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Feministischer Nachtmarsch in Istanbul

 


In Istanbul sind tausende Menschen beim 24. Feministischen Nachtmarsch auf die Straße gegangen. Die Demonstrant:innen protestierten gegen Gewalt an Frauen, Krieg und patriarchale Politik und betonten: „Unsere Befreiung liegt im Feminismus.“

„Unsere Befreiung liegt im Feminismus“
 
ANF / ISTANBUL, 8. März 2026.

In der westtürkischen Metropole Istanbul sind am Abend des Internationalen Frauenkampftags tausende Frauen und LGBTQI+-Personen zum 24. Feministischen Nachtmarsch zusammengekommen. Die Demonstration begann in der Sıraselviler-Straße im Stadtteil Beyoğlu. Viele Teilnehmende erschienen in violetter Kleidung, dem Symbol der feministischen Bewegung, und begleiteten den Marsch mit Pfeifen, Applaus und Trillerrufen. Ein großes Banner mit der Aufschrift „Unsere Befreiung liegt im Feminismus“ führte den Demonstrationszug an.

Während des Marsches wurden zahlreiche Parolen gerufen, darunter „Jin, Jiyan, Azadî“, „Wir geben unseren feministischen Kampf nicht auf“, „Frauenmorde sind politisch“ und „Du wirst niemals allein gehen“. Zudem trugen Beteiligte Plakate, die Solidarität mit der Frauenrevolution in Rojava ausdrückten und ein Ende von Krieg und Gewalt forderten.


Kritik an Kriegen und patriarchalen Strukturen

Nach dem Marsch versammelten sich die Demonstrant:innen zu einer Kundgebung in Cihangir. Dort wurde eine gemeinsame Erklärung auf Kurdisch, Türkisch und Arabisch verlesen. Darin kritisierten die Teilnehmer:innen Kriege und geopolitische Konflikte in der Region. Während in Iran Raketen einschlügen und Israel militärische Angriffe mit dem Argument der „Befreiung der Frauen“ rechtfertige, würden gleichzeitig palästinensische Frauen in Gefängnissen misshandelt, erklärten die Redner:innen. Auch in Syrien und anderen Teilen des Nahen Ostens seien Frauen weiterhin Gewalt und Repression ausgesetzt. Feminist:innen lehnten es ab, militärische Interventionen im Namen der Frauenrechte zu legitimieren.

„Dieses System wird sich verändern“

In der Erklärung wurde außerdem die patriarchale Gewalt gegen Frauen kritisiert. Täter würden häufig straffrei bleiben, während grundlegende Rechte von Frauen, etwa Scheidung, Unterhaltsansprüche oder das Recht auf Abtreibung, immer wieder politisch infrage gestellt würden. „Dieses System wird sich verändern“, hieß es in der Erklärung. Frauen hätten in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Verbrechen gegen Frauen sichtbar gemacht und würden ihren Kampf weiterführen. „So wie wir die Verbrechen gegen Frauen aufgedeckt haben, werden wir auch eine neue Welt aufbauen“, erklärten die Demonstrant:innen. Grundlage dafür sei die feministische Solidarität.

„Unsere Befreiung liegt im Feminismus“

Zum Abschluss betonten die Teilnehmer:innen die Bedeutung feministischer Organisierung. Die Befreiung von Frauen sei nur durch gemeinsame Kämpfe und Solidarität möglich. „Unsere Befreiung liegt im Feminismus“, hieß es in der Erklärung. Frauen hätten durch feministische Kämpfe gelernt, dass ein Leben in Gleichheit, Gerechtigkeit und Frieden möglich sei. Der 24. Feministische Nachtmarsch endete schließlich mit Parolen und Applaus der Teilnehmerinnen.

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