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QSD und Damaskus vereinbaren neue Waffenruhe

Die QSD haben sich mit Damaskus auf eine neue Waffenruhe geeinigt. Die Vereinbarung soll zunächst vier Tage gelten.

Vier Tage Feuerpause?
 
ANF / HESEKÊ, 20. Jan. 2026, 18:55

Die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) und die selbsternannte syrische Übergangsregierung haben sich auf eine erneute Waffenruhe geeinigt. Die Vereinbarung soll zunächst vier Tage gelten, hieß es aus Damaskus. Wie die QSD mitteilten, werde man sich an die Feuerpause halten – jedoch nur unter der Bedingung, dass keine weiteren Angriffe stattfinden. „Wir werden keine militärischen Maßnahmen einleiten, solange unsere Kräfte nicht angegriffen werden“, heißt es in der Erklärung.

Kurz vor der Bekanntgabe der Waffenruhe hatte der Oberkommandierende des Bündnisses Mazlum Abdi mitgeteilt, dass alle Einheiten der QSD in die Gebiete von Rojava verlegt wurden, um die Bevölkerung vor „barbarischen Angriffen“ zu schützen. „Der Schutz der kurdischen Gebiete ist eine rote Linie. Wir werden sie ohne Zögern verteidigen“, so Abdi.

Laut einem Bericht der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana soll die Vereinbarung zwischen der islamistischen Übergangsregierung und den QSD mehr als nur eine militärische Feuerpause umfassen: Die vier Tage gelten demnach als Zeitfenster, um praktische Mechanismen für einen dauerhaften Waffenstillstand sowie für eine mögliche politische und sicherheitspolitische Eingliederung der QSD in syrische Staatsstrukturen zu erarbeiten.

Zu den Eckpunkten dieser Verständigung gehörten laut Damaskus mehrere sicherheitsrelevante Zusagen: Regimetruppen sollen nicht in die Stadtzentren von Hesekê und Qamişlo einrücken, und es soll keine Stationierung externer bewaffneter Einheiten in kurdischen Dörfern geben – mit Ausnahme lokaler Sicherheitskräfte, die weiterhin vor Ort operieren dürften.

Fortgesetzte Angriffe

Trotz der angekündigten Waffenruhe halten die Angriffe auf kurdische Gebiete in Nordostsyrien an. Aus mehreren Dörfern in Kobanê wurden auch nach der offiziellen Bekanntgabe der Feuerpause am Dienstagnachmittag neue Angriffe gemeldet. Auch die im Al-Aqtan-Gefängnis in Raqqa zur Sicherung der IS-Gefangenen verbliebenen Kämpfer:innen der QSD und Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) sollen wieder von Milizen der Übergangsregierung mit Drohnen ins Visier genommen worden sein.

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