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Kuhle Wampe fordert Solidarität mit Rojava


Der Motorradclub Kuhle Wampe fordert einen sofortigen Rückzug des türkischen Militärs aus Nordsyrien: „Die Bundesregierung muss gemeinsam mit anderen Regierungen für ein Ende der völkerrechtswidrigen Invasion sorgen.“ 


Der Verband der Motorradclubs Kuhle Wampe fordert die Beendigung der türkischen Invasion in Nordsyrien. Dazu teilt der Verband mit:
„Schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres ließ der türkische Machthaber Erdogan die Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien („Rojava“) angreifen – begründet mit der Furcht vor terroristischen Angriffen durch die Kämpfer*innen der YPG/YPJ.
Die betroffenen Menschen sprechen von einer ethnischen Säuberung und die USA und Europa sehen zu, wie sich ihre Verbündeten im Kampf gegen den IS erneut einem todbringenden Aggressor entgegenstellen müssen und/oder zu Flüchtenden werden.
Der sogenannte „Flüchtlingsdeal“ der Europäischen Union mit der Türkei macht einen Ausweg nach Europa unmöglich und wirft die flüchtenden Menschen auf ihr eigenes Staatsgebiet unter dem Assad-Regime zurück. Vor unseren Augen spielt sich eine humanitäre Katastrophe ab.
Deutliche Taten der Staatengemeinschaft im Umgang mit der Türkei sind längst überfällig, aber hier wird nur geredet und bedauert, zähe Verhandlungen finden kein Ende, während die Menschen in Rojava dieser völkerrechtswidrigen Invasion ausgesetzt sind, der niemand ernsthaft Einhalt gebietet. Die Wahl zwischen dem Krieg mit der Türkei oder einer erneuten Unterordnung unter das Assad-Regime ist schwer zu ertragen und bedeutet vermutlich das Ende des Versuchs, in Syrien eine freiheitliche, multireligiöse, multiethnische, gendergerechte und ökologische Gesellschaft aufzubauen. Eine sogenannte „Sicherheitszone“ unter türkischem und (neuerdings) russischem Einfluss ist nicht hinnehmbar angesichts der Menschenrechtsverletzungen beider Staaten – wer soll da sicher sein? Und doch scheint es genau so zu sein, der Kuchen ist schon aufgeteilt …
Wir, der Verband der Motorradclubs Kuhle Wampe, fordern einen sofortigen Rückzug des türkischen Militärs auf das Staatsgebiet der Türkei. Wir fordern die Bundesregierung und die Regierungen aller anderen Staaten auf, auf die Türkei einzuwirken und für ein sofortiges Ende der immer wiederkehrenden Angriffe auf die kurdische Bevölkerung zu sorgen. Weiterhin verlangen wir den Stopp der Rüstungsexporte an die Türkei und den Erhalt der Demokratischen Föderation Nord- und Ostsyrien als autonome Region – frei vom Einfluss menschenverachtender Aggressoren!“
Kuhle Wampe: Solidarität ist unser Motto
Kuhle Wampe (Leerer Bauch) war der Name einer Zeltdorfkolonie am Rande Berlins während der Wirtschaftskrise Anfang der dreißiger Jahre, so aus dem Selbstverständnis des Motorradclubs: „Wie in dem gleichnamigen Film von Bertold Brecht gezeigt, wurden dort Sport- und Freizeitveranstaltungen, u.a. Motorradrennen, organisiert. In einer Zeit, die geprägt war von Massenarbeitslosigkeit und drohendem Faschismus, zeigte der Film am Beispiel des ArbeiterInnensports, dass die Interessen der Bevölkerung nur von ihr selbst und gemeinsam vertreten werden können. Unsere Clubs haben sich den Namen ‚Kuhle Wampe‘ gegeben, weil die wesentlichen Aussagen des Films heute noch Gültigkeit haben.
Seit 1885, als das erste Motorrad gebaut wurde, übt dieses Fortbewegungsmittel eine starke Faszination auf viele Menschen aus. Schnelligkeit und Beschleunigungsvermögen, die Möglichkeit, auch die entferntesten Orte auf dem Motorrad zu erreichen sowie die Tatsache, dass das Motorrad im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln billig war, verhalf dem Fahrzeug zu einem beständigen Freundeskreis. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es zu einem Fortbewegungsmittel, das sich auch Leute leisten konnten, denen ein Auto zu teuer war. Ende der 60er Jahre schien das Auto dann das Motorrad verdrängt zu haben, doch das Motorradfahren verlor nie völlig seinen Reiz. Denn besonders Jugendliche entdeckten in dieser Zeit das Motorrad als Mittel für Verkehr, Sport und Freizeit wieder.
Allerdings wurden MotorradfahrerInnen schnell zu einer gesellschaftlichen Randgruppe erklärt, die mit gewalttätigen Schlägern und hirnlosen Rasern in einen Topf geworfen wurden. Wir sind anders! Solidarität ist unser Motto!“

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