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Iranische Friedensnobelpreisträgerin Mohammadi beendet Hungerstreik


Die im Iran inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi hat durch einen zweitägigen Hungerstreik durchgesetzt, ohne das obligatorische Kopftuch in ein Krankenhaus gebracht zu werden. Ihre Protestaktion hat sie inzwischen beendet.

Die im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran inhaftierte iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi hat durch einen zweitägigen Hungerstreik durchgesetzt, ohne den obligatorischen Schleier in ein Krankenhaus gebracht zu werden. „Ich werde weiterhin kein Kopftuch tragen, bis der Kopftuchzwang abgeschafft wird“, sagte sie in einer Nachricht, die ihre Familie am Freitag veröffentlichte.

Mohammadi war am Montag in einen Hungerstreik getreten, weil sie sich weigerte, für den Transfer ins Krankenhaus den Kopf zu bedecken. Sieben weitere politische Gefangene in der Frauenabteilung des Evin-Gefängnisses schlossen sich aus Solidarität ebenfalls dem Hungerstreik an, wie erst später bekannt wurde. Am Mittwoch wurde Mohammadi nach eigenen Angaben ohne Kopftuch ins Krankenhaus gebracht und brach ihren Hungerstreik daraufhin ab.

Die 51-Jährige musste dringend wegen Herzproblemen behandelt werden. Vor drei Jahren hatte sie nach Angaben ihres im Paris Exil lebenden Ehepartners Taghi Rahmani eine schwere Herzoperation. Der Transport vom Gefängnis ins Krankenhaus war Mohammadi zunächst untersagt worden, weil sie das Kopftuch nicht anlegen wollte.

Narges Mohammadi gilt als prominente Verfechterin der Frauenrechte und Meinungsfreiheit in Iran und wurde in diesem Zusammenhang seit 1998 wiederholt inhaftiert und ausgepeitscht. Seit 2021 sitzt sie eine mehrjährige Freiheitsstrafe wegen vermeintlicher „Propaganda gegen den Staat“ ab. Für ihren „Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen Irans und ihren Kampf für die Förderung der Menschenrechte und der Freiheit für alle“ war Mohammadi dieses Jahr vom Nobelkomitee in Oslo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Den Preis werden in ihrer Vertretung ihre Kinder und Ali am 10. Dezember in Oslo entgegennehmen.

 

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