Linken-Abgeordnete Özdemir übernimmt Patenschaft für Zeynab Jalalian
Die Bundestagsabgeordnete Cansu Özdemir hat eine Patenschaft für die in Iran inhaftierte Kurdin Zeynab Jalalian übernommen. Sie will den Fall der seit 2008 inhaftierten politischen Gefangenen international stärker sichtbar machen.
Die Bundestagsabgeordnete Cansu Özdemir (Die Linke) hat eine Patenschaft für die kurdische politische Gefangene Zeynab Jalalian übernommen. Die Initiative erfolgt im Rahmen des Programms „Parlamentarier schützen Parlamentarier“ (PsP) des Deutschen Bundestages, das sich für weltweit verfolgte Menschenrechtsverteidiger:innen und politische Gefangene einsetzt. Özdemir erklärte, sie wolle mit der Patenschaft dazu beitragen, den Fall Jalalian international stärker ins Bewusstsein zu rücken. Ihr Schicksal stehe exemplarisch für die Unterdrückung politischer Opposition und ethnischer Minderheiten in Iran, insbesondere kurdischer Aktivist:innen. „Als Patin werde ich mich dafür einsetzen, dass der Fall Zeynab Jalalian international sichtbar bleibt. Politische Gefangene dürfen nicht vergessen werden“, so Özdemir.
Einzige Frau in Iran mit lebenslanger Haftstrafe
Zeynab Jalalian (auch Celaliyan geschrieben) wurde 1982 in einem Dorf bei Makû geboren und setzte sich bereits früh für Frauenrechte in Iran ein. Im Frühjahr 2008 wurde sie in Kirmaşan (Kermanschah) verhaftet und acht Monate lang in einer Einrichtung des iranischen Geheimdienstministeriums schwer gefoltert, bevor sie in einem von Menschenrechtsorganisationen als unfair kritisierten Prozess wegen „Feindschaft gegen Gott“ aufgrund des Vorwurfs der Mitgliedschaft in der Partei für ein freies Leben in Kurdistan (PJAK) zum Tode verurteilt wurde. Nach internationalen Protesten wurde das Todesurteil 2011 in lebenslange Haft umgewandelt. Jalalian ist derzeit die einzige weibliche Gefangene in Iran, die mit dieser Strafe belegt ist. Aktuell sitzt sie in einem Gefängnis in Yazd – in rund 1400 Kilometern Entfernung vom Wohnort ihrer Familie.
Durch schlechte Haftbedingungen und Folter schwerkrank
Jalalian ist schwerkrank. Sie leidet infolge schlechter Haftbedingungen und Misshandlungen im Gefängnis sowie Gefangenentransporten quer durch das Land an Asthma und anderweitigen gesundheitlichen Problemen, unter anderem Herz-, Darm- und Nierenerkrankungen, Lähmungen, Zahn- und Kieferentzündungen sowie Spätschäden durch unbehandelte Folterverletzungen. Als Folge von wiederholten Schlägen auf den Kopf ist ihr Sehvermögen stark eingeschränkt. In den letzten Jahren ist Jalalian wiederholt vom Regime erpresst worden, ein vorgefasstes „Reuezeugnis" zu unterschreiben. Dafür wurde ihr im Gegenzug eine medizinische Behandlung und sogar eine bedingte Entlassung in Aussicht gestellt. Die Kurdin verweigerte dies.
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