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Erster Kartoffelanbau in Hesekê

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Im Kanton Hesekê in Nordostsyrien werden zum ersten Mal Kartoffeln angebaut. Die Region verfügt zwar über die fruchtbarsten Böden des gesamten Landes, bis zur Revolution wurde die landwirtschaftliche Produktion in den kurdischen Gegenden aber behindert.   ANF / HESEKÊ, 17. Jan. 2021. Die Kartoffel ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt – im Kanton Hesekê im Nordosten von Syrien wird sie vermutlich das erste Mal überhaupt angebaut. Zwar verfügt die Region in Cizîrê über die fruchtbarsten Böden des gesamten Landes. Rojava befand sich bis 2012 jedoch in einem kolonialen Abhängigkeitsverhältnis zum syrischen Baath-Regime. Die landwirtschaftliche Produktion wurde in den kurdischen Gegenden jahrzehntelang systematisch behindert, allein der Anbau

Corona-Impfung in Rojava ab März?

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Im Autonomiegebiet Nord- und Ostsyrien ist frühestens ab März mit Impfungen gegen das Coronavirus zu rechnen. Ein Teil des von der Weltgesundheitsorganisation für Syrien vorgesehenen Impfstoffs soll nach Rojava gehen.   ANF / REDAKTION, 16. Jan. 2021. Im Autonomiegebiet Nord- und Ostsyrien könnte frühestens im März eine Impfkampagne gegen die Corona-Pandemie beginnen. Das teilt Dr. Michael Wilk nach Rücksprache mit dem Kurdischen Roten Halbmond (Heyva Sor A Kurd) in Rojava mit. Laut Heyva Sor will die WHO nach März mit der Verteilung des Impfstoffs in Syrien beginnen. Ein Teil des Impfstoffs soll auch nach Nordostsyrien kommen. Welcher Impfstoff verwendet werden wird, ist noch nicht klar, ebenso wenig, ob die Menge des Impfstoffs ausreicht, eine relevante Menge an Menschen zu impfen. In Nordostsyrien sind bisher 284 mit dem neuartige

Chomsky: Die Revolution von Rojava ist ein Wunder

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Der US-amerikanische Linguist Noam Chomsky hat in einem Seminar an der Universität Rojava auf den Wert der Revolution in Nord- und Ostsyrien hingewiesen und die Existenz von Rojava als Wunder bezeichnet, das weltweit gesehen werden muss.   ANF / QAMIŞLO, 16. Jan. 2021. Am Institut für Sozialwissenschaften an der Universität Rojava in Qamişlo hat am Freitag das Einführungsseminar in der Vorlesungsreihe „Rojava Freedom“ stattgefunden. Die Veranstaltung fand im Konferenzsaal der landwirtschaftlichen Fakultät statt und wurde live übertragen. Hauptredner war der US-amerikanische Linguist, Kapitalismus- und Globalisierungskritiker Noam Chomsky, der über Zoom an dem Seminar teilnahm. Chomsky ging auf die schwierige Situation in Rojava ein und sagte, die wichtigste Frage sei im Moment, wie die mit Zustimmung der USA erfolgenden Angriffe der

Wut und Empörung nach Verhaftung von Melek Ipek

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Die 31-jährige Melek Ipek aus Antalya, die zur Selbstverteidigung ihren gewalttätigen Ehemann erschossen hat, ist verhaftet worden. Landesweit sind Frauen empört und fordern mit einer Petition ihre umgehende Freilassung.   ANF  / ANTALYA, 11. Jan. 2021. Die 31-jährige Melek Ipek aus Antalya, die zur Selbstverteidigung ihren gewalttätigen Ehemann erschossen hat, ist verhaftet worden. Ein Gericht in der südtürkischen Küstenprovinz erließ am Samstag Haftbefehl, woraufhin die zweifache Mutter in das L-Typ-Gefängnis im Kreis Döşemealtı überstellt wurde. Diese Entscheidung löste landesweit einen Aufschrei der Wut und Empörung unter Frauen aus. Zahlreiche Organisationen für die Rechte von Frauen und Mädchen, Menschenrechtsgruppen und Initiativen rufen zur Unterstützung einer Petition zur Freilassung von Melek Ipek auf. Der Vorfall ereign

Camp Hol: Sechs Morde an zwei Tagen

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  Im nordostsyrischen Camp Hol sind innerhalb von zwei Tagen sechs Schutzsuchende ermordet worden. Hinter den Morden werden IS-Zellenstrukturen vermutet.   ANF / HESEKÊ, 7. Jan. 2021. Im Lager Hol (al-Haul) bei Hesekê im Nordosten Syriens sind innerhalb von zwei Tagen sechs Schutzsuchende ermordet worden. Camp-Verantwortliche vermuten Zellenstrukturen der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) hinter den Morden vom Montag und Mittwoch. Eine Kommission der inneren Sicherheitskräfte (Asayisch) ermittelt und fahndet nach den Tatbeteiligten. Bei den Mordopfern handelt es sich nach Angaben des Gesundheitszentrums von Heyva Sor a Kurd um drei syrische und drei irakische Bewohnerinnen und Bewohner des Camps: Ibrahim Okla Sattam aus Syrien, seine irakische Ehefrau Aida Muhammad Awad und deren Bruder Ayyad Muhammad Awad, Samia Abdullah

Ezidin nach über sechs Jahren IS-Gefangenschaft wieder frei

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  Nach dem fluchtartigen Rückzug der PDK-Peschmerga aus der ezidischen Region Şengal ist die Ezidin Asîma Casim Xidir rund sechseinhalb Jahre vom IS gefangengehalten worden. Nun ist sie wieder frei und berichtet von ihrem Martyrium.   ANF / HESEKÊ, 6. Jan. 2021. Die neunzehnjährige Ezidin Asîma Casim Xidir stammt aus dem Dorf Berberoj in Şengal. Sie lebte dort mit ihrer Familie, sechs Schwestern und drei Brüdern. Am 4. August 2014 wurde sie nach dem Rückzug der PDK-Peschmerga aus dem ezidischen Siedlungsgebiet von der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat” (IS) gefangen genommen. Fast sechseinhalb Jahre lebte Xidir unter Folter und Schrecken als Sklavin und schließlich unter IS-Frauen im Camp Hol. Vor zwei Tagen nahm sie Kontakt mit dem Asayîşa Jin

Kinder des Krieges: Vergessen und versteckt

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aus: FÜR VIELFALT, Zeitschrift der "Gesellschaft für bedrohte Völker" Nr. 321, von Lina Stotz. Bei der Filmpremiere von „Geliebt und geächtet“ in Bielefeld im September 2019 diskutieren Zuschauende die zentrale Frage: „Wie können wir in unserer Mitte Kinder aufnehmen, die die Religion unserer Verfolger haben?“  Foto: Niels Keilhack/GfbV Sie sind die jüngsten Opfer von Kriegen und Genoziden. Es gibt sie auf der ganzen Welt und dennoch werden sie vergessen oder versteckt. Sie sind unschuldig und werden trotzdem zu Täter*innen gemacht: Kinder des Krieges, also Kinder, die in Vergewaltigungen in Konflikten gezeugt wurden. Die GfbV nimmt sich der Thematik aus dringendem Anlass seit 2019 an.   Von Lina Stotz Es ist Ende April 2019. Mich und meine Kolleg*inne