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Es werden Posts vom August, 2020 angezeigt.

Stämme aus Raqqa: Wir stehen an der Seite der QSD

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Stämme aus Raqqa haben eine Erklärung zu den Anschlägen auf führende Persönlichkeiten in Nordostssyrien abgegeben und ihre Unterstützung für die QSD bekräftigt. ANF / RAQQA, 9. Aug. 2020. In Nord- und Ostsyrien, insbesondere in der Region Deir ez-Zor, findet eine tödliche Anschlagserie gegen führende Persönlichkeiten aus der Gesellschaft statt. Stammesälteste aus Raqqa haben dazu eine Erklärung abgegeben.„Weltweite Krisen haben den Mittleren Osten und insbesondere Syrien zum Ziel von Besatzungsangriffen gemacht. Syrien ist zu einer Arena der Kämpfe internationaler Mächte geworden. Die Völker Nord- und Ostsyriens haben eine Revolution verwirklicht und leben friedlich zusammen. Die Revolution wird jedoch durch Konflikte zwischen den regionalen Kräften und bewaffneten Gruppen bedroht. In Syrien hat diese Situation zur Verbreitung des Terrorismus geführt. Viele Staaten haben den Terror unterstützt und damit die Krise verschärft. Syrien befindet sich in einem…

Corona in Nordostsyrien: 101 Infizierte, fünf Tote

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Im Autonomiegebiet in Nordostsyrien breitet sich das Coronavirus aus. In Hesekê, Qamişlo und Şehba sind 15 weitere Infektionsfälle festgestellt worden. Insgesamt gibt es 101 bestätigte Infektionen, fünf Menschen sind bisher gestorben. ANF / REDAKTION, 9. Aug. 2020. In Nordostsyrien sind 15 weitere Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden. Das teilt das Gesundheitskomitee von Nord- und Ostsyrien mit. Nach Angaben des Komitee-Vorsitzenden Ciwan Mistefa sind in Hesekê sechs neue Infektionsfälle aufgetreten, in Qamişlo fünf und in Şehba vier. In Hesekê ist ein Infizierter gestorben, fünf Personen sind genesen.Die Anzahl der Infektionsfälle im gesamten Autonomiegebiet hat sich damit auf 101 erhöht. Fünf mit dem Coronavirus infizierte Menschen sind seit Ausbruch der Pandemie gestorben.

Attentate in Deir ez-Zor: Spuren führen zum Regime

Die Spuren der Anschläge auf prominente Persönlichkeiten in der Region Deir ez-Zor führen zum syrischen Regime. Ein festgenommener Tatverdächtiger sagt über eine von Damaskus aufgebaute Kontrastruktur aus. BÊRÎTAN SARYA / HESEKÊ, 7. Aug. 2020. Im Zusammenhang mit der Anschlagsserie auf arabische Stammesälteste in der ostsyrischen Region Deir ez-Zor konnten die Sicherheitskräfte der Autonomieverwaltung nun einen ersten Erfolg verzeichnen. Eine Person namens Abdulrezaq al-Qatay wurde festgenommen und hat über den Hintergrund der Attentate ausgesagt. Der Mann äußerte gegenüber ANF, der syrische Staat habe die Zelle aufgebaut, welche die Attentate durchführt.Al-Qatay ist am 29. Juli festgenommen worden, als er Drohschreiben einer Gruppe mit dem Namen „Bewaffneter Arabischer Widerstand“ vor den Wohnungen von Personen, die der Selbstverwaltung nahestehen, ablegte. Der 1981 geborene Mann stammt aus Şeddadê und sagt aus, der „Bewaffnete Arabische Widerstand“ sei vom …

Nordostsyrien soll durch Attentate destabilisiert werden

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Immer wieder kommt es zu gezielten Tötungen von prominenten Persönlichkeiten aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen Ostsyriens. Die Morde zielen offensichtlich darauf ab, die Menschen gegeneinander sowie gegen die Selbstverwaltung aufzubringen.
ANF / REDAKTION, 5. Aug. 2020.
Unbekannte haben am Sonntag Scheich Muttshar al-Hifil, einen der Stammesältesten des großen Okaidat-Stammes, in der ostsyrischen Region Deir ez-Zor erschossen. Ein weiterer Ältester des Stammes, Scheich Ibrahim al-Hifil, wurde verletzt. Die Täter hatten von Motorrädern aus das Feuer aus automatischen Waffen eröffnet. Der Angriff ereignete sich im Außenbezirk von al-Hawayej im Osten von Deir ez-Zor.Serie von AttentatenDieser Mordanschlag ist kein Einzelfall, sondern Teil einer Serie von Attentaten auf prominente Persönlichkeiten in der von den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) geschützten Region Deir ez-Zor. So war der Stammesführer Suleiman al-Qassar im Distrikt Basira in Deir ez-Zor a…

Rojava wird systematisch von der Türkei ausgetrocknet

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Vor drei Monaten hatte die türkische Wasserbehörde den Durchfluss des Euphrat massiv reduziert. Die auf Bewässerung angewiesene Feldwirtschaft in Nordsyrien erleidet massive Schäden.
ANF / REDAKTION, 5. Aug. 2020.
Seit Mai hat die Türkei Rojava und Nordsyrien de facto das Wasser abgedreht. Dies ist aufgrund des systematisch ausgebauten GAP-Staudammnetzwerks ohne weiteres möglich und wird immer wieder von der türkischen Regierung als Druckmittel eingesetzt. Nach Angaben der Wasserverwaltung von Nord- und Ostsyrien gingen der Region etwa 14 Milliarden Kubikmeter Wasser durch die Sperre verloren. Dies betrifft nicht nur die Trinkwasserversorgung und Bewässerung der Felder, sondern insbesondere auch die Elektrizitätsproduktion in der Region.Wasser als Waffe wird gegen die Autonomieregion Nord- und Ostsyrien systematisch eingesetzt. So öffnete die Türkei im vergangenen Jahr plötzlich die Schleusen und überschwemmte weite Landstriche Nordsyriens.

Mistefa: Nord- und Ostsyrien erwartet eine heftige Corona-Welle

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Monatelang haben sich die Autonomiegebiete erfolgreich abgeschottet - weitgehend geschlossene Grenzen und strikte Quarantäneauflagen hielten die Region vom Virus fern. Jetzt scheint eine vielfach befürchtete Infektionswelle Nordostsyrien erfasst zu haben.
ANF / QAMIŞLO, 4. Aug. 2020.
Nord- und Ostsyrien hatte die Corona-Pandemie dank frühzeitiger Kontaktbeschränkungen bisher gut im Griff. Monatelang haben sich die Autonomiegebiete erfolgreich abgeschottet, weitgehend geschlossene Grenzen und strikte Quarantäneauflagen hielten das Virus fern. Aber jetzt scheint die vielfach befürchtete Infektionswelle Nordostsyrien erfasst zu haben. Ciwan Mistefa, Ko-Vorsitzender des Gesundheitskomitees der Autonomieverwaltung, sieht die syrische Regierung in der Verantwortung. „Das Virus wird von Flugreisenden nach Qamişlo eingeschleppt und verbreitet. Der Flughafen dort steht unter Kontrolle des Regimes. Unsererseits gab es beträchtliche Bemühungen, Sicherheitskonzepte umzuse…

Arab tribal leaders targeted in new assassination campaign in Deir ez-Zor

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Wladimir van Wilgenburg| August 03-2020     09:22 PM Sheikh Umtashar al-Hifil was killed on Sunday by unidentified gunmen. (Photo: Deir al Zor media centre)
ERBIL (Kurdistan 24) – A senior tribal leader of the Al-Akidat, Sheikh Muttshar al-Hifil, was assassinated on Sunday by unidentified gunmen on motorcycles in Deir ez-Zor in eastern Syria. “Sheikh Muttshar al-Hifil was killed and Sheikh Ibrahim al-Hifil was injured, they are sheikhs of Al-Akidat tribe,” Omar Abu Layla, a Syria expert from Deir ez-Zor announced in a tweet.“They were shot with machine guns by masked persons on motorcycles on the outskirts of Al-Hawayej town in the eastern Deir ez-Zor countryside.”

The tribal leader is the third such figure to be assassinated over the last week by unidentified gunmen in areas of Deir ez-Zor that are held by the Kurdish-led Syrian Democratic Forces (SDF).The first assassination occurred on July 30 and was first reported by the Syrian Network for Human Rights (SNHR). The head of …

KCK: Autonomie und Selbstverteidigung in Şengal

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Nur durch einen autonomen Status und den Ausbau der Selbstverteidigung kann die Existenz des ezidischen Volkes in Şengal bewahrt werden, erklärt die KCK zum Jahrestag des IS-Massakers vor sechs Jahren. 
ANF / BEHDÎNAN, 1. Aug. 2020.


Der Exekutivrat der KCK (Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans) erklärt zum Jahrestag des IS-Massakers in Şengal vom 3. August 2014: „Der 74. Ferman hat in aller Offenheit gezeigt, dass die Eziden das Recht auf Autonomie und Selbstverteidigung haben und brauchen. Ein autonomes Êzidxan ist unverzichtbare Voraussetzung für das Bestehen des ezidischen Volkes.“
Die KCK bezeichnet den vom „Islamischen Staat“ (IS) ausgeführten Genozid und Femizid in Şengal als „grausamsten Angriff auf menschliche Werte“ und „auf die ezidischen Kurden als das unschuldigste Volk der Menschheit“. Mit dem 74. Ferman sollten die Eziden aus der Geschichte gelöscht werden, so der KCK-Exekutivrat. Der Begriff „Ferman“ umfasst die Massaker, denen das ezidische Volk se…

Jugenddemonstration in Şengal: Nieder mit dem Verrat!

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Ezidische Jugendverbände haben mit einer Demonstration in Şengal darauf hingewiesen, dass nur die Guerilla und die YPG/YPJ das ezidische Volk gegen den Angriff des IS vor sechs Jahren verteidigt haben. 
ANF / ŞENGAL, 2. Aug. 2020.
Der ezidische Jugendverband (Yekîtiya Ciwanên Êzidî, YCÊ) und der Verband junger Ezidinnen (Yekîtiya Jinên Ciwan ên Êzidî, YJÊ) haben zum Jahrestag des IS-Massakers in Şengal eine Demonstration durchgeführt, auf der an die Tausenden Toten und den Verrat der südkurdischen Regierungspartei PDK erinnert wurde.

Die Demonstration begann in der Region Amûl am Şengal-Berg und führte zum Gefallenenfriedhof „Şehîd Dilgeş û Şehîd Berxwedan“ in Serdeşt. Die Jugendlichen riefen in Sprechchören „Nieder mit dem Verrat“ und „Es lebe der Widerstand von Şengal“. Dabei trugen sie Flaggen der Verteidigungseinheiten Şengals und Fahnen mit dem Konterfei Abdullah Öcalans. Auf dem Friedhof wurden Kerzen an den Gräbern angezündet.

In einer gemeinsamen …

Der Femizid und der Widerstand ezidischer Frauen

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Tausende Ezidinnen wurden vor sechs Jahren vom IS aus Şengal verschleppt, vergewaltigt, ermordet und versklavt. 2015 wurde mit den YJŞ eine bewaffnete Fraueneinheit gegründet, damit sich ezidische Frauen selbst verteidigen können. 
ANF / REDAKTION, 2. Aug. 2020.
Nach dem Angriff des „Islamischen Staat“ (IS) am 3. August 2014 auf Şengal begann ein beispielloser Femizid an ezidischen Frauen. Tausende Ezidinnen wurden verschleppt, vergewaltigt, ermordet und als Sklavinnen verkauft. Viele von ihnen begingen Selbstmord. Ihre Kinder wurden vom IS für Selbstmordanschläge benutzt.
2015 wurden die Fraueneinheiten Şengals (YJŞ) als bewaffnete Verteidigungskraft gegründet. Die Fraueneinheiten nahmen an vorderster Front an den Operationen gegen den IS teil. Hunderte ezidische Dörfer wurden befreit, später auch Tausende verschleppte Frauen.
Am 10. Oktober 2016 begann die Offensive auf Raqqa, angeführt von den YPJ und YJŞ. Im Verlauf der Offensive wurden 6417 Personen …

Als die Guerilla die Menschen in Şengal beschützte

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„Während die ganze Welt schwieg, ist die Guerilla auf den Hilferuf der Bevölkerung von Şengal dorthin geeilt“, sagt der HPG-Kämpfer Êrîş Hewraman. Er war dabei, als die Guerilla Tausende Ezidinnen und Eziden vor dem IS-Massaker rettete. 
KAWA TOLHILDAN / BEHDÎNAN, 2. Aug. 2020.
Als die Banden vom „Islamischen Staat“ (IS) am 3. August 2014 in Şengal einfielen, kam die Guerilla den ezidischen Kurden zur Hilfe. Einer dieser Guerillakämpfer war Êrîş Hewraman. Gegenüber ANF hat er sich zu dem damaligen Massaker und dem Widerstand geäußert:
„Nach der Besatzung von Mossul durch den IS hat unsere Bewegung eine Lagebewertung angestellt und die Entsendung von Guerillaeinheiten nach Şengal beschlossen. Ich war in der ersten Gruppe, die nach Şengal gegangen ist. Ich war vorher nie dort gewesen und kannte weder die Region noch die örtlichen Gegebenheiten. Es waren keine Kräfte mehr dort, alle waren weggelaufen. Die Bevölkerung von Şengal ist sozusagen den Wölfen zum Fr…
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50-Jährige aus Efrîn berichtet über Folter Eine 50-jährige Frau aus Efrîn berichtet über schwere Folter in Haft unter dem von der Türkei beherrschten Besatzungsregime in Efrîn. 26 Tage lang wurde sie gefoltert. 
ANF / ŞEHBA, 31. Juli 2020.
Mit immer neuen Binnenflüchtlingen aus den von der Türkei besetzten Gebieten in Nordsyrien erreichen uns auch immer neue, zutiefst erschütternde Berichte aus diesen Regionen. Nachdem wir am Donnerstag über E.A. berichtet haben, die zusammen mit ihrer Tochter ein Jahr in einem Folterzentrum in Efrîn gequält wurde, berichtet heute ihre Mutter, die 50-jährige M.A., über ihre Geschichte.
Entführungen, Folter, Plünderung und Vertreibung
Im Juni 2019 wurde M.A. unter dem Vorwand, sie sei Mitglied einer für ihr Viertel verantwortlichen Kommune, von der „Militärpolizei“ der Besatzungstruppen in Efrîn entführt. Ohne zu wissen, dass ihre Tochter und ihre Enkelin ebenfalls entführt worden waren, wurde sie in das berüchtigt…
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Trotz Corona-Pandemie wird Syrien ausgehungert. Deutsche Hilfe? Nebelkerzen! 31. Juli 2020. In Nord- und Ostsyrien, dem Gebiet der multiethnischen Selbstverwaltung, zeigt sich die Lage besonders extrem. Die deutsche Regierung verteilt bei der Frage nach humanitären Hilfen "Nebelkerzen".
Mitten in der Coronakrise verhängten die USA neue Sanktionen gegen Syrien. Das Land steht kurz vor der größten Hungerkrise seit Kriegsbeginn. Wieder einmal trifft es nicht die Verantwortlichen der desaströsen Situation in Syrien, sondern die Bevölkerung.

In Nordsyrien scheint die Türkei neue Annexionen vorzubereiten. Die Bundesregierung stuft die Operationen der Türkei im Gebiet der Selbstverwaltung als völkerrechtswidrig ein und will NGOs, die in Nord- und Ostsyrien tätig sind, mit einer Million Euro gegen die Covid-19-Pandemie unterstützen. Unklar ist bislang, welche im Gebiet der Selbstverwaltung aktiven NGOs di…