Qamişlo: Familien fordern Freilassung der Gefangenen
Familien von Kriegsgefangenen aus Rojava haben in Qamişlo die sofortige Freilassung ihrer Angehörigen gefordert. Trotz einer entsprechenden Vereinbarung mit der Selbstverwaltung zögert Damaskus seit rund einem Monat die Umsetzung hinaus.
Familien von Gefangenen haben sich am Freitag gemeinsam mit Einwohner:innen von Qamişlo versammelt, um die Freilassung ihrer im Zuge der Offensive des syrischen Regimes gegen die Selbstverwaltung in Rojava inhaftierten Angehörigen zu fordern. In einer Erklärung verlangten sie die sofortige Umsetzung einer Vereinbarung, die im Rahmen des Abkommens zwischen den Demokratischen Kräften Syriens (QSD) und den Machthabern in Damaskus angekündigt worden war.
„Unsere Herzen sind voller Schmerz, aber die Hoffnung lebt“
Die Erklärung wurde auf Kurdisch von der Lehrerin Rojîn Mûsa und auf Arabisch von Ferîd Hesen verlesen. Darin wandten sich die Familien direkt an die kurdische Öffentlichkeit und an Unterstützer:innen weltweit: „Wir richten diesen Aufruf mit schmerzvollen Herzen, aber mit ungebrochener Hoffnung an euch. Unsere Söhne, Väter und Brüder – die Gefangenen aus Rojava – befinden sich weiterhin in syrischer Haft, obwohl nach Gesprächen mit der syrischen Übergangsregierung und QSD ihre Freilassung angekündigt wurde.“
Seit inzwischen einem Monat werde die Vereinbarung nicht umgesetzt, hieß
es weiter in der Erklärung. Über das Schicksal der Gefangenen gebe es
keine verlässlichen Informationen. Ihre Familienangehörigen hätten
keinerlei Auskunft über ihren Gesundheitszustand oder ihre
Haftbedingungen erhalten.
Appell an Gewissen und Öffentlichkeit
Die Angehörigen erklärten, Mütter, Väter, Ehepartner:innen und Kinder lebten in großer Sorge und warteten täglich auf die Rückkehr ihrer Liebsten. Sie riefen „das Gewissen der Menschheit“ sowie Menschenrechtsverteidiger:innen dazu auf, sich an die Seite der Gefangenen zu stellen und Druck für deren Freilassung aufzubauen. Zugleich forderten sie die zuständigen Stellen in Damaskus auf, die Vereinbarungen umzusetzen und die Gefangenen unverzüglich freizulassen.
Aufruf zu friedlichen Massenaktionen
Abschließend appellierten die Familien an die Kurd:innen in allen vier Teilen Kurdistans sowie in der Diaspora, mit friedlichen und massenhaften Aktionen ihre Solidarität zu zeigen. „Die Stimme der Gefangenen und ihrer Angehörigen muss überall hörbar gemacht werden“, hieß es.
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