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Zivilgesellschaft von Şengal: Schritte für Neuaufbau notwendig

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Zum Jahrestag des IS-Genozids fordern Vertreter:innen von 21 Organisationen der Zivilgesellschaft von Şengal die internationale Gemeinschaft auf, Schritte zum Auffinden der Verschwundenen und zum Aufbau der Şengal-Region einzuleiten.   ANF / ŞENGAL, 3. Aug. 2022. Im Gedenken an den Beginn des IS-Genozids an der ezidischen Bevölkerung in der Şengal-Region vor acht Jahren versammelten sich Verteter:innen der organisierten Zivilgesellschaft in Sinûn. Nach einer Schweigeminute wurden Kerzen im Gedenken an die Todesopfer angezündet. „ 2.882 Ezid:innen sind immer noch verschwunden“ In einer gemeinsamen Erklärung der Organisationen heißt es: „Es sind acht Jahre seit dem Genozid vergangen, aber seine Auswirkungen dauern fort. 2.882 Ezid:innen sind immer noch verschwunden, es wurden von 82 Massen

„Es war unmöglich, nicht wütend zu werden“

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Die kurdische Journalistin Berfin Hêzil dokumentierte, wie die Peschmerga der PDK am 3. August 2014 die ezidische Bevölkerung schutzlos dem IS überließen. Sie sagt: „Es war unmöglich, nicht wütend zu werden.“   ANF / REDAKTION, 3. Aug. 2022. Berfin Hêzils Filmaufnahmen, wie sie die PDK-Peschmerga auf ihrem fluchtartigen Rückzug vor dem IS aus der Şengal-Region am 3. August 2014 zur Rede stellt, gingen als Ausdruck des „Verrats der PDK“ um die Welt. Nachdem der IS am 10. Juni 2014 Mossul, die zweitgrößte Stadt des Irak, ohne jeglichen Widerstand erobert hatte, wandte er sich im August desselben Jahres der ezidischen Region Şengal zu. Die etwa 20.000 Peschmerga der PDK überließen am 3. August die Bevölkerung, nachdem sie sie entwaffnet hatten, schutzlos dem IS und zogen sich, ohne einen Sch

YBŞ zum 8. Jahrestags des Genozids in Şengal

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Acht Jahre nach dem IS-Massaker in Şengal sind Schmerz und Wut ungebrochen. Die YBŞ weisen auf die andauernde Bedrohung durch den türkischen Expansionismus hin und erklären, die ezidische Gemeinschaft gegen alle Angriffe zu verteidigen.   ANF / ŞENGAL, 3. Aug. 2022. Vor acht Jahren, am 3. August 2014, begann mit dem Überfall der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) der Genozid und Femizid am ezidischen Volk und den Frauen in Şengal. Die Generalkommandantur der YBŞ (Widerstandseinheiten Şengals, ku. Yekîneyên Berxwedana Şengalê) hat zu diesem Anlass eine Erklärung veröffentlicht, in der sie an die Gefallenen des damaligen Widerstands erinnert und auf die aktuelle Situation eingeht. Der nach dem IS-Massaker gegründete Militärverband erklärt, Şengal und seine Bevölkerung weiter gegen

Kobanê macht den Anfang: Kurse für Nothilfe im Krieg

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Das nordostsyrische Gesundheitskomitee bietet im Rahmen einer Notstandsverordnung der Autonomieverwaltung Kurse für lebensrettende Sofortmaßnahmen und weiterführende Erste-Hilfe-Lehrgänge an.   ANF / KOBANÊ, 31. Juli 2022. Bei kriegsbedingter Instabilität oder in Krisengebieten greifen konventionelle Rettungsstrukturen oftmals nicht mehr. Tritt dann ein medizinischer Notfall ein, fehlt häufig die nötige Infrastruktur zur Versorgung von Verletzten, und es kann nicht auf die klassischen Rettungskräfte zugegriffen werden. Deshalb sind helfende Hände vor Ort gefragt. Das Gesundheitskomitee von Nord- und Ostsyrien bietet der Bevölkerung daher Kurse für lebensrettende Sofortmaßnahmen und weiterführende Erste-Hilfe-Lehrgänge an. Die Aus- und Weiterbildung soll die Teilnehmenden befähigen, Verwunde

Protest gegen Waldzerstörung in Kurdistan als Kriegspolitik

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In Kurdistan werden einmalige Berglandschaften durch die systematische Rodung der Wälder in Wüsten verwandelt. Die Naturzerstörung ist Teil der staatlichen Kriegspolitik, erklärten kurdische Politikerinnen bei einer Protestaktion in Şirnex.   ANF / ŞIRNEX, 31. Juli 2022. Politiker:innen der Parteien HDP und DBP und Aktivist:innen der Frauenbewegung TJA haben in der Provinz Şirnex (tr. Şırnak) gegen staatlich angeordnete Raubrodung in Kurdistan protestiert. Die Umwelt wird durch den Bergbau, Staudämme, Wasserkraftwerke, Sandgruben und Brandstiftungen durch das türkische Militär massiv geschädigt. Neben gelegten Waldbränden finden in den bergigen Regionen Cûdî, Gabar und Besta aus „Sicherheitsgründen“ massive Rodungsarbeiten statt. Die Berglandschaften mit ihrer einmaligen Natur werden so in eine Wüste verwandelt. Um dagegen zu prote

Frauenkonferenz in Bagdad zum Femizid in Şengal 2014

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Frauenkonferenz in Bagdad zum Femizid in Şengal 2014 In Bagdad hat eine internationale Frauenkonferenz zum Genozid und Femizid in Şengal stattgefunden. Auf der Konferenz wurde die Aufarbeitung des IS-Massakers von 2014 und die Einbeziehung von ezidischen Frauen in alle Entscheidungsprozesse gefordert.   ANF / BAGDAD, 31. Juli 2022. In Bagdad hat am Samstag eine internationale Frauenkonferenz zum Genozid und Femizid in Şengal stattgefunden. Die Konferenz war eine Folgeveranstaltung des Symposiums der ezidischen Frauenbewegung TAJÊ (Tevgera Azadiya Jinên Êzidî) im Februar in Şengal, bei dem Frauen aus dem Irak eine Zusammenarbeit im Kampf gegen Femizid und Massaker beschlossen hatten. Zum Abschluss der Konferenz in Bagdad wurde eine gemeinsame Deklaration verabschiedet, in der da
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„Unsere Aufgabe ist nicht vorbei“. Die Kriegsversehrten in Rojava Die Kriegsversehrten gelten in Rojava als Quelle der Kraft und Motivation, für die Revolution weiterzukämpfen.   BARIŞ BALSEÇER / REDAKTION, 31 Juli 2022. Die Revolution von Rojava hat zehn Jahre Kampf hinter sich gelassen. Der Aufbau dieser Revolution und ihre Verteidigung sind vor allem auch dem Widerstand von unzähligen Gefallenen und Versehrten zu verdanken. Praktisch jede Straßenecke hat ihre Gefallenen der Revolution. Eine der Versehrten der Rojava-Revolution ist Sorxwîn Koçer. Sie stammt aus dem nordkurdischen Sêrt (tr. Siirt) und schloss sich 2014 unter dem Eindruck der Angriffe auf Kobanê dem Kampf an. Sorxwîn Koçer erzählt über ihren Weg zur Revolution: „Der Krieg in Rojava, der Widerstand unseres Volkes i