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Rojava: Belagerung und humanitäre Krise

 


In den Kantonen Cizîrê und Kobanê herrscht weiterhin Ausnahmezustand, auch die humanitäre Krise dauert an. Vielerorts fehlt das Nötigste, besonders ernst ist die Situation im abgeschnittenen Kobanê. Gleichzeitig ist das Ausmaß an Solidarität enorm.

Alarmbereitschaft, Versorgungsmangel und grenzenlose Solidarität
 
ANF / REDAKTION, 25. Jan. 2026.

Die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) haben gestern Abend bekannt gegeben, dass der Waffenstillstand um 15 Tage verlängert wurde. Trotz dessen dauert die schwere Belagerung von Kobanê an. Die Strom-, Wasser- und Kraftstoffkrise dauert an, er herrschen starke Kälte und Schneefall und grundlegende Bedarfsgüter, wie beispielsweise Babynahrung, sind kaum noch verfügbar.

Die Institutionen der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) arbeiten intensiv daran, Zehntausende vertriebene Familien unterzubringen. Etliche der aus Efrîn (Afrin), Şehba, Raqqa, Tabqa, Deir ez-Zor und Şedadê vertriebenen Menschen haben im Kanton Cizîrê Zuflucht gefunden. Aufgrund der hohen Zahl von Flüchtlingen haben die zuständigen Komitees Schwierigkeiten, ihre Bedürfnisse zu decken. Die zuständigen Institutionen haben daher einen dringenden Hilferuf gestartet.

Umfassende Mobilmachung

Darüber hinaus hat die Bevölkerung der Region auf den Aufruf der QSD zur Mobilisierung reagiert und begonnen, die Verteidigung ihrer Stadtviertel und Dörfer aufzustellen, indem sie überall Wachposten aufstellen und sich bewaffnen. Unterstützt werden sie auch von Hunderten Jugendlicher, die aus Başûr und Rojhilat nach Rojava gekommen sind, um sich dem Widerstand anzuschließen.

Die Kurd:innen in Europa unterstützen Rojava weiterhin mit zahlreichen Aktionen und öffentlichem Protest. Außerdem hat sich mit der „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ auch eine große Gruppe auf ihren Weg gemacht, um sich der Verteidigung Kobanês vor Ort anzuschließen.

Obwohl der Waffenstillstand verlängert wurde, besteht weiterhin die Gefahr von Angriffen. Mit HTS verbundene Söldnertruppen haben bereits zuvor die Waffenruhe gebrochen. Die Parteien in Rojava haben angesichts der eklatanten Situation alle Kurd:innen weltweit dazu aufgerufen, sich für Rojava einzusetzen.

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