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Verschärfte Konflikte unter Dschihadisten in Serêkaniyê

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Unter den dschihadistischen Milizen der Besatzungsmacht im nordsyrischen Serêkaniyê kommt es gehäuft zu gewalttätigen Auseinandersetzungen über die Verteilung der Kriegsbeute. Der türkische MIT ist daran beteiligt. ANF / REDAKTION, 27. Sept. 2020. Seit Serêkaniyê (Ras al-Ain) vor knapp einem Jahr von der Türkei besetzt worden ist, gilt die Region in Nordsyrien als Hort der Kriegsverbrechen und Plünderungen. Die verschiedenen Dschihadisten-Gruppen, die vom türkischen Staat als Proxy-Armee in der Besatzungszone eingesetzt werden, geraten bei der Aufteilung ihrer „Kriegsbeute“ immer öfter in Konflikte.Ein Bewohner von Serêkaniyê, dessen Identität aus Sicherheitsgründen geheim gehalten werden muss, erläuterte die aktuelle Situation gegenüber ANHA so: „Jedes Wohnviertel in Serêkaniyê wird von einer Dschihadisten-Gruppe kontrolliert. Die Dörfer und Stadtviertel sind unter den Dschihadisten aufgeteilt worden, jede Gruppe verfügt über eigene Herrschaftsgebiete. N…

Syrien: Hunger und Elend im Bürgerkrieg

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Die humanitäre Lage in Syrien wird immer schlimmer. Gleichzeitig wird es für Helfer immer schwieriger, etwas zu tun. Grund: das Assad-Regime - und ein US-Gesetz. Von Raniah Salloum, SPIEGEL Politik, 21.09.2020.



e Vor einer ungewissen Zukunft: ein Mädchen in einem Lager für Binnenvertriebene im Nordwesten Syriens Foto: RAMI AL SAYED/ AFP Im Lagerkomplex "Al-Haul" in Nordsyrien werden mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" und deren Angehörige festgehalten. Ein Forscher bezeichnete das Lager kürzlich als weltweit größten Rekrutierungspool für Dschihadisten. Auch die humanitäre Lage dort ist schwierig - und nun gibt es nach Angaben der Uno auch noch die ersten Corona-Fälle im Lager. Das Virus breitet sich in ganz Syrien immer weiter aus. "Das syrische Gesundheitssystem ist nicht in der Lage, alle mutmaßlichen Fälle zu absorbieren und seine Krankenstationen anzupassen, um die steigende Zahl von Covid-19-Patienten aufzunehmen", warnt

Ein Bericht vom Zivilen Zentrum in Ariha (Provinz Idlib)

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Adopt a Revolution 24.Sept. 2020.
Das zivile Zentrum in Ariha hat nach der Rückkehr (der vor dem Bombardements geflohenen Bevölkerung) in die Stadt seine Pforten wieder geöffnet und konzentriert sich derzeit – unter strenger Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen – auf die Gesundheitsaufklärung von Frauen. Fragen zu Verhütung, Schwangerschaft oder Geschlechtskrankheiten sind eigentlich ein gesellschaftliches Tabu-Thema und die Frage von Familienplanung wird von den religiösen Kräften monopolisiert. Diese Fragen sind für die Frauen aber drängend. „Insbesondere nach der Flucht ist das Verhältnis zum eigenen Körper aufgrund der traumatischen Erfahrungen oft gestört,“ erklärt Marah vom Zentrum. "Wir versuchen unser Möglichstes das aufzuarbeiten und Frauen einen sicheren Ort zu geben, auch wenn wir leider nicht öffentlich für unsere Aufklärungskurse werben können.“

Syrien: Von einer, die nicht aufgibt – Psychologin in Zeiten des Krieges

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Bericht aus Syrienvom 23. September 2020
In Krisen- und Kriegszeiten wird die Arbeit von Psycholog*innen umso wichtiger, aber auch umso schwieriger. Unsere Partnerin Hiba lebt in Suwaida und hat lange im schulpsychologischen Dienst gearbeitet, ehe sie eine eigene Praxis eröffnete. Hier erzählt sie, wie es ist in einem Überwachungsstaat und im Krieg als Psychologin zu arbeiten. (Suwaida liegt in Süd-Syrien 50 km von der jordanischen Grenze entfernt und wird überwiegend von Drusen bewohnt.)


Malen gegen das Trauma (Beispielbild) Die Geschichte von schulpsychologischer Betreuung in Syrien ist noch sehr jung – erst 2000 hat das Ministerium für Erziehung Stellen für einen schulpsychologischen Dienst geschaffen. Damals habe ich direkt angefangen als Psychologin an einer Schule in Suwaida zu arbeiten und stand damit vor zahlreichen Herausforderungen: Der Beruf war noch nicht etabliert und das Verständnis der meisten Schuldirektor*innen für unsere Aufgabe war noch sehr ger…

Neues Angriffskonzept gegen Rojava und Şengal?

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Nach dem Türkei-Besuch des südkurdischen Präsidenten Nêçirvan Barzanî Anfang September errichtet die PDK Militärposten an der Grenze nach Nordostsyrien. Das wirft die Frage auf, ob ein neuer Angriff auf Rojava und Şengal bevorsteht. % buffe ERSIN ÇAKSU / DÊRIK, 27. Sept. 2020. In einer Zeit neuer Besatzungsambitionen und fortgesetzter Angriffe des türkischen Staates auf Başûr und Rojava (Süd- und Westkurdistan) errichtet die PDK an der Grenze nach Nordostsyrien neue Militäranlagen und Beobachtungsposten. Die seit einem Monat andauernden Bauarbeiten finden im Grenzdreieck Rojava-Bakûr-Başûr statt und reichen im Süden bis nach Şengal. In einigen Gebieten werden Gräben gezogen.Parallel dazu führt der türkische Staat Besatzungsangriffe auf Heftanîn und andere Regionen der Medya-Verteidigungsgebiete auf südkurdischem Territorium durch. Die Errichtung von Militärposten an der Grenze nach Rojava – von wo aus keinerlei Gefahr für die PDK droht – wirft Fragen auf.D…

Türkei: Prozess gegen syrisch-orthodoxen Priester

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In Mêrdîn ist der Prozess gegen den verwaltenden Priester des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Yakub fortgesetzt worden. Dem Geistlichen wird PKK-Mitgliedschaft vorgeworfen, weil er Guerillakämpfern Brot und Wasser gab. ANF / MÊRDÎN, 26. Sept. 2020. In der nordkurdischen Provinzhauptstadt Mêrdîn (türk. Mardin) ist am Freitag der Prozess gegen Sefer „Aho“ Bileçen fortgesetzt worden. Dem verwaltenden Priester des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Yakub (auch als Kirche des Heiligen Jakob von Nisibis bekannt) im Landkreis Nisêbîn (Nusaybin) wird „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ – gemeint ist die PKK – vorgeworfen, weil er Guerillakämpfern Brot und Wasser gab.Beim zweiten Verhandlungstag im Verfahren gegen Bileçen, das an der 4. Großen Strafkammer zu Mardin stattfindet, wies der Geistliche die Anschuldigungen gegen ihn zurück und wiederholte seine vorherigen Aussagen. Bileçen streitet die Hilfeleistung nicht ab, betont aber, dass diese keinen politis…

Serêkaniyê: Schwere Gefechte unter Besatzungsmilizen

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Im östlich der besetzten nordsyrischen Stadt Serêkaniyê gelegenen Landkreis Zirgan kommt es zu heftigen Kämpfen zwischen Milizen der Besatzungstruppen. ANF / HESEKÊ, 22. Sept. 2020. Am Montag kam es bei Zirgan (Abu Rasen), östlich der türkisch besetzten nordsyrischen Stadt Serêkaniyê (Ras al-Ain), zu heftigen Gefechten unter den Besatzungsmilizen der sogenannten Syrischen Nationalarmee (SNA). Die Kämpfe dauerten unter Einsatz von schweren Waffen um die Dörfer Dada Ebdal, Um Uşba und Muhermela bis in den Abend an. Die türkische Armee begann außerdem das Dorf Dadwidiyê mit Artilleriegranaten zu beschießen.Es kommt immer wieder zu schweren Kämpfen unter den SNA-Milizen. Dabei geht es nicht um politische Differenzen. Stattdessen handelt es sich um Verteilungskämpfe von Beute, Plündergut und Zwangsrekruten. Bei den SNA handelt es sich um ein vom türkischen MIT geschmiedetes Bündnis aus verschiedenen dschihadistischen und rechtsextremen Milizen.