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Es werden Posts vom Januar, 2020 angezeigt.

Koca: Kriegspolitik führt zu Anstieg von Feminizid

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Die Kriegspolitik und Wirtschaftskrise in der Türkei haben drastische Folgen für Frauen und hinterlassen auch bei Kindern ihre Spuren. Die gesellschaftliche Militarisierung ist auf dem Vormarsch, die Zahl der Feminizide steigt rasant.
ANF / ANKARA, 28. Jan. 2020.
In der Gesellschaft der Türkei lässt sich schon länger ein Anstieg von tödlicher Gewalt gegen Frauen beobachten, der sich durch alle Schichten zieht. Frauenrechtsorganisationen machen neben der Wirtschaftskrise vor allem die unsoziale und auf Krieg ausgerichtete Politik des Erdogan-Regimes für den beispiellosen Anstieg an Feminiziden verantwortlich. Frauen leben aufgrund des nationalistischen, militaristischen und sexistischen Klimas in einer Gewaltspirale aus sexueller und häuslicher Gewalt, wirtschaftlicher Unterdrückung und psychologischer Erniedrigung. Allein im letzten Jahr wurden in der Türkei mindestens 474 Frauen ermordet. In fast allen Fällen stammte der Täter aus dem engsten Bekanntenkreis…

Camp Hol: Ezidisches Kind aus IS-Gefangenschaft befreit

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Im nordostsyrischen Camp Hol ist ein ezidisches Kind aus der IS-Gefangenschaft befreit worden. Die Zehnjährige wurde im August 2014 aus Şengal verschleppt und seitdem als Sklavin missbraucht.
ANF / HESEKÊ, 27. Jan. 2020. Eine Zehnjährige, die im Camp Hol in Nordostsyrien von Anhängerinnen der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) als Kindersklavin gefangen gehalten wurde, ist befreit worden. Das Mädchen, Melike Saed D., überlebte den IS-Überfall auf die Şengal-Region in Südkurdistan (Nordirak) am 3. August 2014, wurde verschleppt und gewaltsam in einen IS-Haushalt nach Syrien überführt. Auch ihre Mutter und ein Bruder des Mädchens wurden entführt.
Dass es nun befreit werden konnte, ist den akribischen Recherchen der Lager-Verwaltung zu verdanken. Diese vermutet noch hunderte ezidische Frauen und Kinder im Hol-Camp, die von weiblichen Angehörigen der Terrororganisation IS als Sklavinnen gehalten werden. Nach Angaben von Mehmud Reşo aus dem …

Zukunft der Kinder im Camp Hol in Gefahr

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Insbesondere die Waisenkinder im Camp Hol leben in Perspektivlosigkeit und ohne ausreichende Betreuung. So können weder die Spuren der IS-Indoktrination noch die Traumata des Krieges wirkungsvoll bekämpft werden. 
ANF / REDAKTION, 27. Jan. 2020.
Die Lagerleitung des Camps Hol in Nordsyrien appelliert an die internationale Gemeinschaft wegen der Lage der Kinder. In dem Camp leben Tausende IS-Familien mit ihren Kindern, und die Lage ist in vielen Bereichen aufgrund der Angriffe der Türkei außer Kontrolle geraten. Die Kinder werden in die Vorstellungen des sogenannten Islamischen Staats (IS) indoktriniert. So droht eine neue Generation von Dschihadisten heranzuwachsen.
Nach Angaben der Lagerleitung leben in dem etwa 40 Kilometer westlich von Hesekê in Nordsyrien gelegenen Lager 68.223 Personen, davon sind 44.440 Kinder und Jugendliche. 18.079 der Minderjährigen stammen aus Syrien, 19.203 aus dem Irak und 7.158 aus anderen Ländern. 224 sind Waisen, 104 leben i…

Nordostsyrische Autonomieverwaltung tagt zur Wirtschaftskrise

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Die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien hat eine Sitzung zur Wirtschaftskrise einberufen. Beschlossen wurde die Preisstabilität von Brennstoffen und Brot. Darüber hinaus soll vor allem die regionale Produktion gefördert werden. 
ANF / AMÛDÊ, 20. Jan. 2020.
Die Ko-Vorsitzenden des Exekutivrats der Autonomieverwaltung, Abid Hamid al-Mihbash und Bêrivan Xalid, sind in Amûdê mit Vertreterinnen und Vertretern der sieben Regionen in Nord- und Ostsyrien zusammengetroffen, um über die wirtschaftliche Lage zu beraten. In Syrien herrscht seit Monaten eine Wirtschaftskrise, die sich auch auf die Autonomiegebiete im Norden und Osten des Landes auswirkt.
Nach der nicht öffentlichen Sitzung trat Abid Hamid al-Mihbash vor die Presse, um die Ergebnisse zu erläutern. Demnach wird die Autonomieverwaltung die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln mit Tee, Zucker, Reis, Öl und Milch für Kinder unterstützen. „Diese Nahrungsmittel werden der Bevölkerung zu einem angemessen…

1.500 Dschihadistenfamilien in Serêkaniyê angesiedelt

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Die Siedlungspolitik der Türkei in den besetzten Gebieten in Nordsyrien nimmt Fahrt auf. 1.500 Familien von Dschihadisten wurden bereits in der besetzten Stadt Serêkaniyê angesiedelt. 
ANF / HESEKÊ, 22. Jan. 2020.
Seit dem 9. Oktober greift der türkische Staat nordsyrische Städte an. Trotz eines mit Russland geschlossenen Waffenstillstandsabkommens terrorisiert der türkische Staat die Bevölkerung mit Artillerieangriffen und vertreibt die ursprünglichen Einwohner*innen der Region. Anstelle der vertriebenen Bevölkerung werden die Familien der SNA-Söldner angesiedelt. Die von der Türkei kommandierte sogenannte „Syrische Nationalarmee” (SNA) ist ein Bündnis aus dschihadistischen und rechtsextremen Gruppierungen die teilweise, wie der Al-Qaida-Ableger Ahrar al-Sham, auch international als Terrororganisationen verfolgt werden. Die Familien dieser Dschihadisten aus Idlib, Homs, Cerablus, Bab, Azaz und Ghouta werden im gesamten besetzten Gebiet angesiedelt.
1.500 Dsc…

Zweite Gruppe Flüchtlinge aus Idlib erreicht Minbic

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Mit Hilfe der QSD konnten hundert weitere Flüchtlinge aus Idlib nach Minbic gebracht werden.
ANF / MINBIC, 24. Jan. 2020.
Trotz der türkischen Invasion und ausbleibender humanitärer Hilfe für Nord- und Ostsyrien zeigt sich die Region solidarisch mit den Schutzsuchenden aus Idlib. Eine weitere hundertköpfige Gruppe von Schutzsuchen erreichte nun das selbstverwaltete Minbic. Die vor den Angriffen des syrischen Regimes und Russlands fliehenden Menschen wurden von den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) über den Grenzfluss Sacur geleitet und werden vor Ort untergebracht. Die Flüchtlinge berichten von Zwangsrekrutierungen und Verschleppungen von jungen Menschen auf ihrem Weg durch die von der Türkei besetzten Gebiete.

Einer der Flüchtlinge, Haytham Afyan, berichtet, sie seien vor allem vor der massiven Bombardierung geflohen. Er freue sich, nun in Nordsyrien in Sicherheit zu sein. Hakim al-Dibo berichtet, sie seien von den protürkischen Milizen an der Flucht ge…

Neuer IS-Chef in der Türkei?

Ein von den Demokratischen Kräften Syriens gefangengenommener Vertrauter des neuen IS-Chefs behauptet, der Baghdadi-Nachfolger al-Salbi befinde sich in der Türkei. Das Land am Bosporus sei schließlich „Lebensraum” der Terrormiliz. % buffere BÊRÎTAN SARYA / RIMELAN, 25. Jan. 2020. Vergangenen Oktober wurde der selbsternannte „IS-Kalif” Abu Bakr al-Baghdadi in der türkischen Besatzungszone der nordsyrischen Stadt Idlib bei einer gemeinsamen Operation der USA und den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) getötet. Lange wurde gerätselt, wer sein Nachfolger ist. Zwar war schnell ein gewisser Abu Ibrahim al-Haschimi al-Quraischi als neuer Anführer der Terrormiliz präsentiert worden, seine wahre Identität wurde allerdings erst kürzlich enttarnt: der neue IS-Chef Amir Mohammed Abdul Rahman al-Mawli al-Salbi (alias Abdullah Qardash, alias Hadschi Abdullah) ist Turkmene aus der syrisch-irakischen Grenzstadt Tel Afar und studierter Theologe. Befördert durc…

Theater im Mikrokosmos Mexmûr

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Mitten in der südkurdischen Wüste macht eine Gruppe junger Schauspieler im Flüchtlingscamp Mexmûr Theater. Das Camp ist ein Mikrokosmos und wenn ein Stück herauskommt, ist das tagelang Gesprächsthema, es wird besprochen und kritisiert. 
EKIN RONI / MEXMÛR, 25. Jan. 2020.
In den neunziger Jahren verließen tausende Menschen die nordkurdischen Region Botan aufgrund der Repression des türkischen Staates. Im südkurdischen Mexmûr haben sie ein selbstverwaltetes Flüchtlingslager aufgebaut. Aus dem Lager ist eine Kleinstadt und ein Beispiel der basisdemokratischen Selbstorganisierung geworden.
Mexmûr liegt zwischen den südkurdischen Städten Hewlêr, Mosul und Kerkûk an den Hängen des Berg Karaçox. Das Camp befindet sich in einer in jeder Hinsicht schwierigen Region. Es herrscht Wüstenklima, Skorpione und Schlangen sind zahlreich. Immer wieder werden das Camp und die Umgebung vom türkischen Staat und vom IS angegriffen. Die Bevölkerung leistet gegen all diese Schwier…

„Hilfe leistet man nicht dem Aggressor, sondern den Opfern“

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Türkei Hilfen beim Bau von Unterkünften für Flüchtlinge in Nordsyrien in Aussicht gestellt. Salih Muslim (PYD) findet für dieses Vorgehen klare Worte: „Hilfe leistet man nicht dem Aggressor, sondern den Opfern.“ 
ANF / REDAKTION, 25. Jan. 2020. Die Bundesregierung prüft finanzielle Hilfen für die Türkei für den Bau von Flüchtlingsunterkünften in Nordsyrien. Das sagte Kanzlerin Merkel dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei ihrem Türkei-Besuch zu. Der kurdische Politiker Salih Muslim findet für die deutsche Unterstützung der türkischen Politik einer demografischen Neuordnung in Nordsyrien klare Worte. „Hilfe leistet man nicht dem Aggressor, sondern den Opfern“, sagte der Sprecher der PYD (Partei der Demokratischen Einheit) gegenüber Civaka Azad.
Bei ihrem Besuch in Istanbul erklärte die Bundeskanzlerin, es gehe um Möglichkeiten, die Türkei zu unterstützen bei der Versorgung von Menschen, die auf s…

Über den legendären ezidischen Kommandeur Berxwedan Tolhildan

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Eine kurze Geschichte über einen ezidischen Kämpfer, dessen Familie und Heimat in die Gefangenschaft des IS fiel: Berxwedan Tohildan wirkte maßgeblich bei der Befreiung von Şengal und der Gründung der ezidischen Widerstandseinheiten mit.
% buffe DILPAK DAĞ / ŞENGAL |ANF, 26. Jan. 2020.
Der Kommandant der Widerstandseinheiten Şengals (YBŞ) Berxwedan Tolhildan (Adnan Süleyman) fiel am 23. Januar 2015 im Kampf gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS). Er war Gründungsmitglied der YBŞ und beteiligte sich an der Rettungsaktion für die Eziden, als die YPG und HPG im syrisch-irakischen Grenzgebiet für die vom IS umzingelten Eziden einen Fluchtkorridor  freikämpften.
Tolhildan wurde im Dorf Girzerik nähe Şengal geboren. Bereits nach der Grundschule fing er an zu arbeiten, um einen Beitrag zur ökonomischen Grundsicherung seiner Familie zu leisten. Bis vor den Ereignissen am 3. August 2014, als der IS die Eziden in Şengal angriff, war Tolhildan bei der…
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Der Kampf um Kobanê ist nicht vorbei Vor fünf Jahren wurde Kobanê vom IS befreit. Heute droht der Region in Nordsyrien eine Besatzung durch die Türkei. 
ANF / KOBANÊ, 26. Jan. 2020.
Am 26. Januar 2015 wurde Kobanê befreit. Der Kampf um die Stadt ist zum Symbol des Kampfes gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) geworden. Mittlerweile sind fünf Jahre vergangenen, seit die Islamisten ihre erste Niederlage einstecken mussten und aus der nordsyrischen Stadt vertrieben wurden. Dort war am 19. Juli 2012 die demokratische Autonomie ausgerufen worden. Durch eine friedliche Revolution konnte die Kontrolle über die Stadt gewonnen werden und die Revolution von Rojava breitete sich aus.
Am 13. September 2014 wurde die Stadt vor den Augen der internationalen Gemeinschaft mit türkischer Schützenhilfe von der Terrormiliz umzingelt und auf barbarische Weise angegriffen. Innerhalb weniger Tage wurden knapp 300 Dörfer vom IS eingenommen. Der Angriff löste eine…

Til Temir: „Die Sicherheitszone ist eine Lüge“

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Das Haus von Fatma Ahmed in einem kleinen Dorf bei Til Temir ist von türkischen Granaten getroffen worden. Die Mutter von neun Kindern lebt jetzt in einem Zelt. Das Gerede über eine Sicherheitszone in Nordsyrien betrachtet sie als verlogen. 
ANF / TIL TEMIR, 26. Jan. 2020.
Die Türkei und ihre islamistischen Proxys begehen in Nord- und Ostsyrien weiter Kriegsverbrechen. Die Bevölkerung der Region leistet Widerstand dagegen.
Fatma Ahmed kommt aus dem Dorf Um El Kêf bei Til Temir. Ihr Haus wurde bei den türkischen Angriffen stark beschädigt. Die Familie flüchtete in das benachbarte Dorf Til Fêda. Dort lebt Fatma Ahmed jetzt mit ihren neun Kindern in einem Zelt. Um nach ihrem Haus zu sehen, ist sie in ihr Dorf zurückgekehrt. Die Wände sind durch Granaten zerstört worden.
Die Debatte um eine Sicherheitszone und den Schutz von Flüchtlingen betrachtet Fatma Ahmed als eine große Lüge: „Mein Haus wurde von den Besatzern bombardiert. Wir mussten fliehen. Jetzt lebe…

Türkei baut Mauer zwischen Kobanê und Girê Spî

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Der türkische Staat hat mit dem Bau einer Mauer zwischen Kobanê und Girê Spî in Nordsyrien begonnen.
ANF / REDAKTION, 26. Jan. 2020.
Die Türkei hat mit dem Bau einer Mauer im Westen von Girê Spî (Tall Abyad) begonnen. Die Nachrichtenagentur ANHA hat Aufnahmen davon veröffentlicht. Die Mauer führt in 15 Kilometern Entfernung von Girê Spî durch die Dörfer Kendalê und Celebê, die einen Kilometer vor der türkischen Grenze liegen.
Die Region ist im Oktober vergangenen Jahres von der Türkei besetzt worden. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde vertrieben, an ihrer Stelle werden Dschihadisten angesiedelt. Die Schulen in den besetzten Dörfern sind in Militärstützpunkte umgewandelt worden. Der Mauerbau ist Teil der türkischen Expansionspläne, für die Bundeskanzlerin Merkel am Freitag in Istanbul Unterstützung signalisiert hat.
Auch im vor zwei Jahren von der Türkei besetzten Efrîn ist im April 2019 mit dem Bau einer Mauer begonnen worden, um das Gebiet in Nordwestsyri…
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Onkologisches Radiologie-Zentrum in Qamişlo eröffnet Um die Kompetenzen seiner medizinischen Einrichtungen zu bündeln, hat das Gesundheitskomitee der Cizîrê-Region in Qamişlo ein onkologisches Radiologie-Zentrum eröffnet. Es ist die erste Einrichtung ihrer Art in ganz Nord- und Ostsyrien.
ANF / QAMIŞLO, 26. Jan. 2020.
Das Gesundheitskomitee der selbstverwalteten Cizîrê-Region hat in der nordostsyrischen Metropole Qamişlo ein onkologisches Radiologie-Zentrum eröffnet. Das Gebäude befindet sich im zentralen Stadtteil Enteriyê hinter der Klinik für Herz- und Augenkrankheiten. Somit sind Disziplinen, die bisher an unterschiedlichen Orten in der Stadt untergebracht waren, nun zentral angesiedelt.
Radiologie ist heute mehr als einfach nur Bilder machen - durch höhere Auflösung spielen bildgebende Verfahren in vielen Fachgebieten eine Schlüsselrolle. Insbesondere aus der modernen Tumordiagnose und -therapie ist die Radiologie heute nicht mehr wegzudenke…

Irakische Truppenabzugsforderung gilt auch der Türkei

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Das irakische Parlament hat vor wenigen Tagen beschlossen, alle ausländischen Truppen müssten das Land verlassen. Die Türkei behauptet nun, dies gelte nicht für sie. 
SEYIT EVRAN / SILÊMANÎ, 19. Jan. 2020.
Nach der Tötung des Kommandanten der iranischen Revolutionsgardisten, General Soleimani, durch die USA trat das irakische Parlament auf Druck der irannahen Schiiten und der Miliz Hashd al-Shaabi sowie des Iran zusammen und beschloss den Abzug jeglicher ausländischen Kräfte aus dem Land. Dieser Beschluss gilt für alle ausländischen Truppen, auch wenn die irannahen Kräfte die Entscheidung so darstellen wollen, als bezöge sie sich alleine auf die USA. Der zurückgetretene, aber kommissarisch immer noch im Amt befindliche Ministerpräsident Adel Abd al-Mahdi verlangte von den USA eine Roadmap für ihren Abzug aus dem Irak. Aufgrund der entstandenen Unsicherheit unterbrachen die USA und die Anti-IS-Koalition im Hinblick auf einen möglichen Angriff des Irans im Ira…

Trotz Vertreibung aus Efrîn - selbst organisiertes Leben!

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Zwei Jahre danach: Der Efrîn-Widerstand geht weiter Vor zwei Jahren begann die türkische Invasion in Efrîn. Nach 58 Tagen Widerstand gegen die zweitgrößte NATO-Armee wurde der Rückzug beschlossen, Hunderttausende Menschen flüchteten nach Şehba. Der Kampf gegen die Besatzer geht auch heute noch weiter. 
ARAM HISÊN / HÎVDA HEBÛN aus ŞEHBA, 18. Jan. 2020.


Vor zwei Jahren, am 20. Januar 2018, griff der türkische Staat Efrîn an. Die Invasion stieß auf den Widerstand der Verteidigungseinheiten YPG/YPJ und der Bevölkerung der im Nordwesten Syriens gelegenen Region. Die Türkei bombardierte Wohngebiete und tötete Hunderte Zivilisten, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. Im ersten Monat der Besatzungsoperation kamen 176 Menschen aus der Zivilbevölkerung ums Leben, im zweiten Monat 232. Über 1000 Menschen wurden verletzt.
Evakuierungsbeschluss
Jeden Tag starben Menschen und die Weltmächte schwiegen. Am 16. März 2018 entschieden die Autonomieverwaltung und die …

Idlib: Widerstand gegen Islamisten, Widerstand gegen Assad!

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Bericht aus Syrien
vom 16. Januar 2020 Erst HTS, dann Assad! Das neue Jahr ist noch jung – trotzdem überschlagen sich in Idlib bereits die Ereignisse. Unser Partner Raed Abu Rabia hat seine Eindrücke der letzten zwei Wochen aufgeschrieben.


Ein Wandgemälde in Idlib

Raed Abu Rabia ist der leitende Redakteur der Zeitung Zaitoun, die 2013 von jungen Menschen in Saraqib gegründet wurde. In ihrer Berichterstattung legen sie das Augenmerk auf die zivilgesellschaftliche Bewegung in der Region. Viel Mut beweisen sie mit ihrer kritischen Berichterstattung über dschihadistische Milizen und andere bewaffnete Akteure. An der Tür einer Schule in Samin, einer Stadt wenige Kilometer östlich von Idlib-Stadt, hat sich Blut mit Regenwasser gemischt. Zerrissene Körper von Frauen und Kindern liegen umher. Eine Streubombe hat zur Unterrichtszeit neun Lehrerinnen und Schüler*innen an einem der ersten Morgen dieses neuen Jahres aus dem Leben gerissen. 15 weitere Menschen wurden verletzt.
Medienak…

Zwei Tischlerinnen in Raqqa

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In Raqqa haben zwei Schwestern gegen die gesellschaftliche Norm verstoßen und eine Tischlerei eröffnet. Inzwischen arbeiten sie mit acht Angestellten zusammen. Das Geschäft läuft gut. 
ANF  RAQQA, 15. Jan. 2020.
Die Schwestern Sewsen und Betul al-Hamud haben in Raqqa mit der gesellschaftlichen Vorstellung von „Männerberufen“ gebrochen und eine Tischlerwerkstatt eröffnet. Die beiden Frauen stammen aus Deir ez-Zor, die ganze Familie ist nach Raqqa gezogen. Die 22-jährige Betul lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern zusammen. Ihre zwei Jahre ältere Schwester Sewsen lebt mit ihren Kindern bei ihren Eltern. Ihr Mann wurde in Deir ez-Zor von Islamisten getötet.
Nach dem Umzug nach Raqqa suchten die Schwestern gemeinsam nach einer Arbeitsmöglichkeit und ließen sich sieben Monate in einer Schreinerei in der Nähe des Rathauses ausbilden. Die Arbeit gefiel ihnen und sie wollten sich ihren Lebensunterhalt verdienen.
Mit Unterstützung einer in Raqqa tätigen Hilfso…

Wie die nordostsyrische Autonomieverwaltung strukturiert ist

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Das politische System in Nord- und Ostsyrien ist ein einzigartiges demokratisches Projekt, das in den letzten Jahren weltweit Beachtung gefunden hat. Die Autonomieverwaltung hat auf einer Sitzung ihre Projektplanung für 2020 festgelegt.
ANF / RAQQA, 15. Jan. 2020.

In Raqqa ist am Dienstag die zweitägige Jahreshauptversammlung der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien zu Ende gegangen. An der Sitzung nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Komitees und Büros der Autonomieverwaltung sowie Mitglieder des Demokratischen Syrienrats (MSD) teil.
Das politische System in Nord- und Ostsyrien ist ein einzigartiges demokratisches Projekt, das in den letzten Jahren weltweit Beachtung gefunden hat. Obwohl seine Wurzeln in jahrzehntelanger Organisation innerhalb der kurdischen Bewegung sowie in einer breiteren Kultur kollektiver sozialer Strukturen und einer vielfältigen Demografie liegen, nahm es erstmals 2012 konkrete Formen an, als die Menschen der Region, a…