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Abdi warnt nach Angriffen in Aleppo: „Werden nicht tatenlos zusehen“


Nach mehreren Tagen intensiver Angriffe mit schwerer Artillerie und Panzern auf kurdische Stadtteile in Aleppo warnt QSD-Kommandant Mazlum Abdi: Sollte die Gewalt gegen die Bevölkerung nicht enden, werde man reagieren.

QSD drohen mit Reaktion
 
ANF / REDAKTION, 9. Jan. 2026.

Angesichts andauernder schwerer Angriffe auf die kurdisch bewohnten Stadtteile Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo hat der Oberkommandierende der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD), Mazlum Abdi, eine deutliche Warnung ausgesprochen. Die Angriffe mit Panzern, Haubitzen und schwerer Artillerie dauern bereits den dritten Tag an. Sollten sie weiter zunehmen und eine akute Bedrohung für die Bevölkerung darstellen, würden die QSD nicht tatenlos bleiben, sagte Abdi am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur ANHA.

„Wir unterstützen die standhafte Verteidigung unserer Bevölkerung und der Kräfte der Inneren Sicherheit, die sich trotz zahlenmäßiger und waffentechnischer Unterlegenheit gegen die Angriffe wehren“, so Abdi. Der Einsatz der Bewohner:innen, die sich Seite an Seite mit den Sicherheitskräften gegen die Angriffe stellten, zeuge von „außergewöhnlicher Entschlossenheit und Widerstandskraft“.

Gezielte Vertreibung befürchtet

Abdi warf den Truppen der syrischen Übergangsregierung vor, eine gezielte Vertreibung der kurdischen Zivilbevölkerung in den beiden Stadtteilen zu betreiben. Die Erklärung der Stadtviertel zum „Militärgebiet“ sowie der andauernde Beschuss hätten bei der Bevölkerung Angst ausgelöst. „Was dort geschieht, läuft auf eine systematische gewaltsame Vertreibung hinaus. Das ist ein Vorgehen, das den Tatbestand eines Kriegsverbrechens erfüllt“, so Abdi. Ein solches Vorgehen sei inakzeptabel und werde von den QSD in keiner Form toleriert, betonte der Kommandant. Gleichzeitig sprach er der Bevölkerung vor Ort Mut zu, dem Druck standzuhalten und nicht dem Ziel der Entwurzelung zu weichen.

Stillstand bei Vermittlungsversuchen

Seit Beginn der Angriffe, so Abdi weiter, bemühten sich die QSD sowohl mit eigenen Initiativen als auch im Rahmen internationaler Vermittlungsbemühungen um politische Lösungen. Doch Vertreter der syrischen Übergangsregierung blockierten bislang jegliche Deeskalationsversuche. „Dieses Beharren auf militärischer Gewalt riskiert, Syrien zurück in eine Spirale aus Krieg und Zerstörung zu stürzen“, warnte Abdi.

Verstöße gegen Abkommen

Zudem erinnerte er an mehrere Vereinbarungen, die im vergangenen Jahr zwischen der nordostsyrischen Selbstverwaltung und Damaskus geschlossen wurden – darunter das Abkommen vom 10. März und jenes vom 1. April des Vorjahres. Gerade letzteres hatte explizit die Sicherheit der Zivilbevölkerung in Şêxmeqsûd und Eşrefiyê und die Verantwortung des syrischen Innenministeriums sowie der autonomen Sicherheitskräfte für die betroffenen Stadtteile festgelegt. Die aktuellen Angriffe verletzten nicht nur diese Abkommen, sondern auch internationale Konventionen zum Schutz von Zivilist:innen, sagte Abdi.

Rückkehr zum Dialog als einziger Ausweg

Abschließend betonte der QSD-Generalkommandant die Bedeutung politischer Lösungen: „Nur über Dialog und den Austausch von Positionen lassen sich die bestehenden Konflikte lösen. Wir sind bereit, alles Nötige zu tun, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Gewaltspirale muss gestoppt werden, bevor sie erneut außer Kontrolle gerät.“

 

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