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1. Mai in Wan: Wir machen die Arbeit, wir haben das Wort

 


Der Gewerkschaftsverband KESK hat auf einer Demonstration zum 1. Mai in Wan eine Lösung der kurdischen Frage gefordert: „Das für den Krieg ausgegebene Budget muss dem Volk zugute kommen. Deshalb sind wir heute hier.“

1. Mai in Kurdistan

In Wan haben Tausende Menschen an einer Demonstration zum 1. Mai teilgenommen. Die Veranstaltung wurde vom Verband der Revolutionären Arbeitergewerkschaften (DISK), der Konföderation der Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes (KESK) und weiteren Berufsverbänden wie der Anwalts- und Ärztekammer organisiert und stand unter dem Motto „Wir machen die Arbeit, wir haben das Wort“. Mitglieder der Journalistenvereinigungen DFG und MKG protestierten mit einem Transparent mit der Aufschrift „Ihr könnt uns nicht zum Schweigen bringen“ gegen die jüngsten Verhaftungen von Medienschaffenden in der Türkei. Aktivistinnen der Bewegung freier Frauen (TJA) nahmen mit einem großen „Jin Jiyan Azadî“-Banner teil.


Bei der Abschlusskundgebung im Musa-Anter-Park wurde immer wieder der Aufstand der Bevölkerung von Wan nach den Kommunalwahlen Ende März thematisiert. Ko-Bürgermeisterin Neslihan Şedal (DEM-Partei) sagte in einer Rede: „Wir waren am 3. April hier auf diesem Platz und die Bevölkerung hat gesiegt.“ Der KESK-Vorsitzende Ahmet Karagöz verurteilte den Polizeiangriff auf Demonstrant:innen in Istanbul und erklärte: „In unserem Land herrscht eine geballte Krise. Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter werden ausgebeutet. Die Rechnung für die Krise soll das Volk begleichen, während sich Regierungsanhänger bereichern. Bei den Wahlen am 31. März kam ein deutliches Nein zu dieser Politik aus der Bevölkerung. Die Menschen in Wan haben gleich zweimal Nein gesagt, dazu gratuliere ich euch allen. Wir wollen Frieden und Geschwisterlichkeit, und wir wollen in einem Land leben, in dem es muttersprachlichen Unterricht und ein gleichberechtigtes Zusammenleben gibt. Die kurdische Frage muss gelöst werden, die unmenschlichen Maßnahmen in den Gefängnissen müssen ein Ende finden und das für den Krieg ausgegebene Budget muss dem Volk zugute kommen. Deshalb sind wir heute hier.“

Die Ko-Vorsitzende der DEM-Partei, Tülay Hatimoğulları, sagte in einer Rede, dass Arbeitslosigkeit und Armut zu den größten Problemen im Land gehören: „In der Türkei leben heute fast fünfzig Millionen Menschen an der Armutsgrenze. Die AKP verschleudert alle Reichtümer des Landes an ihre Anhänger in den Palästen und hält Hunger und Armut als angemessen für die arbeitende Bevölkerung. Diese Situation hängt auch mit der Kriegspolitik zusammen. Die Regierung antwortet mit Panzern und Raketen auf unsere Forderung nach einer friedlichen und demokratischen Lösung der seit über vierzig Jahren andauernden kurdischen Frage.“

Die Kundgebung endete mit einem Konzert von Fazıl Demir, Koma Janya und Babetna, es wurde viel getanzt.

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