Rojava: Protest in Çelebiyê gegen Ernennung von Bürgermeister
Nach der Ernennung eines Bürgermeisters durch die syrische Übergangsregierung kam es in Çelebiyê zu Protesten. Damaszener Truppen gingen dagegen vor und gaben Schüsse ab. Die Bevölkerung spricht von einem Bruch des Januar-Abkommens.
In der südlich von Kobanê gelegenen Gemeinde Çelebiyê ist es zu Protesten gegen die Ernennung eines Bürgermeisters durch die syrische Übergangsregierung gekommen. Truppen der Führung in Damaskus gingen gegen die Demonstrierenden vor und gaben Schüsse in die Luft ab, wie eine ANHA-Reporterin berichtete, eine geplante Presseerklärung wurde verhindert. Auch lokale Medienschaffende wurden daran gehindert, die Ereignisse vor Ort zu dokumentieren.
Die Ernennung des Gemeindevorstehers steht im Zusammenhang mit der administrativen Zuordnung der Gemeinde zum Gouvernement Aleppo im Zuge des Abkommens vom 29. Januar zwischen den Demokratischen Kräfte Syriens (QSD), der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) und der Übergangsregierung in Damaskus.
Dutzende Bewohner:innen der Gemeinde versammelten sich vor dem Rathaus,
um gegen die Entscheidung zu protestieren. Sie werfen der
Übergangsregierung vor, mit der Ernennung gegen zentrale Bestimmungen
des Abkommens zu verstoßen. Demnach sollten lokale Verwaltungen durch
die Bevölkerung selbst bestimmt werden. Die Entscheidung habe die
Bevölkerung überrascht und sei ohne Konsultation getroffen worden.
„Der eingesetzte Bürgermeister stammt nicht aus Çelebiyê und repräsentiert nicht die lokalen gesellschaftlichen Strukturen“, hieß es bei dem Protest. Dabei riefen die Beteiligten auch immer wieder Parolen wie „Bijî Berxwedana Kobanê“ in Richtung der Regimetruppen. Die Selbstverwaltung für die Euphrat-Region kündigte unterdessen an, gegen die Ernennung des Bürgermeisters in Damaskus Protest einzulegen.
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