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Seit Januar werden Hunderte vermisst

 


Viele Familien aus den Gebieten, die im Januar und Februar am stärksten von den Angriffen der syrischen Übergangsregierung betroffen waren, vermissen seither Angehören. Sie wissen oft nicht einmal, ob ihre Kinder gefallen oder gefangen sind.

Familien in Rojava fordern Gefangenenaustausch und Aufklärung
 
ANF / QAMIŞLO, 26. Feb. 2026.

Familien in Rojava protestieren gegen das Schweigen zu ihrer Forderung nach Freilassung der Gefangenen. Hunderte von Menschen aus den Stadtteilen Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo, aus Dair Hafir und den Regionen Raqqa und Tabqa, sind im Krieg getötet oder gefangen genommen worden. Doch ihr Verbleib ist unklar. Ihre Angehörigen versuchen daher seit Wochen, sich Gehör zu verschaffen.

Die Familien von Kämpfer:innen und Zivilist:innen, die während des Krieges im Januar und Februar dieses Jahres von gegnerischen Gruppen gefangen genommen wurden, haben am Mittwoch vor dem Büro der Vereinten Nationen in Qamişlo protestiert. Sie forderten: „Gebt uns unsere Kinder, gebt uns die Leichen unserer Gefallenen.“ Bisher erzielten die Proteste keine Erfolge und es wurden keine Schritte entsprechend ihrer Forderungen unternommen.

 

Ein Vater, der an der Protestaktion teilnahm und ein Transparent mit der Aufschrift „Ich will, dass unsere Kinder freigelassen werden“ hochhielt, forderte die Freilassung seines Sohnes: „Ich will, dass mein Sohn Zinar Zagros und alle unsere Kinder aus diesen dunklen Gefängnissen befreit werden. Wir wollen ein würdiges und freies Leben. Was haben wir getan? Welches Verbrechen haben wir begangen? Wir haben für Menschlichkeit und Brüderlichkeit gekämpft. Ich will, dass mein Kind freigelassen wird.“

Eine Mutter erklärte, dass sie seit drei Monaten ihren einen Sohn vermisse und seit Beginn des Krieges auch keine Nachrichten von ihrem anderen Sohn habe. Sie sagte: „Wir haben seit Beginn des Krieges keine Nachrichten von ihm. Ist er gefallen, wird er vermisst, wir wissen es nicht. Dieses Volk darf nicht allein gelassen werden. Wir befinden uns in sehr schwierigen Zeiten. Die Geduld hat ein Ende. In diesem heiligen Monat wollen wir, dass unsere Kinder zu ihren Müttern zurückkehren.“

„Was kann ich als Mutter tun?“

Behiye Ferhan Elî, die Mutter von Murad Eşqer, erklärte ebenfalls, dass ihr Sohn gefangen genommen wurde und zwei weitere Mitglieder ihrer Familie vermisst würden. Elî hielt ein Foto ihres Sohnes hoch und sagte: „Das ist mein Sohn, der gefangen genommen wurde. Er wurde in Dair Hafir gefangen genommen. Wir wissen nichts über sein Schicksal. Eines meiner Kinder ist ein Gefallener, ein anderes ist ein Gefangener, und mein Schwiegersohn ist ebenfalls gefallen. Was kann ich als Mutter tun? Wir wollen, dass unsere Stimmen alle Länder erreichen. Lasst unsere Kinder frei.“

Die Hauptforderung der Familien ist, dass die Vereinten Nationen die Umsetzung der internationalen Menschenrechtskonventionen garantieren. Sie verlangen zudem, dass die Situation der Gefangenen von unabhängigen Kommissionen untersucht, das Schicksal der Vermissten aufgeklärt und die Leichen der Gefallenen an ihre Familien übergeben werden.

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