Direkt zum Hauptbereich

Syrische Armee startet neue Angriffswelle auf Dair Hafir

 


Die syrische Übergangsregierung hat eine neue Angriffswelle auf Dair Hafir gestartet. Die QSD berichten von Einschlägen in Wohngebieten und warnen vor gezielter Desinformation. Damaskus rechtfertigt die Offensive mit konstruierten Vorwürfen.

Gezielte Eskalation mit Propaganda
 
ANF / REDAKTION, 16. Jan. 2026.

Die selbsternannte Übergangsregierung Syriens hat eine neue Offensive gegen Dair Hafir eingeleitet. Die syrische Armee und verbündete Islamistenmilizen beschießen laut Angaben der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) seit Freitagabend mehrere dicht besiedelte Wohngebiete in der Kleinstadt östlich von Aleppo. Die QSD sprechen von gezielten Angriffen auf die Zivilbevölkerung und reagieren auf den Beschuss. Zugleich werfen sie Damaskus eine koordinierte Desinformationskampagne vor – mit dem Ziel, ihre Rolle zu delegitimieren und internationale Unterstützung zu untergraben.

Das sogenannte syrische Verteidigungsministerium veröffentlichte im Vorfeld eine Mitteilung, in der die Angriffe als „legitime Reaktion“ dargestellt wurden und präsentierte Karten mit markierten Zielpunkten, die als feindliche Infrastruktur deklariert wurden. Demnach handele es sich bei den bombardierten Zielen in Dair Hafir um Militärstützpunkte der QSD und verbündeter Kräfte, darunter angebliche Stellungen der PKK und Überreste des „gestürzten Regimes“.  Von diesen Positionen aus seien iranische Drohnen gegen Wohngebiete in Aleppo gestartet worden. In den Reihen der QSD befänden sich zudem ausländische Kämpfer:innen, die man mit der PKK in Verbindung bringt. Darüber hinaus hinderten die QSD die Zivilbevölkerung daran, umkämpfte Gebiete zu verlassen.

QSD: Vorwürfe aus Damaskus sind gezielte Desinformation

Die QSD wiesen diese Behauptungen scharf zurück. In einer Stellungnahme warfen sie der syrischen Übergangsregierung und insbesondere dem Verteidigungsministerium vor, eine „systematische Desinformationskampagne“ zu führen, um die QSD international zu diskreditieren. „Die syrischen Behörden verbreiten gezielt Lügen über iranische Drohnen in unseren Reihen oder über ausländische Kämpfer:innen in unseren Einheiten“, heißt es. Diese Vorwürfe seien Teil einer „manipulativen Strategie mit klarer politischer Absicht“ – nämlich, Misstrauen zwischen den QSD und ihren internationalen Partnern zu schüren.

Solche Aussagen zielten insbesondere auf außenpolitische Adressaten ab, so die Erklärung weiter. Die QSD bekräftigten, dass es sich bei ihren Mitgliedern ausschließlich um syrische Staatsangehörige handele, darunter Araber:innen, Kurd:innen sowie Suryoye und damit Angehörige verschiedener ethnischer und religiöser Gruppen des Landes. Im Gegenzug verwiesen sie auf „Tausende ausländische Söldner“, darunter Usbeken und Tschetschenen, die sich in den Reihen der „syrischen Armee“ und ihren Proxytruppen befänden.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Michael Löwy: Der Westen wird den Verrat an Rojava teuer bezahlen

Kobanê: Blockade dauert trotz Abkommen an

Ununterbrochene Solidaritätsaktionen in Stuttgart