Offensive gegen Kinderehen in Nordsyrien

In Nordsyrien ist eine Kampagne gegen Kinderehen gestartet worden. Bei Aktivitäten in Hesekê und Tabqa wurde die Verheiratung im Kindesalter als großes gesellschaftliches Problem bezeichnet.

ANF, HESEKÊ / TABQA, 23. Sept. 2018.

Frauen haben in Nordsyrien den Kampf gegen Kinderehen aufgenommen. Als erste Schritte der Kampagne gegen die Verheiratung Minderjähriger wurde in Hesekê von der Einheit junger Frauen (Yekîtiya Jinên Ciwan, YJC) eine Presseerklärung abgegeben. In Tabqa wurden Flugblätter verteilt.

Unter der Terrorherrschaft des sogenannten Islamischen Staates (IS) in Städten wie Raqqa, Tabqa und Minbic wurden Kinderehen befürwortet. Auch nach der Befreiung durch die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) setzten viele Familien diese reaktionäre Maßnahme weiter fort. Vor dem Zentrum der YJC in Hesekê versammelten sich aus diesem Grund junge Frauen und verlasen eine Presseerklärung, in der sie auf die verhängnisvollen Gefahren von Kinderehen hinwiesen und der Verheiratung im Kindesalter den Kampf erklärten. „Als junge Frauen lehnen wir Kinderehen ab“, sagte Dîlber Ahmed im Namen der YJC, „Wenn der Willen von Frauen nicht anerkannt wird, stirbt die Ehe sowieso. Wir verurteilen die Verheiratung im Kindesalter und erklären, dass wir strikt dagegen sind.“

In Tabqa verteilten Mitglieder des Frauenbüros der vor wenigen Monaten gegründeten Zukunftspartei Syriens Flugblätter gegen Kinderehen. Dabei handelte es sich um die allererste Aktivität des neu gegründeten Frauenbüros. Mit der Verteilung von Flugblättern wird bezweckt, ein Bewusstsein für die Problematik in der Bevölkerung zu schaffen.

Şehba: Bildung als erster Schritt zur Veränderung

An der Şehîd-Aziz-Ereb-Akademie im nordsyrischen Kanton Şehba werden Bildungsprogramme rund um das Thema „Aufbau einer demokratischen Gesellschaft“ angeboten. Für die Teilnehmenden öffnen sich dadurch neue Horizonte.

ANF / ŞEHBA, 21. Aug. 2018.

Ende 2016 wurde der nordsyrische Kanton Şehba von der Terrorherrschaft des Islamischen Staat (IS) und anderer vom türkischen Staat gesteuerter Milizen befreit. Als wieder Ruhe und Sicherheit in der Region einkehrten, kamen seit Anfang 2017 viele Anwohner wieder zurück. Um ihr Leben von Neuem zu organisieren und sich gegen mögliche künftige Angriffe zu wappnen, wurden lokale Räte und Kommunen gegründet.

Eines der wichtigsten Elemente des Wiederaufbaus ist die Bildungsarbeit. Neben der Organisierung ziviler Einrichtungen und Kommunen eröffnete der Kantonsrat von Şehba am 8. August 2016 in Til Rifat die Şehîd-Aziz-Ereb-Akademie.

Als die Angriffe türkeitreuer Milizen auf Til Rifat zunahmen, musste die Akademie nach Kefernaya umziehen. Dann begann jedoch die türkisch-dschihadistische Militärinvasion in Efrîn und das Gebäude wurde zum Zufluchtsort für Schutzsuchende aus dem benachbarten Kanton. Die Akademie musste ein weiteres Mal umziehen, diesmal ins Dorf Um al-Hosh. Aufgrund der neuen Situation begann die Akademieleitung, offene Bildungsprogramme anzubieten.

Bisher haben 126 Frauen und Männer an sieben geschlossenen Bildungsprogrammen teilgenommen. Die Teilnehmer*innen kamen nicht nur aus Şehba, sondern auch aus den Regionen Bab und Azaz, die weiterhin von Türkei-gestützten Milizen besetzt sind.

Nach den geschlossenen Bildungsprogrammen wurden offene Fortbildungen für jeweils 17 Tage eingerichtet. Unterrichtsthemen sind unter anderem der Aufbau einer demokratischen Gesellschaft, die Bedeutung von Bildung, Föderalismus, Kommunen und Räte, Frauengeschichte, Selbstorganisierung, Kritik und Selbstkritik sowie Selbstverteidigung.

Neben den kontinuierlichen Fortbildungen finden in der Akademie verschiedene Veranstaltungen und Seminare statt. Die Unterrichtsthemen werden ständig neu diskutiert und weiterentwickelt. Während der mehrwöchigen Bildungsprogramme organisieren die Teilnehmenden ihr Alltagsleben kollektiv.

Mehr Frauen als Männer

An den ersten Bildungsangeboten nahmen nur sehr wenige Frauen teil. Beim ersten Programm waren drei Frauen dabei, beim zweiten bereits sechs. Die Anzahl der Teilnehmerinnen nahm immer mehr zu und inzwischen sind die Frauen in der Mehrzahl.

Die Akademieleitung sieht diese Entwicklung als Hinweis auf den zunehmenden Wunsch von Frauen, an allen Bereichen des Lebens teilhaben zu können und in gesellschaftlichen Institutionen eine Rolle zu übernehmen.

Die Bildungsprogramme werden nach Gefallenen benannt. Das Programm „Barin Kobanê“ endete am 8. Juli, an dem Lehrgang nahmen 30 Personen teil. Direkt im Anschluss begann wiederum mit 30 Teilnehmer*innen das Bildungsprogramm „Avesta Xabur“.

Suheyla al-Abus ist eine von ihnen. Gegenüber der Nachrichtenagentur ANHA erklärte sie, die Fortbildung habe ihr sehr genützt: „Wir haben viel Interessantes über den seit Jahrhunderten währenden Kampf von Frauen gelernt. Mein Leben hat sich dadurch verändert. Die erste positive Entwicklung, die sich durch den Unterricht ergab, war der Sieg über die Angst und die Scham, die uns eingetrichtert werden. Hier können wir als Frauen unsere Gedanken frei äußern.“

Das Gelernte im Alltagsleben umsetzen

Für Welîd Elo ist die Bildungsarbeit hinsichtlich der gedanklichen Entwicklung wichtig: „Wir haben hier das erste Mal die Gelegenheit gefunden, kollektiv zu leben. Wir bereiten das Essen gemeinsam zu und allein das befreit einen von Einflüssen der patriarchalen Mentalität. Es ist eine wichtige Entwicklung in der Veränderung. Im Unterricht haben wir die Prinzipien Gleichheit und Demokratie behandelt. Jetzt geht es darum, sie im Alltagsleben umzusetzen.“

Fatma Oso hat eine dreijährige Tochter namens Barin. An dem Bildungsprogramm konnte Fatma trotzdem teilnehmen.

Hesen Hiso kann nicht lesen und schreiben. Mit dem Bildungsprogramm habe er einen großen Schritt gemacht, um diesen Mangel zu beheben, sagt er. Die Fortbildung hat großen Eindruck bei ihm hinterlassen: „Mich hat besonders der Unterricht über Frauengeschichte stark beeinflusst. Meine Sichtweise auf Frauen und ihre Stärke hat sich geändert. In mir ist dadurch der Gedanke entstanden, dass ich auch etwas an meiner Persönlichkeit ändern sollte.“

Jedes Bildungsprogramm endet mit einer Auswertung der Teilnehmer*innen. Die dabei geäußerte Kritik bietet der Akademieleitung die Möglichkeit, bestehende Mängel im nächsten Programm zu verbessern.

Bücherei in Efrîn-Camp in Şehba eröffnet

Im selbstverwalteten Serdem-Camp im nordsyrischen Kanton Şehba, in dem von den türkischen-dschihadistischen Besatzungstruppen vertriebene Menschen aus Efrîn leben, ist eine Bücherei eingerichtet worden.

ANF / ŞEHBA, 23. Sept. 2018.

Nach der türkischen Militärinvasion in Efrîn mussten Hunderttausende Menschen aus der Region fliehen. Ein Großteil ging in den benachbarten Kanton Şehba, wo in Eigenregie und ohne Unterstützung internationaler Hilfsorganisationen mehrere Camps errichtet wurden.

Im Camp Serdem ist vom Verband der Intellektuellen aus Efrîn nach wochenlanger Vorarbeit eine Bücherei eingerichtet worden. An der Eröffnungsfeier nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Bewegung für eine demokratische Gesellschaft (TEV-DEM) und weiterer Institutionen teil.

In der öffentlich zugänglichen Bücherei befinden sich über 2000 Bücher in kurdischer, arabischer und englischer Sprache.

Neue Autonomieräte in Nord- und Ostsyrien

Der Exekutivrat der autonomen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien bereitet sich darauf vor, in Kürze die Gründung von zehn autonomen Räten und sieben Büros bekanntzugeben.

ANF / QAMIŞLO, 21 Sept. 2018.

Die Demokratische Autonome Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens war am 6. September auf dem 3. Kongress des Demokratischen Syrienrats (MSD) in Ayn Isa bekanntgegeben worden. Dem Generalrat der Demokratisch-Autonomen Selbstverwaltung sitzen Sîham Qeyro und Ferîd Etî vor. Der Leitungsrat aus fünf Personen wurde ebenfalls bekanntgegeben.

Zu den Ko-Vorsitzenden des Exekutivrats der Selbstverwaltung wurden Bêrîvan Xalid und Abdulhamit al-Mihbash gewählt. Der Exekutivrat wurde mit dem Aufbau von zehn Räten innerhalb von 21 Tagen beauftragt. Diese Räte zielen darauf ab, die Kommunikation zwischen der Zivilbevölkerung in Nord- und Ostsyrien und der Autonomen Selbstverwaltung zu erleichtern.

Das Vorbereitungskomitee des Autonomen Selbstverwaltungsrats besteht aus 70 Mitgliedern aus verschiedenen Städten und überwacht den Aufbau der zur Selbstverwaltung gehörigen Räte. In kurzer Zeit sollen zehn Räte und sieben Büros die Verantwortung für die Aufgaben gegenüber der Bevölkerung im Bereich Selbstverwaltung, Landwirtschaft, Gesundheit und Bildung übernehmen.

Die Räte sollen außerdem auf der Ebene von Nord- und Ostsyrien für eine Koordination innerhalb der autonomen Selbstverwaltung sorgen und die von Stadt zu Stadt unterschiedlichen Steuern und Brennstoffpreise angleichen, wie auch die Probleme im öffentlichen Nahverkehr lösen.

 

 

In Nordsyrien werden Frauengesetze ausgearbeitet

YÖP Qamişlo, 22.9.2018.

Die Frauenorganisationen von Nordsyrien diskutieren die Frauen-Gesetze, welche vom Frauen – Rechtsrat entworfen wurden.

Der Frauen – Rechtsrat von Nordsyrien hat zu den Frauen-Rechten 36 Paragraphen ausgearbeitet und in Form einer Broschüre an Kongra Star, an die Ko-Vorsitzenden der Region Cizir, an die verschiedenen Frauenräte und an die Rechtsanwältinnen verteilt. Um diese zu diskutieren, fand im Gebäude des Justizgebäudes von Qamişlo eine Versammlung statt. Ein Paragraph nach dem anderen wurde vorgelesen und debattiert. Entsprechend den Meinungen und Änderungs-Vorschlägen wurden sie neu geschrieben.

Wenn die 36 Paragraphen des Frauenrechts dann vom Gesetzgebenden Rat des Kantons Cizir in Endfassung abgestimmt sind, werden sie der Autonomen Verwaltung von Nord- und Ostsyrien vorgelegt.

Gegen Verheiratung von Mädchen im Kindesalter

YÖP Hesekê / Tabqa, 22.9.2018.

In Nordsyrien haben Frauen eine Kampagne begonnen unter der Parole “Alle zusammen wollen wir die Verheiratumg im Kindesalter stoppen!” In Hesekê gab die Frauen-Organisation ‘Yekîtiya Jinên Ciwan’ eine Presse-Erklärung gegen die Kinderheirat heraus. In Tabqa wurden dazu Flugblätter verteilt. „Gegen Verheiratung von Mädchen im Kindesalter“ weiterlesen

Pressemitteilung von ADOPT A REVOLUTION

PM: Idlib-Offensive – das kann die Bundesregierung tun

14. September 2018 von Ferdinand Dürr

Pressemitteilung zum Besuch des russischen Außenministers Lawrow in Berlin

Friedenspolitische Offensive der Bundesregierung aufgrund neuer Eskalation in Syrien gefordert / Zivile Partnerorganisationen in Idlib aktiv gegen Dschihadisten / Ohne offene Fluchtwege droht Blutbad im Nordwesten Syriens

Berlin, 14. September 2018. Angesichts des heutigen Besuchs von Sergej Lawrow, dem russischen Außenminister, in Berlin fordert die deutsch-syrische Menschenrechtsorganisation Adopt a Revolution intensiven diplomatischen Druck auf Russland, um ein Blutbad in Idlib abzuwenden. Nicht erst im hypothetischen Fall eines Angriffs mit Chemiewaffen dürfe die Bundesregierung handeln: „Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung keinerlei nicht-militärische Anstrengungen unternimmt, die bevorstehende humanitäre Katastrophe in Idlib zu verhindern, aber die Bundeswehr bereits Angriffsszenarien durchspielt“, so Elias Perabo, Geschäftsführer von Adopt a Revolution.

Zur Abwendung einer militärischen Offensive auf Idlib fordert Adopt a Revolution die Bundesregierung auf, sofort folgende Maßnahmen zu ergreifen:

1. Formulierung unumstößlicher Bedingungen für eine finanzielle Beteiligung am Wiederaufbau in Syrien: Wie vor wenigen Wochen Russlands Präsident Wladimir Putin, wird Lawrow heute Wiederaufbauhilfe durch die EU einfordern. Die Bundesregierung muss diese verbindlich zurückweisen bis bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Dazu muss gehören, dass Russland die Offensive auf Idlib verhindert und eine Strafverfolgung von in Syrien begangenen Kriegsverbrechen ermöglicht. Erst wenn die Täter schwerster Kriegsverbrechen, darunter Verantwortliche für den Einsatz von Giftgas, sich vor internationalen Gerichten verantworten müssen, darf eine Finanzhilfe in Betracht gezogen werden.

2. Syrien-bezogene Sanktionen gegen Russland prüfen. Bei vergangenen Militäroffensiven, etwa auf Aleppo oder Ost-Ghouta, hat sich das russische Militär selbst an Kriegsverbrechen beteiligt, etwa der systematischen Zerstörung von Krankenhäusern. Die Bundesregierung sollte umgehend zusätzliche Sanktionen prüfen, etwa gegen den staatlichen russischen Waffenproduzenten Rosoboronexport, der mit Waffenlieferungen an das Assad-Regime Beihilfe zu Kriegsverbrechen leistet.

3. Beitrag zu einer Schutzzone in Syrien. Jenseits von präventiven Maßnahmen, um die Offensive auf Idlib noch abzuwenden, müssten Deutschland und die EU Maßnahmen ergreifen, um Zivilisten in Syrien Sicherheit zu bieten. Anders als bei vergangenen Angriffen, steht den Menschen in Idlib keine inländische Fluchtoption mehr zur Verfügung. Auf Initiative Deutschlands muss der Europäische Rat dafür Sorge für die Einrichtung einer überwachten Schutzzone im Norden Syriens tragen. Hierfür muss die Bundesregierung eigene Beiträge anbieten.

4. Sicherstellung einer sicheren Fluchtoption für die Bevölkerung. Aufgrund der geographischen Lage müssen Bundesregierung und EU massive Anstrengungen unternehmen, um die Türkei zu einer Grenzöffnung für Flüchtende zu bewegen. Mit der Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen darf die EU die Türkei nicht alleine lassen, sondern die EU muss umgehend anbieten, selbst ein großes Kontingent an Flüchtlingen aufzunehmen und die Türkei bei der Versorgung von Flüchtlingen zu unterstützen.

Es besteht dringender Handlungsdruck zur Abwendung der Offensive. Bei den Luftangriffen der letzten Tage wurde bereits gezielt zivile und medizinische Infrastruktur bombardiert – auch durch die russische Luftwaffe.

„Angriffe auf Krankenhäuser und Schulen bekämpfen nicht die dschihadistischen Milizen, sondern stärken sie“, so Elias Perabo. „Wir müssen die oppositionelle syrischen Zivilgesellschaft unterstützen, die sich in Idlib islamistischen Bestrebungen entgegenstellt.“ Wie die syrische Zivilgesellschaft in Idlib den Extremismus bekämpft, belegt eine Studie des syrischen Soziologen Haid Haid, die im Auftrag von Adopt a Revolution entstanden ist.

MedienvertreterInnen stehen wir gern für Rückfragen zur Verfügung. Bitte richten Sie Ihre Anfrage an presse@adoptrevolution.org.

Bevölkerung von Rojava kehrt zurück

Immer mehr Menschen aus Rojava kehren nach der Befreiung der Region vom IS aus Südkurdistan in ihre Heimat zurück. Mehr als 1.300 Familien sind allein im vergangenen Monat über den Grenzübergang von Sêmalka wieder heimgekehrt.

Aufgrund der relativ friedlichen und sicheren Lage in Rojava kehren immer mehr Menschen aus Südkurdistan in ihre Heimatorte in Rojava zurück. Mit Beginn der Syrienkrise hatten sich viele Familien aufgrund ökonomischer Schwierigkeiten oder Sicherheitsproblemen auf den Weg nach Südkurdistan gemacht. Allerdings war die Situation dort anders als erwartet. Da es inzwischen mehr Arbeitsmöglichkeiten in Rojava gibt und Sicherheit und Ruhe in die Region eingezogen sind, nimmt die Zahl der Heimkehrer kontinuierlich zu.

Bevölkerung von Rojava kehrt zurück

„Es gibt keinen Grund mehr, nicht zurückzukommen“

Ehmed Hisên Seîd aus Dirbesiyê, der seit zwei Jahren in Südkurdistan lebt, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ANHA: „Wir haben unter dem südkurdischen Nationalismus gelitten. In Südkurdistan haben wir keine Arbeit gefunden. Verglichen mit Rojava sind die Lebensbedingungen hier schwieriger. Das hat für uns den Ausschlag gegeben, zurückzukehren. Es gibt keinen Grund mehr, nicht nach Rojava zurückzugehen.“

Seîd sagt weiter: „In den Camps in Südkurdistan herrscht große Besorgnis wegen der Misshandlungen und der Unterdrückung durch die Lagerverantwortlichen. Die Menschen aus den Camps kehren nach Rojava zurück.“

Betül Ali, ebenfalls eine Rückkehrerin aus Südkurdistan nach Rojava, ruft alle Menschen auf, nach Rojava zurückzukehren. Die Gründe zum Verlassen von Rojava nach Südkurdistan existierten nicht mehr, erklärt sie: „Die Arbeitslosigkeit im Süden hat zugenommen. Die Lebensbedingungen sind ziemlich schwer. Die Menschen, die Rojava verlassen haben, sollten zurückkommen.“

Mihemed Xêr Bicus von der Verwaltung des Sêmalka-Grenzübergangs berichtet von mindestens 1.300 Familien, die allein innerhalb des vergangenen Monats nach Rojava zurückgekehrt sind.

 

 

 

 

Brethren-Kirche in Kobanê eingeweiht

Brethren Foto 1

Im nordsyrischen Kanton Kobanê hat das Komitee der Christinnen und Christen die Kirche der Geschwister (Church of the Brethren) eingeweiht.

ANF / KOBANÊ, 14. Sept. 2018.

Ausgehend vom Gesellschaftsmodell der multinationalen, friedlichen Koexistenz aller Völker und Religionen hat das Komitee der Christinnen und Christen in der demokratisch-autonomen Selbstverwaltung Nordsyriens am gestrigen Donnerstag im Kanton Kobanê die Kirche der Geschwister (Church of the Brethren) eröffnet. An der Einweihungszeremonie nahmen neben Repräsentant*innen politischer Institutionen und zivilgesellschaftlichen Institutionen auch viele Bewohner*innen Kobanês teil. „Brethren-Kirche in Kobanê eingeweiht“ weiterlesen