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People‘s Bridge Rojava: Von Kobanê bis Gaza – die Besatzung besiegen!


Die Global Sumud Flotilla ist unterwegs, um die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Über 50 Schiffe aus 44 Ländern und sechs Kontinenten beteiligen sich an der größten internationalen Solidaritätsaktion dieser Art.

Solidaritätsorganisation unterstützt Gaza-Hilfsflotte
 
ANF / REDAKTION, 6. Sept. 2025.

Seit bald einer Woche ist die Global Sumud Flotilla auf See. Über 50 Schiffe und Boote, besetzt mit Aktivist:innen aus 44 Ländern und sechs Kontinenten, haben sich zusammengeschlossen, um ein Ziel zu verfolgen: die illegale israelische Seeblockade über Gaza durchbrechen und dringend benötigte Hilfsgüter an die palästinensische Zivilbevölkerung zu liefern.

Es ist die bislang größte international koordinierte Aktion dieser Art – getragen von hunderten Aktivist:innen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und internationalen Solidaritätsnetzwerken. Die Solidaritätsorganisation „People‘s Bridge for International Solidarity and Support with Rojava“ ist Teil der Flottille und hat in einer Erklärung ihre Unterstützung bekräftigt: „Von Kobanê bis Gaza – die Besatzung besiegen!“

Sumud – Arabisch für Standhaftigkeit

„Sumud“ – das arabische Wort für Standhaftigkeit – ist der Leitbegriff der Flottille, die sich bewusst gegen die anhaltende militärische und wirtschaftliche Belagerung des Gazastreifens richtet, unter der über zwei Millionen Menschen leben. Die Aktion versteht sich zugleich als Ausdruck internationalistischer Solidarität gegen Besatzung, Krieg und Vertreibung – nicht nur in Palästina, sondern in der gesamten Region. Murat Okundu, Teilnehmer aus Köln, bringt es auf den Punkt: „Ich hoffe, dass ich mit meiner Teilnahme die Solidarität des kurdischen Volkes nach Gaza tragen kann. Israel mordet Frauen, Kinder und Alte, ohne mit der Wimper zu zucken – und der deutsche Staat wie auch weitere Staaten bleiben tatenlos.“

Rojava und Gaza: Zwei Fronten, ein Widerstand

In der Erklärung der People‘s Bridge wird betont, dass die Besetzung Gazas und die Drohungen gegen Rojava zwei Seiten derselben imperialen Strategie seien: „Ob Israel, Deutschland oder die Türkei – verschiedenste Regierungen sind seit Jahren bemüht, die Völker im Mittleren Osten zu spalten und für ihre Interessen zu gewinnen. Kurd:innen und Drus:innen sollen sich mit Israel verbünden, um gemeinsam einen modernen Mittleren Osten zu schaffen, während in Gaza zehntausende Palästinenser:innen ermordet wurden und ein ganzes Volk ausgehungert wird.

Hierbei geht es im Mittleren Osten nicht darum, ob dieses oder jenes Volk oder religiöse Minderheit mehr Leid erfährt oder Aufmerksamkeit verdient, sondern dass in der Region kein Jahr ohne Krieg, Massaker und Unterdrückung vergeht. Die Völker und Unterdrückten sind die Kraft, internationale Solidarität zu üben und gegen Krieg und Besatzung zu handeln. Dabei wollen wir vor allem die Demokratische Autonomieverwaltung Nordostsyriens (DAANES), die aus der Rojava-Revolution 2012 entstand, hervorheben, denn anhand ihrer zeigt sich, dass ein Leben in demokratischer Selbstverwaltung und Frieden miteinander möglich ist.

Rojava ist unsere Revolution – eine der Kurd:innen, Araber:innen und zahlreicher anderer Völker der Region. Deshalb ist unsere Losung in der Flotilla-Kampagne: Von Kobanê bis Gaza – die Besatzung besiegen! Die Bedrohung Rojavas sowie die Besetzung Gazas und der Westbank sind nicht alleinstehend und Ausprägung einer aggressiven Expansionspolitik, aber auch der Vorbereitung auf einen kommenden Krieg, in dem der antikoloniale Widerstand keinen Platz haben soll. Die Angriffe Israels, die sich in den letzten Jahren in Palästina, Libanon, Syrien, Jemen und Iran gezeigt haben, zeigen, dass der Staat Israel mit der Bombardierung ziviler Stellungen einen Krieg gegen die Völker des Mittleren Ostens führt, der beantwortet werden muss.

Die Sumud-Flotilla als Antwort der Völker

Die Sumud-Flotilla ist ein Zeichen der internationalen Solidarität und der Völker der Welt, eigenständig die Blockade, die seit 2006 den Gazastreifen von der Welt und dem Rest Palästinas abschottet, zu durchbrechen. Der Schritt, als Flotilla mit 50 Booten und 600 Teilnehmer:innen, ist ein klares Zeichen an die internationale Gemeinschaft. In den nächsten Tagen kann es dazu kommen, dass die israelische Armee die Aktivist:innen aufhält, entführt oder foltert. Wir rufen alle Demokrat:innen und Kriegsgegner:innen dazu auf, gegen den Genozid in Gaza und für die Durchfahrt der Schiffe nach Gaza auf die Straße zu gehen und politischen Druck auf die Bundesregierung aufzubauen. Für einen gerechten Frieden, ohne leere Versprechen von USA und Co., im Mittleren Osten, und einen Stopp der Drohungen gegen Rojava und des Genozids in Gaza.“

 

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