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400 Geiseln freigelassen: Dritte Gruppe kehrt nach Rojava zurück


Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) und der syrischen Übergangsregierung sind rund 400 Geiseln freigelassen worden. Es ist die dritte größere Gruppe seit der Offensive im Januar.

Auch YPJ-Kämpferinnen frei
 
ANF / HESEKÊ, 11. April 2026.

Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) und der syrischen Übergangsregierung sind rund 400 Menschen freigelassen worden und nach Nordostsyrien zurückgekehrt. Es handelt sich hauptsächlich um Mitglieder des Bündnisses und die dritte größere Gruppe von Geiseln, die seit der syrischen Offensive gegen Rojava im Januar freikommt.

Die Freigelassenen trafen in der Stadt Hesekê ein, wo sie von ihren Familien, Vertreter:innen der lokalen Verwaltung sowie zahlreichen Bewohner:innen empfangen wurden. Der Empfang entwickelte sich zu einem sichtbaren Moment der Erleichterung und Solidarität, nachdem viele der Betroffenen über Monate von ihren Angehörigen getrennt gewesen waren.


Die Freilassung erfolgt im Rahmen des Abkommens vom 29. Januar zwischen den QSD und den Machthabern in Damaskus. Ursprünglich war der Austausch bereits für die vergangenen Tage geplant gewesen, wurde jedoch mehrfach aus „organisatorischen Gründen“ verschoben, wie es hieß.

Auch YPJ-Kämpferinnen freigelassen

Mit der aktuellen Gruppe steigt die Zahl der bislang freigelassenen Menschen aus Nordostsyrien auf rund 870. Viele von ihnen waren im Zuge der Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) von syrischen Regierungstruppen und pro-türkischen Milizen unter dem Kommando von Damaskus verschleppt worden.

Unter den Freigelassenen befinden sich auch Kämpferinnen der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ). Wie viele von ihnen Teil der aktuellen Gruppe sind, ist bislang unklar. Nach früheren Angaben einer Sprecherin der YPJ befanden sich zuletzt noch 35 Kämpferinnen in der Gewalt der syrischen Übergangsregierung.

Kölner Journalistin unter Verschleppten

Die Freilassungen gelten als Teil eines laufenden Prozesses, dessen Fortsetzung von der weiteren Umsetzung des Januar-Abkommens abhängt. Gleichzeitig bleibt die Forderung bestehen, alle weiterhin festgehaltenen Menschen freizulassen. Im Zuge der Offensive waren bis zu 4.000 Menschen aus Nordostsyrien entführt worden, darunter auch die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann und ihr kurdischer Kollege Ahmed Polad. Über ihr Schicksal ist weiterhin nichts bekannt.

Titelfoto © Rojava Information Center (RIC)

 

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