IS-Familien, die nach der Einnahme der letzten Bastion der islamistischen Terrororganisation in Ostsyrien im März letzten Jahres von den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) aufgegriffen wurden, und gilt als eines der gefährlichsten Lager …

„Die Revolution von Rojava ist auch eine armenische Revolution“

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Der Armenier Şexmus Ehmed Fetah hat die Revolution von Rojava miterlebt und bezeichnet sie als „armenische Rache“. Wer die osmanische Geschichte kennt, kann die aktuellen Entwicklungen viel besser verstehen, sagt er. 
MUSTAFA ÇOBAN / DIRBÊSIYÊ, 19. Juli 2020.

Vor acht Jahren hat die Revolution in Rojava begonnen. Einer der Menschen aus Nordostsyrien, die die Entwicklungen von Anfang an verfolgen, ist der Armenier Şexmus Ehmed Fetah. Er lebt in Dirbêsiyê und ist in seinem Umfeld als „Vater Zana“ bekannt. Seine Familie stammt aus Bedlîs (türk. Bitlis) in Nordkurdistan. Während des armenischen Völkermords 1915 musste sie in die Region Rojava fliehen.
Wie er die Revolution von Rojava erlebt hat, erzählt Fetah mit folgenden Worten:
„Wir waren eines der Völker, die sich seit Beginn an der Revolution beteiligt haben. Wir haben uns sozusagen in dieser Revolution wiedergefunden. Es ist unsere Revolution, eine Revolution der Befreiung. Sie gehört nicht nur einem Volk, sond…

Acht Jahre Revolution in Rojava

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8 Jahre Revolution in Rojava: Wie Derîk befreit wurde Vor acht Jahren begann in Kobanê die Revolution von Rojava. Limah Abdullah schildert, wie sie die damaligen Geschehnisse in Dêrik erlebt hat. „Inzwischen ist es keine rein kurdische Revolution mehr“, so ihr Fazit. 
ANF / REDAKTION, 19. Juli 2020.




In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 2012 brachte die kurdische Bevölkerung mit Hilfe von geheim aufgebauten bewaffneten Komitees die Zufahrtsstraßen nach Kobanê in Nordsyrien unter ihre Kontrolle. Zeitgleich wurde damit begonnen, alle staatlichen Institutionen in der Stadt einzunehmen. Eine Menschenmenge versammelte sich vor einem Militärstützpunkt der Assad-Armee, eine Delegation verhandelte mit den Militärs. Sie sollten ihre Waffen abgeben und man werde für ihre Sicherheit garantieren, das war das Angebot der kurdischen Seite. Angesichts der Ausweglosigkeit gegenüber den Volksmassen willigten die Soldaten ein. So begann die Revolution von Rojava. Von Kobanê aus wei…

Nordkurdistan: Umweltzerstörung durch Wasserkraftwerke

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Der Vorsitzende des Umweltvereins Çev-Der in der nordkurdischen Provinz Wan, Ali Kalçık, beschreibt die dramatischen Folgen der Errichtung von Wasserkraftwerken für die Ökologie in der Region.
ANF / WAN, 17. Juli 2020.
Aufgrund von heftigen Regenfällen kam es in der letzten Zeit in Zîlan bei Erdîş (türk. Erçiş), in Bendîmahî bei Bêgirî (Muradiye) und Kanîspî bei Şax (Çatak) zu schweren Überschwemmungen. Die Flutkatastrophen töteten Hunderte Tiere, zerstörten Ställe und Häuser und vernichteten Ackerland. Einst waren die Gebiete Zîlan, Bendîmahî und Kanîspî mit dichten Wäldern bedeckt und das Zuhause Tausender verschiedener Pflanzenarten. Mit der Abholzung der Wälder, dem Bau von Wasserkraftwerken und Staudämmen wurden Naturkatastrophen regelrecht eingeladen. Jedes Jahr kommt es seitdem immer wieder zu Überschwemmungen.
Allein im Kreis Şax werden 15 neue Staudammprojekte errichtet. In Erdîş werden in der Zîlan-Schlucht vier Wasserkraftwerke gebaut. In Bêgirî…
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Türkei setzt Wasser als Waffe ein
NRZ / Jan Jessen, 17.07.2020.





Mit Tanklastern versuchen Hilfsorganisationen derzeit, die Menschen im Nordosten Syriens mit Wasser zu versorgen. Foto: RIC





EssenDas Wasserwerk Allouk versorgt Hunderttausende Menschen in Nordost-Syrien. Seit der türkischen Invasion im Oktober stockt die Versorgung. Menschenrechtler und Hilfsorganisationen werfen der Türkei vor, die Menschen im Nordosten Syriens bewusst von einer ausreichenden Wasserversorgung abzuschneiden. Mindestens 700.000 Menschen, darunter zahlreiche Binnenflüchtlinge leiden seit Monaten unter extremer Wasserknappheit, in der Hitze des syrischen Sommers spitzt sich die Situation zu. Nach der dritten türkischen Invasion in Nordsyrien im Oktober vergangenen Jahres besetzten die türkische Armee und die mit ihr verbündeten islamistischen Söldnertruppen im Zuge der Operation „Friedensquelle“ einen etwa 120 Kilometer breiten und 30 Kilometer tiefen Streifen östlich des Euphrat, in dem auch das…

Russland und China legen erneut Veto gegen Verlängerung von Syrien-Hilfen ein

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AFP / 10. Juli 2020 Russland und China haben im UN-Sicherheitsrat erneut ihr Veto gegen eine Verlängerung der grenzüberschreitenden humanitären Hilfen für die syrische Bevölkerung eingelegt. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen stimmten am Freitag 13 Ratsmitglieder für den von Deutschland und Belgien eingebrachten Resolutionsentwurf. Moskau und Peking legten jedoch zum zweiten Mal binnen drei Tagen ihr Veto ein. Das grenzüberschreitende Hilfsprogramm für Millionen von schwer unter den Folgen des Bürgerkriegs leidenden Syrern läuft nach bisherigem Stand an diesem Freitag aus. Deutschland, das derzeit für einen Monat den Vorsitz des Sicherheitsrats innehat, bemüht sich deshalb fieberhaft um einen Kompromiss, um die Fortsetzung der Hilfen zu ermöglichen. Ein Diplomat, der anonym bleiben wollte, sprach von einem "Showdown" der Verhandlungen, der sich hinziehen könnte. Ein weiterer Diplomat erklärte, falls die Vereinbarung erst in ein paar Tagen erneuert werde, sei…

Besuch bei der Frauenstiftung WJAS und Avahî-Baustelle

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Evîn Azad hat die Frauenstiftung WJAS und die Baustelle eines Gesundheitszentrums in Qamişlo besucht und schildert ihre Eindrücke.
EVÎN AZAD / QAMIŞLO, 12. Juli 2020.
Endlich ist mein Besuch bei der „Stiftung der freien Frau in Syrien“ (WJAS) und der Baustelle des neuen Gesundheitszentrums in Qamişlo zustande gekommen. Ich habe bereits im November 2019 vor meiner Abreise nach Rojava Kontakt zu den Freund*innen von Avahî aufgenommen, die mir von ihrer Arbeit erzählt haben.
Seit über zwei Jahren bereitet Avahî den Bau eines Gesundheitszentrums für Rojava im Kanton Cizîrê vor – in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung WJAS. Avahî ist ein Baukollektiv, dessen ursprüngliche Idee es war, mit den Menschen aus Rojava gemeinsam Bauprojekte zu planen und dann in großen Gruppen kollektiv nach Rojava zu reisen und gemeinsam zu bauen.  www.avahi.noblogs.org
2018 konnten zwei Delegationsreisen stattfinden, um den Bau vorzubereiten. Doch aufgrund der strengen Einreisebesc…

1300 Familien nach Şengal zurückgekehrt

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Nach Angaben des Şengal-Rats sind in den letzten zwei Monaten mehr als 8.000 Menschen aus Lagern in verschiedenen Regionen Kurdistans in ihre Heimat zurückgekehrt. 
ANF / ŞENGAL, 10. Juli 2020.
In den vergangenen zwei Monaten sind etwa 1300 ezidische Familien aus Lagern in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak (Südkurdistan) und anderen Regionen Kurdistans in ihre Heimat Şengal zurückgekehrt. Das seien mehr als 8.000 Personen, sagte Îdo Şekir, Sprecher des Komitees des Autonomierats von Şengal, das sich um die Belange der Rückkehrenden kümmert. „Dass die Menschen in ihre früheren Wohngebiete zurückkehren, ist eine starke Antwort auf den sogenannten IS, der in Şengal einen Genozid verübte“, so Şekir. Bisher sollen rund 50.000 Menschen seit Beginn des Genozids zurückgekommen sein. 20.000 Menschen haben die Region nie verlassen.
Am 3. August 2014 wurde das ezidische Volk mit dem Einfall der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in ihrem Hauptsiedlungsgebie…

Landwirtschaftskooperative in Tirbespiyê

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Vor fünf Jahren haben vier Frauen eine landwirtschaftliche Kooperative in Tirbespiyê gegründet. Heute arbeiten dort vierzig Frauen, die Kooperative deckt einen großen Teil des Bedarfs an Gemüse in der nordsyrischen Region. 
ANF / TIRBESPIYÊ, 10. Juli 2020.

Die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien fördert viele Projekte zur Steigerung der lokalen Produktion und der ökologischen Landwirtschaft. Eines dieser Projekte ist vor fünf Jahren von vier Frauen in Tirbespiyê gestartet worden. Das örtliche Wirtschaftskomitee stellte den Frauen ein Stück Land zur Verfügung, auf dem sie in neun Gewächshäusern Gemüse anbauten. Die Arbeit wurde immer mehr ausgeweitet, innerhalb von fünf Jahren haben die Frauen 2500 Bäume gepflanzt und die Anzahl der Gewächshäuser auf 22 erhöht.

Die Kooperative liegt an der Hauptverkehrsstraße in der Region Cizîrê und ist zu einem ständigen Anlaufpunkt für die in der Gegend lebenden Menschen geworden. Das angebaute Gemüse wird zu günstigen Pr…
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Syrien: Wenn Hilfe abläuft 10.07.2020
Austragungsort der Machtspiele: Der UN-Sicherheitsrat. (Foto: Bernd Untiedt, CC BY-SA 3.0) Russland und China blockieren eine UN-Resolution zur humanitären Hilfe in Syrien. Das verschlimmert die Lage vor Ort weiter – und zeigt das Versagen der UN. Von Anita Starosta
Am heutigen Freitag läuft die UN-Resolution 2165/2449 aus. Sie regelt seit sechs Jahren die grenzüberschreitende humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen für die vom Krieg betroffene Bevölkerung in Syrien – knapp sechs Millionen Menschen. Die Resolution ist der letzte völkerrechtlich bindende Mechanismus, der den Zugang von UN-Hilfsgütern in die Region sichert. Doch schon drei Tage vor ihrem Ablauf kündigten Russland und China ihr Veto gegen eine an. Ihrem Willen nach soll allein ein Grenzübergang im Nordwesten Syriens offen bleiben – lange nicht gen…