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Zwei Jahre danach: Der Efrîn-Widerstand geht weiter Vor zwei Jahren begann die türkische Invasion in Efrîn. Nach 58 Tagen Widerstand gegen die zweitgrößte NATO-Armee wurde der Rückzug beschlossen, Hunderttausende Menschen flüchteten nach Şehba. Der Kampf gegen die Besatzer geht auch heute noch weiter. 
ARAM HISÊN / HÎVDA HEBÛN aus ŞEHBA, 18. Jan. 2020.
Vor zwei Jahren, am 20. Januar 2018, griff der türkische Staat Efrîn an. Die Invasion stieß auf den Widerstand der Verteidigungseinheiten YPG/YPJ und der Bevölkerung der im Nordwesten Syriens gelegenen Region. Die Türkei bombardierte Wohngebiete und tötete Hunderte Zivilisten, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. Im ersten Monat der Besatzungsoperation kamen 176 Menschen aus der Zivilbevölkerung ums Leben, im zweiten Monat 232. Über 1000 Menschen wurden verletzt.
Evakuierungsbeschluss
Jeden Tag starben Menschen und die Weltmächte schwiegen. Am 16. März 2018 entschieden die Autonomieverwaltung …
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Bericht aus Syrienvom 16. Januar 2020 Erst HTS, dann Assad! Das neue Jahr ist noch jung – trotzdem überschlagen sich in Idlib bereits die Ereignisse. Unser Partner Raed Abu Rabia hat seine Eindrücke der letzten zwei Wochen aufgeschrieben. Ein Wandgemälde in Idlib Raed Abu Rabia ist der leitende Redakteur der Zeitung Zaitoun, die 2013 von jungen Menschen in Saraqib gegründet wurde. In ihrer Berichterstattung legen sie das Augenmerk auf die zivilgesellschaftliche Bewegung in der Region. Viel Mut beweisen sie mit ihrer kritischen Berichterstattung über dschihadistische Milizen und andere bewaffnete Akteure. An der Tür einer Schule in Samin, einer Stadt wenige Kilometer östlich von Idlib-Stadt, hat sich Blut mit Regenwasser gemischt. Zerrissene Körper von Frauen und Kindern liegen umher. Eine Streubombe hat zur Unterrichtszeit neun Lehrerinnen und Schüler*innen an einem der ersten Morgen dieses neuen Jahres aus dem Leben gerissen. 15 weitere Menschen wurden verletzt.
Mediena…

Zwei Tischlerinnen in Raqqa

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In Raqqa haben zwei Schwestern gegen die gesellschaftliche Norm verstoßen und eine Tischlerei eröffnet. Inzwischen arbeiten sie mit acht Angestellten zusammen. Das Geschäft läuft gut. 
ANF  RAQQA, 15. Jan. 2020.
Die Schwestern Sewsen und Betul al-Hamud haben in Raqqa mit der gesellschaftlichen Vorstellung von „Männerberufen“ gebrochen und eine Tischlerwerkstatt eröffnet. Die beiden Frauen stammen aus Deir ez-Zor, die ganze Familie ist nach Raqqa gezogen. Die 22-jährige Betul lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern zusammen. Ihre zwei Jahre ältere Schwester Sewsen lebt mit ihren Kindern bei ihren Eltern. Ihr Mann wurde in Deir ez-Zor von Islamisten getötet.
Nach dem Umzug nach Raqqa suchten die Schwestern gemeinsam nach einer Arbeitsmöglichkeit und ließen sich sieben Monate in einer Schreinerei in der Nähe des Rathauses ausbilden. Die Arbeit gefiel ihnen und sie wollten sich ihren Lebensunterhalt verdienen.
Mit Unterstützung einer in Raqqa tätigen Hilfso…
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Wie die nordostsyrische Autonomieverwaltung strukturiert ist Das politische System in Nord- und Ostsyrien ist ein einzigartiges demokratisches Projekt, das in den letzten Jahren weltweit Beachtung gefunden hat. Die Autonomieverwaltung hat auf einer Sitzung ihre Projektplanung für 2020 festgelegt.
ANF RAQQA , 15. Jan. 2020.
In Raqqa ist am Dienstag die zweitägige Jahreshauptversammlung der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien zu Ende gegangen. An der Sitzung nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Komitees und Büros der Autonomieverwaltung sowie Mitglieder des Demokratischen Syrienrats (MSD) teil.
Das politische System in Nord- und Ostsyrien ist ein einzigartiges demokratisches Projekt, das in den letzten Jahren weltweit Beachtung gefunden hat. Obwohl seine Wurzeln in jahrzehntelanger Organisation innerhalb der kurdischen Bewegung sowie in einer breiteren Kultur kollektiver sozialer Strukturen und einer vielfältigen Demografie liegen, nahm es…

Syrien: UN-Hilfe über türkische Grenzübergänge

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Der UN-Sicherheitsrat will humanitäre Hilfsgüter nur noch über die Türkei nach Syrien schicken. Die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien macht darauf aufmerksam, dass die Grenzübergänge von Dschihadisten kontrolliert werden. 
ANF / REDAKTION, 13. Jan. 2020.
Der UN-Sicherheitsrat hat sich vor wenigen Tagen auf eine sechsmonatige Fortführung seiner Hilfen für Opfer des Bürgerkrieges in Syrien geeinigt. Auf Drängen Russlands wurde das Programm beschnitten. Die Lieferung von Essen, Trinkwasser und Medikamenten soll künftig nur noch über zwei türkische Grenzübergänge nach Syrien erfolgen. Bislang war es den UN erlaubt, wichtige Hilfsgüter über vier Grenzübergänge in Teile des Landes zu bringen, die nicht von Syriens Machthaber Assad kontrolliert werden. Russland argumentierte als Assads engster Verbündeter, dass die syrische Zentralregierung die Kontrolle über einen Großteil des Landes wieder erlangt hat und damit in der Lage sei, die Hilfen selbst über da…

medico / Syrien: Humanitäre Hilfe als Mittel der Geopolitik

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Nothilfe auf sich gestellt: medico-Partner Heyva Sor A Kurd in Nordsyrien. (Foto: Heyva Sor) Eine UN-Resolution zur Sicherung der humanitären Hilfe in Syrien wird zum Spielball von Machtinteressen. Mit fatalen Konsequenzen für die Betroffenen. Von Anita Starosta und Till Küster „All is well“ twitterte US-Präsident Trump, weil keine US-Soldat*innen bei dem iranischen Raketenangriff auf einen internationalen Militärstützpunkt nahe der kurdisch-irakischen Stadt Erbil ums Leben kamen. „Alles ist gut“? Nichts ist weiter entfernt von der Realität unserer Partner*innen im Nahen Osten. Hierzulande lesen wir täglich die Warnungen vor einer „Eskalation“ und einem „Flächenbrand“, lesen über die Gefahren eines Krieges zwischen den USA und Iran. Aber für Millionen Menschen in Syrien, im Jemen, dem Irak, im Libanon, in Gaza oder im Iran sind Eskalation und Flächenbrand längst Alltag.
Veto gegen unabhängige Hilfe Über Wochen beschäftigte den UN-Sicherheitsra…

“Sie kann nicht mehr mit Männern sprechen”

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Die Geschichte von Zainab, die in Serekaniye gegen ein Lösegeld als Geisel genommen wurde.Niedergeschrieben von Hamza Hamaki und ursprünglich auf arabisch hier veröffentlicht. Jumah Sheikho hätte nicht damit gerechnet, dass seine Entscheidung, mit seiner Frau in seine Stadt zurückzukehren, in einer Tragödie enden würde.

Am 9. Oktober des letzten Jahres setzte die Türkei gemeinsam mit Splittergruppen der syrischen Opposition, eine großangelegte militärische Invasion von Serekaniye bis nach Gire Spi in Gang. Nachdem es schwere Gefechte an der 120 km langen Grenze und in den Gebieten zwischen den beiden Städten gab, übernahm die Türkei, der Vereinbarung zwischen Washington und Ankara entsprechend, nach dem Rückzug der SDF die Kontrolle über das gesamte Gebiet ein.
Es war am dritten Tag, seitdem die Angriffe und Kämpfe begonnen hatten, als Juma Sheikho beschloss, seine Familie aus der Stadt raus in den Süden und Westen zu bringen, in die Dörfer der Stadt T…