Elmaz Romî wird Bürgermeisterin von Kobanê
Nach Protesten gegen eine umstrittene Ernennung in Çelebiyê hat es nun in Kobanê eine wichtige Entscheidung gegeben: Elmaz Romî übernimmt das Bürgermeisteramt. Die Entwicklung folgt Gesprächen zwischen QSD und Übergangsregierung.
Nach anhaltenden Protesten gegen eine umstrittene Ernennung in der Gemeinde Çelebiyê durch die syrische Übergangsregierung ist für die weiter östlich gelegene Stadt Kobanê eine andere Entscheidung getroffen worden: Elmaz Romî wurde zur Bürgermeisterin ernannt.
Zuvor hatte Damaskus eigenständig einen Bürgermeister für das zu Kobanê gehörende Çelebiyê eingesetzt. Diese Entscheidung hatte in der Region scharfe Kritik ausgelöst. Lokale Gremien und die Bevölkerung warfen der Übergangsregierung vor, die Strukturen vor Ort zu umgehen und den politischen Willen der Bevölkerung zu ignorieren.
Intensive Gespräche zwischen QSD und Damaskus
In Stellungnahmen wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Ernennung im Widerspruch zum Abkommen vom 29. Januar stehe, das den Rahmen für den Umgang zwischen der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) und der Zentralregierung in Damaskus definieren soll. Die Kritik blieb nicht auf politische Erklärungen beschränkt: In Çelebiyê kam es zu Protesten, bei denen Anwohner:innen gegen die Entscheidung auf die Straße gingen und die Anerkennung ihrer lokalen Strukturen forderten.
Vor diesem Hintergrund kam es zu intensiven Gesprächen zwischen den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) und der Übergangsregierung. In den Verhandlungen ging es insbesondere um Zuständigkeiten bei kommunalen Ernennungen sowie um die Rolle lokaler Selbstverwaltungsstrukturen. Als Ergebnis dieser Gespräche wurde schließlich die Ernennung von Elmaz Romî beschlossen. Romî war zuvor Ko-Vorsitzende des Ökologiekomitees der DAANES und gilt als politisch erfahrene Vertreterin der Selbstverwaltungsstrukturen, auch durch ihr früheres Engagement beim kurdischen Frauendachverband Kongra Star.
Diskussionen zwischen lokalen Gremien
Parallel zu dieser Personalentscheidung dauern die Gespräche zwischen lokalen Behörden und Vertretern aus Damaskus weiter an. Zuletzt trafen Delegationen der Selbstverwaltung und der Provinzverwaltung von Aleppo am Sonntag zusammen. Zwar wird von einer konstruktiven Gesprächsatmosphäre berichtet, konkrete Auswirkungen auf die Situation vor Ort bleiben bislang jedoch begrenzt.
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