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Es werden Posts vom November, 2019 angezeigt.

Camp Hol: Schutzsuchender mit Messerstichen verletzt

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Im Camp Hol in Nordostsyrien ist ein irakischer Schutzsuchender mit 38 Messerstichen lebensgefährlich verletzt worden. Unter Tatverdacht stehen IS-Anhängerinnen. 
ANF / HESEKÊ, 30. Nov. 2019.
Im Camp Hol (al-Haul) bei Hesekê im Nordosten Syriens ist ein Schutzsuchender aus dem Irak mit 38 Messerstichen lebensgefährlich verletzt worden. Der 23-jährige Hassan Jameel wurde am Samstag verletzt im Camp vorgefunden und wird im Gesundheitszentrum behandelt. Wie Sicherheitskräfte vor Ort mitteilten, stehen Anhängerinnen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) unter Tatverdacht.
Das Camp Hol im syrisch-irakischen Grenzgebiet ist so groß wie eine Stadt. Mehr als 71.000 Menschen sind dort untergebracht, unter ihnen rund 55.000 IS-Anhänger mit ihren Frauen und Kindern aus fast 50 Ländern, darunter auch Deutsche. In den Bereichen eins, zwei und drei der insgesamt sieben Abschnitte befinden sich Menschen aus Mosul, die 2014 vor dem IS geflohen sind. Im Bereich vi…

HRW: Verbrechen an Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten

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Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat einen Bericht veröffentlicht, in dem die Rede von Gruppenhinrichtungen und anderen schweren Kriegsverbrechen durch die türkischen Besatzungstruppen in Nordsyrien ist.
ANF / REDAKTION, 29. Nov. 2019.
In einem Bericht von Human Rights Watch über Menschenrechtsverletzungen in Nordostsyrien ist die Rede von Exekutionen von Gruppen von Zivilist*innen und dem „Verschwindenlassen“ von humanitären Helfer*innen durch Milizen der von der Türkei befehligten „Syrischen Nationalarmee” (SNA). Die SNA hat dem Bericht zu Folge die Rückkehr durch die Invasion vertriebener kurdischer Familien verhindert und ihr „Eigentum geplündert, sich rechtswidrig angeeignet oder besetzt.“
Hinrichtungen, Entführungen und Plünderungen
„Die Hinrichtung von Zivilist*innen, die Plünderung von Eigentum und die Blockade der Vertriebenen bei der Rückkehr in ihre Heimat sind ein vernichtender Beweis dafür, dass die von der Türkei vorgeschlagene…
Stammesverband der Jubur appelliert an junge Araber Die Türkei benutzt für ihren Angriff junge Menschen, die aus Syrien in die Türkei migriert sind, erklärt Fawaz Zuba al-Mirhem vom Stammesverband der Jubur und ruft die Araber dazu auf, nicht auf die Machenschaften des türkischen Staates hereinzufallen.  % buffer MUSTAFA ÇOBAN / HESEKÊ, 28.Nov. 2019.

Fawaz Zuba al-Mirhem ist Präsident des Stammesverbands der Jubur und hat sich gegenüber ANF zu der türkischen Besatzungsoperation in Nord- und Ostsyrien geäußert. Sein Stamm werde außer den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) keine andere militärische Kraft in der Region tolerieren, erklärte er.
Der Stammesverband der Jubur lebt in Syrien in den Regionen Deir ez-Zor, Raqqa, Hesekê, Şedadê, Hol, Til Berak und Qamişlo, ihm gehören die größten arabischen Stämme in dem Gebiet an. In Syrien hat er 1,5 Millionen Angehörige, im Irak 8,5, im Jemen 400.000, in Jordanien 500.000, in Saudi-Arabien 850.000 und in Bahre…

Autonomieverwaltung: Russland sollte eine aktivere Rolle spielen

Trotz Waffenstillstandsabkommen dauern die türkischen Angriffe auf Rojava an. Die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien fordert Russland auf, ihrer Rolle als Garantiemacht gerecht zu werden.
ANF / QAMIŞLO, 28. Nov. 2019.
Die Abteilung für auswärtige Angelegenheiten der Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens hat schriftlich auf eine Äußerung des russischen Außenministers Sergej Lawrow reagiert. Lawrow hatte am Dienstag erklärt, dass die Autonomieverwaltung den Dialog nicht ernst nehme.
In der Stellungnahme heißt es: „Der türkische Staat setzt seine Angriffe auf Nord- und Ostsyrien seit dem 9. Oktober fort und erfüllt nicht die Anforderungen des Waffenstillstands mit den USA vom 17. Oktober und mit Russland vom 22. Oktober."
Wiederholte Verletzung des Waffenstillstands
In der Erklärung wird daran erinnert, dass der Waffenstillstand ständig verletzt wurde, was zu Angriffen auf Til Temir, Ain Issa und die Schnellstraße M4 führte und die Vertre…
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QSD: Besatzungsangriffe dauern an.  Türkischer Genozid an Armeniern 1915 und heute. Wie die QSD mitteilen, dauern die Angriffe der Türkei auf Nordsyrien an. Im Fokus der Invasionstruppen stehen weiterhin die Regionen um Til Temir und Ain Issa. 
ANF / REDAKTION, 28. Nov. 2019.

Wie die Pressestelle der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) mitteilt, setzt die türkische Armee die Angriffe auf Nordostsyrien mit Unterstützung der sogenannten „Syrischen Nationalarmee“ (SNA) fort. In der gesamten Region finden weiterhin Flüge unbemannter Drohnen statt.
Scharfschützen der dschihadistische Milizen haben Stellungen des Militärrats der Suryoye im Dorf Um El-Kêf bei Til Temir beschossen. In der Umgebung von Ain Issa sind die Dörfer Xirbet Faris, Zenuba und Kefifa mit schweren Waffen angegriffen worden.

Eine von der Soziologin Amy Austin Holmes erstellte Karte der türkischen Besatzungszone zeigt, wie die gewaltsame Vertreibung der Armenier aus Serêkaniyê (Ras al-Ain) im…
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Frauendorf Jinwar: Unter türkischer Bedrohunggeräumt Das Frauendorf Jinwar in Rojava wurde unter Kriegsbedingungen aufgebaut. Dieses einmalige Projekt befindet sich wie alle Errungenschaften der Revolution von Rojava unter akuter Bedrohung durch den türkischen Angriffskrie.
MAXIME AZADÎ / REDAKTION, 28. Nov. 2019.

Es war Anfang Oktober. Die türkische Invasion auf Rojava hatte noch nicht begonnen. Das Wetter über den von der großen Hitze ausgetrockneten fruchtbaren Böden war immer noch heiß, als eine der Frauen des Dorfes erklärte: „Die Temperaturen werden auf 45 Grad steigen. Das ist für die Nutzung der Sonnenenergie gut“.
Stellen Sie sich ein außergewöhnliches Dorf vor. Es befindet sich nicht an einem Fluss, ist nicht umgeben von Bergen, nicht in einer bewaldeten Schlucht und schon gar nicht an einem entfernten Meeresufer oder gar auf einer Insel gelegen. Nein, es liegt mitten in einem vom Krieg zerstörten Gebiet.
Nun stellen Sie sich vor, wie dieses Dorf unt…

Tausende Frauen in Nordsyrien gegen Gewalt auf der Straße

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In Dutzenden Ortschaften in Nordsyrien haben Frauen gegen Gewalt demonstriert. Bei den Aktionen aus Anlass des internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen wurde auch gegen die türkische Besatzung protestiert. 
ANF / REDAKTION, 25. Nov. 2019.
Aus Anlass des internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen am 25. November haben Demonstrationen in zahlreichen Städten in Nordsyrien stattgefunden. Bei allen Aktivitäten wurde auf die von Islamisten ermordete kurdische Politikerin Havrin Khalaf und weitere Frauen hingewiesen, die bei der am 9. Oktober eingeleiteten Militärinvasion der Türkei gewaltsam ums Leben gekommen sind. Die Demonstrantinnen forderten ein sofortiges Ende der türkischen Besatzung und machten auf die frauenfeindliche Dimension des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs aufmerksam.
In Ain Issa führte eine Demonstration bis zur umkämpften Schnellstraße M4, die seit Wochen Angriffsziel der türkisch-dschihadistischen Truppen ist.
Weitere Demonstrationen …

KON-MED: Lasst uns den Türkei-Boykott ausweiten

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Der größte kurdische Dachverband in Deutschland KON-MED ruft dazu auf, den Boykott gegen türkische Waren und den Tourismus in der Türkei auszuweiten. 
ANF / REDAKTION, 25. Nov. 2019.

Die Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland (KON-MED) hat mit einer schriftlichen Stellungnahme zur breiten Unterstützung der Boykottkampagne gegen die türkische Wirtschaft aufgerufen. Auf diese Weise könne der Macht des AKP-Regimes nicht nur ein empfindlicher Schlag versetzt, sondern auch die Finanzierung des Krieges der Türkei gegen die kurdische Bevölkerung ins Stocken gebracht werden. KON-MED ruft zudem seine Mitglieder und Anhänger*innen dazu auf, nicht in die Türkei zu reisen.
In der Erklärung von KON-MED heißt es unter anderem: „Der Krieg des türkischen Staates gegen die kurdische Bevölkerung dauert unvermindert an. Die Türkei zielt ohne Zweifel auf die Auslöschung der kurdischen Bevölkerung ab und schreckt hierbei auch nicht davor zurück, chemische Waffen ei…

Rojava: Ende eines kurdischen Neuanfangs

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"medico international", veröffentlicht am 20. Nov. 2019.
 In Hasakeh, der nächsten Stadt außerhalb des Kampfgebiets, kommen die Vertriebenen des türkischen Angriffs notdürftig in Schulen unter. (Foto: Fadel Senna / AFP)
Die Invasion der Türkei in Rojava hat die vorerst letzte Chance auf eine demokratische Entwicklung in Teilen Syriens brutal zerschlagen.
Von Anita Starosta

Eigentlich hätte hier ein anderer Text beginnen sollen: ein Text über die Entwicklungen, die die medico-Partnerorganisationen und die Selbstverwaltung in Nordsyrien allen Widrigkeiten zum Trotz im Laufe der letzten Jahre auf den Weg gebracht haben. So hätte der Text von den Fortschritten beim Aufbau einer Basisgesundheitsversorgung für alle Menschen berichtet, die in dieser multiethnischen Region ihr Zuhause haben oder Zuflucht fanden. Womöglich hätte der Text dies am Beispiel des Krankenhauses in Ra‘s al-‘Ain (kurdisch: Serê Kaniyê) verdeutlichet. Das in Gefechten …

Angriffe auf Ain Issa: Schwere Vorwürfe gegen Moskau

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Die Demokratischen Kräfte Syriens haben eine Erklärung zu den Angriffen der Türkei auf Ain Issa abgegeben. Die Stadt wird trotz Waffenstillstandabkommen und Präsenz der russischen Militärpolizei massiv angegriffen.
ANF / REDAKTION, 24. Nov. 2019.
Seit Samstagmorgen findet eine massive Angriffswelle auf die nordsyrische Kleinstadt Ain Issa statt. Die Angriffe auf die Region an der strategisch wichtigen Schnellstraße M4 zielen auf eine Ausweitung der türkischen Besatzungszone ab. An vielen Stellen kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen. Teile der M4 sind für den Verkehr bereits gesperrt worden. Für die Zivilbevölkerung besteht Lebensgefahr.
Die QSD kritisieren, dass die Angriffe auf Ain Issa trotz dem Abkommen über einen Waffenstillstand mit Russland und der Präsenz von Einheiten der russischen Militärpolizei unvermindert anhalten. In einer Stellungnahme heißt es: „Der türkische Besatzungsstaat und das von ihm kommandierte Dschihadistenbündnis SNA (Syrisch…

Armenisches Bataillon: Besatzungskrieg ist ein zweites 1915

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An den Widerstandsfronten in Rojava kämpft auch ein armenisches Bataillon gegen die türkische Invasion. Nubar Melkonian aus der Kommandantur des Kampfverbands erklärt im ANF-Gespräch, warum. 
BÊRÎTAN SARYA von ANF | TIL TEMIR, 24. Nov. 2019.
Am 24. April hat das armenische Bataillon „Şehîd Nubar Ozanyan“ im nordsyrischen Hesekê offiziell seine Gründung bekannt gegeben. Dieser Tag hat eine besondere symbolische Bedeutung, denn er markiert den Beginn des Genozids an den Armeniern unter Verwantwortung der jungtürkischen Regierung im Osmanischen Reich und wird seitdem als Völkermordgedenktag begangen. Die Deportation der armenischen Elite am 24. April 1915 aus der Reichshauptstadt Konstantinopel in Lager bei Ankara bildete den Auftakt von Massakern und Todesmärschen, die mehr als 1,5 Millionen Opfer forderten.
Das armenische Bataillon in Rojava ist benannt nach dem Armenier Nubar Ozanyan (Nom de Guerre: Orhan Bakırcıyan), der am 14. August 2017 in Raqqa als Kom…

Kuhle Wampe fordert Solidarität mit Rojava

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Der Motorradclub Kuhle Wampe fordert einen sofortigen Rückzug des türkischen Militärs aus Nordsyrien: „Die Bundesregierung muss gemeinsam mit anderen Regierungen für ein Ende der völkerrechtswidrigen Invasion sorgen.“ 
ANF / REDAKTION, 24. Nov. 2019.
Der Verband der Motorradclubs Kuhle Wampe fordert die Beendigung der türkischen Invasion in Nordsyrien. Dazu teilt der Verband mit:
„Schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres ließ der türkische Machthaber Erdogan die Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien („Rojava“) angreifen – begründet mit der Furcht vor terroristischen Angriffen durch die Kämpfer*innen der YPG/YPJ.
Die betroffenen Menschen sprechen von einer ethnischen Säuberung und die USA und Europa sehen zu, wie sich ihre Verbündeten im Kampf gegen den IS erneut einem todbringenden Aggressor entgegenstellen müssen und/oder zu Flüchtenden werden.
Der sogenannte „Flüchtlingsdeal“ der Europäischen Union mit der Türkei macht einen Ausweg nach Europ…

Als Physiotherapeut in Rojava

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Ein internationalistischer Physiotherapeut beschreibt seine Arbeit mit Kriegsverletzten in Rojava und den großen Bedarf nach Fachpersonal und Hilfsmitteln im gesundheitlichen Bereich. 
ANF / REDAKTION, 24. Nov. 2019.
Mit Beginn des völkerrechtswidrigen Invasionskrieges der Türkei reiste ich als Internationalist mit physiotherapeutischem Hintergrund nach Nordostsyrien. Dort arbeite ich zurzeit als Physiotherapeut in einem „Haus der Verletzten“ in Rojava. Insgesamt gibt es davon rund 2500 in Nordostsyrien. Die Anzahl der Verletzten ist nur schwer abzuschätzen, der Bedarf an physiotherapeutischer Betreuung ist immens und die Arbeitsbedingungen sowie die medizinische Versorgung mit Hilfsmitteln sind schwierig.
Die „Mala Gazî“, die „Häuser der Verletzten“, sind Einrichtungen der autonomen und selbstverwalteten Strukturen Rojavas. Sie dienen der Unterbringung, der Versorgung und Rehabilitation der unzähligen Kriegsverletzten. Die Bewohner sind mutige Frauen und M…
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vom 21. November 2019 Die UN und Erdogan: Schulter an Schulter gegen Geflüchtete?! Erdoğan plant mindestens zwei Millionen syrische Geflüchtete aus der Türkei in den Nordosten Syriens umzusiedeln. Dabei scheint er auf die Unterstützung von der UN hoffen zu können.
Der türkische Präsident Recep Erdoğan und UN-Generalsekretär António Guterres bei ihrem Treffen im November 2019
Ankaras Umsiedlungspläne stoßen bei der UN auf weit weniger Kritik, als erwartet. Bei einem Treffen am 1. November mit dem türkischen Präsident Recep Erdoğan betonte UN-Generalsekretär António Guterres lediglich, die Grundprinzipien für eine “freiwillige, sichere und würdige Rückkehr von Geflüchteten”. Damit unterstützt die UN nicht nur das völkerrechtswidrige Vorhaben, sondern fällt auch auf den Propaganda-Sprech aus Ankara herein. Denn: Die Menschen kommen nicht aus den anvisierten Gebieten, von Rückkehr kann also keine Rede sein. Stattdessen werden sie in die eroberten Regionen und Städte zwangsumg…
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Rojava Ende eines kurdischen Neuanfangs Veröffentlicht am 20. November 2019  In Hasakeh, der nächsten Stadt außerhalb des Kampfgebiets, kommen die Vertriebenen des türkischen Angriffs notdürftig in Schulen unter. (Foto: Fadel Senna / AFP) Die Invasion der Türkei in Rojava hat die vorerst letzte Chance auf eine demokratische Entwicklung in Teilen Syriens brutal zerschlagen. Von Anita Starosta
Eigentlich hätte hier ein anderer Text beginnen sollen: ein Text über die Entwicklungen, die die medico-Partnerorganisationen und die Selbstverwaltung in Nordsyrien allen Widrigkeiten zum Trotz im Laufe der letzten Jahre auf den Weg gebracht haben. So hätte der Text von den Fortschritten beim Aufbau einer Basisgesundheitsversorgung für alle Menschen berichtet, die in dieser multiethnischen Region ihr Zuhause haben oder Zuflucht fanden. Womöglich hätte der …