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Es werden Posts vom Januar, 2023 angezeigt.

Dreißig Jahre Heyva Sor a Kurdistanê

Die vor dreißig Jahren in Deutschland gegründete Hilfsorganisation Heyva Sor a Kurdistanê e.V. hat ihren Jahreskongress in Troisdorf abgehalten, gleichzeitig wurde das Gründungsjubiläum gefeiert. Der humanitäre Bedarf wird immer größer. % buffered 00:00 06:16   ANF / TROISDORF, 29. Jan. 2023. Die Hilfsorganisation Heyva Sor a Kurdistanê e.V. hat in Troisdorf ihren Jahreskongress abgehalten und gleichzeitig ihr dreißigjähriges Bestehen gefeiert. An der Veranstaltung nahmen aktive Mitglieder des Vereins und Gäste teil. Der Vereinsvorsitzende Dr. Rojvan Bilgin begrüßte die Anwesenden und dankte allen, die zur Gründung der Hilfsorganisation beigetragen und sich seit 1993 für humanitäre Zwecke in Kurdistan engagieren. In seiner Ansprache erinnerte Bilgin auch an verstorbene aktive Mitglieder.

47 IS-Frauen und Kinder aus Rojava nach Frankreich zurückgeführt

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Nach einem Treffen zwischen Vertreter:innen der AANES und der französischen Regierung in Qamişlo sind 15 IS-Frauen und 32 Kinder aus Camp Roj nach Frankreich zurückgeführt worden. Die Erwachsenen wurden der Justiz übergeben.   ANF / REDAKTION, 24. Jan. 2023. Frankreich hat 47 seiner Staatsangehörigen aus der Autonomieregion Nord- und Ostsyrien zurückgeführt. Dabei handelt es sich um 15 Frauen und 32 Kinder, die als Angehörige des Islamischen Staates (IS) in Camp Roj interniert waren. Das französische Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten teilte mit, dass die Minderjährigen in die Obhut für Kinder- und Jugendschutz zuständiger Stellen gekommen sind, wo sie medizinisch und sozial betreut werden. Die Erwachsenen wurden demnach den Justizbehörden übergeben. Im Vorfeld der Rüc

IS-Gouverneur von Raqqa gefasst

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Bei der am Mittwoch gestarteten Operation gegen islamistische Strukturen in Nordsyrien sind über siebzig mutmaßliche IS-Mitglieder gefasst worden, darunter auch der IS-Gouverneur von Raqqa. Die Offensive wird fortgesetzt.   ANF / REDAKTION, 26. Jan. 2023. Die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) haben in den ersten Stunden der am Mittwoch gestarteten Operation gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) 68 mutmaßliche Islamisten gefasst, darunter den „Wali“ (Gouverneur) von Raqqa. Die Offensive findet als Antwort auf den Anschlag vom 26. Dezember 2022 statt, mit dem internierte Islamisten befreit werden sollten. Bei dem Anschlag kamen sechs Mitglieder der Sicherheitskräfte und der QSD ums Leben. Die aktuelle Operation trägt den Titel „Vergeltung für die Gefallenen von Raqqa" und wird

26. Januar 2015 – Die Befreiung von Kobanê

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Kobanê ist das Symbol für den demokratischen Aufbruch in einer Region, die von Kriegen zerrüttet ist. 134 Tage dauerte der Widerstand gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“, bis am 26. Januar 2015 die Befreiung der Stadt verkündet wurde.   ANF / KOBANÊ, 26. Jan. 2023. Im September 2014 erschütterte der Vormarsch der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) den Mittleren Osten und die ganze Welt. Die unter anderem mit erbeuteten Waffen aus irakischen Beständen – von mehr als zwei Dutzend Ländern, darunter Russland, China, den USA sowie aus mehreren EU-Ländern inklusive Deutschland - hochgerüstete Terrororganisation hatte nach der kampflosen Einnahme von Mossul im Nordirak und dem Genozid im ezidischen Kerngebiet Şengal ihr Augenmerk auf den Norden von Syrien, vor allem Kobanê gerichtet

Kommentar: Russland inszeniert Komplott gegen Rojava

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Russland zwingt Damaskus und Ankara zu einem Kompromiss und versucht gleichzeitig, die Selbstverwaltung durch die Drohkulisse der Türkei zu disziplinieren. Zu diesem Plan könnte auch ein türkischer Angriff auf Kobanê gehören.   ZEKÎ BEDRAN / QAMIŞLO, 26. Jan. 2023. Von Zeit zu Zeit gibt der russische Außenminister Sergej Lawrow, um das politische Klima in Syrien anzuheizen, Erklärungen wie „Die USA wollen, dass die Kurden einen Staat gründen“ ab. Lawrow selbst ist einer derjenigen, die am besten wissen, dass dies nichts ist, was die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien und die kurdische Bevölkerung wollen. Auch in von Russland ausgearbeiteten Lösungsvorschlägen wurde eine „kulturelle Autonomie“ der Kurd:innen definiert. Die kurdische Seite hat immer wieder klargestellt, dass sie die ter

Mindestens 52 Hinrichtungen in Rojhilat im Jahr 2022

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Nirgendwo sonst in der Welt sind im vergangenen Jahr so viele Hinrichtungen bekannt geworden wie im Iran. Dort wurde 2022 mehr als 500-mal die Todesstrafe vollstreckt. In mindestens 52 Fällen wurden Kurdinnen und Kurden hingerichtet.   ANF / REDAKTION, 22. Jan. 2023. Nirgendwo sonst in der Welt sind im vergangenen Jahr so viele Hinrichtungen bekannt geworden wie im Iran. Dort wurde 2022 mehr als 500-mal die Todesstrafe vollstreckt, berichteten verschiedene NGOs in ihren Jahresberichten über die Menschenrechtslage in dem von einem Mullah-Regime geführten Land. Die Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) mit Sitz in den USA registrierte sogar 565 vollstreckte Todesurteile, zwei davon öffentlich. Damit wurden im Jahr 2022 mehr Menschen hingerichtet als in den fünf Jahren zuvor

Vor 77 Jahren wurde die Komara Kurdistanê ausgerufen

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Die heute vor 77 Jahren in Mahabad ausgerufene Komara Kurdistanê steht bis heute ungebrochen als Symbol des kurdischen Befreiungskampfes und der kurdischen Selbstverwaltung.   ANF / REDAKTION, 22. Jan. 2023. Am 22. Januar 1946 wurde in der Stadt Mahabad in Iran die „Komara Kurdistanê“ ausgerufen. Obwohl sehr kurzlebig, gilt die knapp elf Monate existierende kurdische Republik bis heute als Symbol kurdischer Selbstverwaltung. Trotz ihrer historischen Bedeutung bis in die Gegenwart etwas ein Stiefkind der Geschichtsforschung geblieben, wollen wir an ihrem 77. Jahrestag die mit Hilfe der Sowjetunion gebildete erste kurdische Republik in einer Kompilation zweier Artikel des Historikers und intimen Kenners der kurdischen Geschichte Nick Brauns dennoch wieder einmal in Erinnerung rufen. Mehrfach

Autonomierat Şengal: Die Gefahr eines Völkermords besteht weiter

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Der Demokratische Autonomierat Şengal misst der Anerkennung des Völkermords an der ezidischen Gemeinschaft durch den Bundestag große Bedeutung bei, weist jedoch darauf hin, dass die Gefahr eines Genozids weiterhin besteht.   ANF / ŞENGAL, 21. Jan. 2023. Der Demokratische Autonomierat Şengal hat eine Erklärung zur Anerkennung des Völkermords an der ezidischen Gemeinschaft durch den deutschen Bundestag abgegeben. „Wir bedanken uns beim deutschen Staat und Parlament. Die Entscheidung ist für die ezidische Gemeinschaft von großer Bedeutung und alle Länder müssen den Völkermord auf gleiche Weise anerkennen“, heißt es in der Erklärung. Der Autonomierat betont jedoch, dass eine verbale Anerkennung nicht ausreicht und praktische Schritte folgen müssen. Die Gefahr eines Genozids sei für die Ezidinn

Frauen in Rojava feiern 18-jähriges Bestehen von Kongra Star

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Seit 2005 existiert in Rojava eine organisierte Frauenbewegung, die die Gesellschaft verändert hat: Kongra Star folgt der Maxime, dass keine Frau ohne Organisierung zurückgelassen werden soll. Heute feiert die Dachorganisation ihr 18-jähriges Bestehen.       ANF / ŞEHBA, 15. Jan. 2023. In der Autonomieregion Nord- und Ostsyrien wurde heute ausgiebig, bunt und kämpferisch gefeiert. Grund dafür ist das Gründungsjubiläum des Dachverbands der Frauenbewegung Kongra Star. Seit nunmehr 18 Jahren stellt die Organisation die Rechte und Interessen von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt ihres Wirkens, setzt sich für die Verwirklichung der Rechte auf Selbstbestimmung und die Gleichberechtigung aller Geschlechter ein, kämpft in allen Bereichen des Lebens gegen Ungleichheit und Patriarchat und wendet sich geg

Selbstverwaltung fordert Rücknahme von IS-Verbrechern

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Angesichts der bevorstehenden Bundestagsabstimmung über Anerkennung des IS-Massenmords in Şengal als Genozid fordert die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien die Bundesregierung auf, deutsche IS-Mitglieder aus Rojava zurückzunehmen.   ANF / BERLIN, 19. Jan. 2023. Der Bundestag stimmt über die Anerkennung des Völkermords an den Ezid:innen in Şengal ab. 2014 hatte der sogenannte Islamische Staat (IS) nach dem fluchtartigen Rückzug der eng mit der Türkei kollaborierenden südkurdischen PDK die Şengal-Region überfallen, unzählige Menschen massakriert und Tausende Frauen und Kinder verschleppt und auf Sklavinnenmärkten verkauft. Der IS zielte auf die systematische Vernichtung der ezidischen Glaubensgemeinschaft ab. Nur durch die Verteidigung der Region durch zunächst ein Dutzend Guerillakämp

PYD fordert internationales Gericht für IS-Dschihadisten

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Die PYD erinnert an die 121 im Kampf um das Sina-Gefängnis in Hesekê vor einem Jahr gefallenen Kämpfer:innen und fordert, die gefangenen IS-Dschihadisten vor ein internationales Tribunal zu stellen.   ANF / REDAKTION, 19. Jan. 2023. Vor einem Jahr versuchte der sogenannte Islamische Staat (IS), das Sina-Gefängnis in Hesekê zu erstürmen, die gefangenen IS-Dschihadisten zu befreien und sein sogenanntes Kalifat wieder zu errichten. In einem blutigen und verlustreichen Kampf gelang es den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) den von der Türkei unterstützten Angriff zu vereiteln. Dabei fielen 121 Kämpfer:innen der QSD. Doch trotz des Sieges des QSD ist die Frage der Tausenden gefangenen IS-Dschihadisten und ihrer internierten Angehörigen nicht gelöst und stellt weiterhin ein großes Sicherheitspr

Bundestag beschließt Anerkennung des Genozids an der ezidischen Gemeinschaft

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Der deutsche Bundestag hat die IS-Massaker an der ezidischen Gemeinschaft in Südkurdistan als Völkermord anerkannt. Bei den Verbrechen des IS in Şengal im Jahr 2014 handele es sich um einen Völkermord im Sinne des UN-Übereinkommens.   ANF / BERLIN, 19. Jan. 2023. Der Bundestag hat die systematische Verfolgung und Ermordung von Ezidinnen und Eziden im Nordirak durch die Terrormiliz „Islamischer Staat" (IS) als Völkermord anerkannt. Die Abgeordneten votierten einstimmig für die von den Ampel-Fraktionen und der CDU/CSU gemeinsam vorgelegte Resolution. „Der Deutsche Bundestag verneigt sich vor den Opfern der durch den IS begangenen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit", heißt es in der Resolution. „Er erkennt das Leiden, das durch die Verbrechen der Terrororganisation IS für Hunderttausende von Menschen veru

Kritische Situation in Şêxmeqsûd und Eşrefiyê (Aleppo)

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Die Stadtteile Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo stehen unter einem schweren Embargo. Das Assad-Regime lässt keinen Treibstoff, kein Mehl und keine Medikamente in die Viertel. Zwei Kinder sind wegen des Embargos bereits gestorben.   ANF / ALEPPO, 13. Jan. 2023. Die selbstverwalteten Stadtviertel Şêxmeqsûd und Eşrefiyê sind dem Assad-Regime, das den Rest von Aleppo beherrscht, ein Dorn im Auge. Seit fünf Jahren werden die Stadtteile blockiert und die Einfuhr lebensnotwendiger Güter wird behindert. Im August 2022 wurde das Embargo verschärft. Es kommen nun kein Treibstoff, kein Mehl und keine Medikamente mehr in die Gebiete. Bisher hat das Embargo das Leben von zwei Kindern gefordert. Bei den beiden Opfern handelte es sich um den vier Jahre alten Wîsam Sido und den 17 Tage alten Hisên Kîbar. B

PKK: „Das Herrschaftssystem hat Angst vor Frauen“

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Die PKK fordert die Aufdeckung der Morde von Paris und die Bestrafung der Täter und appelliert insbesondere an die französische Zivilgesellschaft, den Anschlägen die nötige Aufmerksamkeit zu widmen und Solidarität mit dem kurdischen Volk zu zeigen.   ANF / BEHDÎNAN, 8. Jan. 2023. Das Exekutivkomitee der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ruft dazu auf, die Morde an Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez am 9. Januar 2013 und an Emine Kara (Evîn Goyî), Abdurrahman Kızıl und Mîr Perwer (Mehmet Şirin Aydın) am 23. Dezember 2022 in Paris „mit all ihren Verbindungen aufzudecken und die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen". In der Erklärung heißt es: „Wir, die Freiheitsbewegung Kurdistans und das kurdische Volk, erleben den zehnten Jahrestag des 1. Pariser Massakers, das am 9. Januar 2013 stattfand. Am zehnten Jahrestag ihres Marty

Analyse von Besê Hozat zu den Perspektiven für Rojava

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Besê Hozat (KCK) hat sich vor dem Hintergrund der Annäherung zwischen Ankara und Damaskus zur Lage in Syrien und der Rolle Russlands geäußert.   ANF / REDAKTION, 4. Jan. 2023. Besê Hozat hat sich als Ko-Vorsitzende des Exekutivrats der KCK (Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans) in einer TV-Sondersendung bei Medya Haber geäußert. Unter anderem sprach Besê Hozat über die Isolation Abdullah Öcalans, den tödlichen Anschlag vom 23. Dezember in Paris, den Guerillakampf, die Chemiewaffenangriffe und den Teilabzug der türkischen Armee aus der Zap-Region in Südkurdistan, die vieldimensionale Kriegsführung und den fragilen Zustand der AKP/MHP-Regierung. Ausführlich bewertete Hozat zudem die Lage in Syrien, vor allem vor dem Hintergrund der Annäherung zwischen Ankara und Damaskus. Mitte verga

„Die Jugend in Rojhilat und Iran muss gemeinsam kämpfen“

Der YRK-Kommandant Şiyar Şevger hebt in einer Bewertung des vergangenen Jahres hervor, dass Iran eine Schlüsselrolle im Nahen Osten hat und die Bevölkerung in ihrem revolutionären Aufstand nicht zurückweichen darf. % buffered 00:00 36:53   XELÎL DAX / BEHDÎNAN, 8. Jan. 2023. Şiyar Şevger, Kommandant der Verteidigungskräfte Ostkurdistans (Yekîneyên Parastinê yên Rojhilatê Kurdistanê, YRK), hat gegenüber ANF die Entwicklungen im vergangenen Jahr bewertet. 2022 sei ein Jahr des mutigen Widerstands gewesen, betont der Guerillakommandant und verweist insbesondere auf die Guerillaarmeen HPG und YJA Star, die sich in den Medya-Verteidigungsgebieten in Südkurdistan der mit NATO-Technologie ausgestatteten Armee des türkischen Staates entgegenstellen. Auch die YRK hätten sich 2022 in ideologischer