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100 Verschleppte aus syrischer Gefangenschaft freigelassen

 


In Hesekê ist eine weitere Gruppe von Gefangenen freigelassen worden, die von der syrischen Übergangsregierung festgehalten worden waren. Die Freilassung von 100 Personen erfolgt im Rahmen eines Abkommens mit den QSD.

Hesekê empfängt freigelassene Gefangene
 
ANF / HESEKÊ, 10. März 2026.

In der nordostsyrischen Stadt Hesekê ist eine neue Gruppe von Gefangenen eingetroffen, die zuvor von der syrischen Übergangsregierung festgehalten worden waren. Insgesamt 100 Personen wurden freigelassen und kehrten am Dienstag zu ihren Familien zurück.

Die Freilassung erfolgt im Rahmen der Umsetzung des Abkommens vom 29. Januar zwischen den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) und der Führung in Damaskus. Das Abkommen sieht unter anderem die schrittweise Freilassung von Gefangenen vor, die im Zuge der Offensive syrischer Regimetruppen und Proxymilizen festgenommen oder verschleppt worden waren


Emotionale Szenen bei der Ankunft

Zahlreiche Bewohner:innen der Stadt versammelten sich am Panorama-Kreisverkehr im Stadtzentrum, um die Ankunft der freigelassenen Menschen zu erwarten. Als die Gefangenen eintrafen, kam es zu emotionalen Szenen: Familienangehörige begrüßten ihre Angehörigen nach langer Trennung mit großer Erleichterung. Unter den Anwesenden waren auch Behördenvertreter:innen und Persönlichkeiten der Stadt. Der Gouverneur von Hesekê, Nûredîn Îsa Ehmed, begrüßte die Freigelassenen und bezeichnete ihre Rückkehr als wichtigen Schritt zur Linderung des Leids vieler Familien.

Hoffnung auf weitere Freilassungen

Die freigelassenen Menschen stammen aus verschiedenen Städten Nord- und Ostsyriens, darunter Raqqa, Tabqa, Deir ez-Zor, Kobanê und Qamişlo. Unter ihnen befinden sich neben Kämpfer:innen der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) auch zahlreiche Zivilist:innen. Viele Angehörige hoffen nun, dass in den kommenden Phasen des Abkommens weitere Gefangene freikommen und auch das Schicksal der noch Vermissten geklärt wird.

Kölner Journalistin unter Verschleppten

Bei der Offensive der syrischen Übergangsregierung gegen die Selbstverwaltung von Nordostsyrien im Januar waren nach Angaben des Zentrums für strategische Studien Rojava (NRLS) mindestens 1.200 Zivilist:innen getötet worden. Die meisten Opfer waren Frauen und Kinder. Zusätzlich zu den Todesopfern waren mehr als 2.000 Zivilist:innen entführt worden. Etwa 1.070 Gefangene wurden zuletzt in syrischen Haftanstalten festgehalten, hauptsächlich in Aleppo, über 900 von ihnen sind weiterhin Kriegsgefangene. In über 500 Fällen ist der Verbleib der Verschleppten bis heute unbekannt. Unter den Vermissten befinden sich auch die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann und ihr kurdischer Kollege Ahmed Polad.

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