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„Mit der PKK lernten wir uns selbst kennen“

Cihan Gulo aus Qamişlo spricht über eine tiefgreifende historische Veränderung durch die Anwesenheit der PKK in Nordsyrien. „Wir wussten vorher nichts über unsere Identität als Kurdinnen und Frauen. Mit der PKK lernten wir uns selbst kennen“, so Gulo.

Cihan Gulo stammt aus Qamişlo. Sie lebt im Stadtviertel Hilêliyê und berichtet über die sozialen Folgen der Anwesenheit der PKK in der Region. Gulo erzählt, ihre Familie habe die PKK schon 1984 kennengelernt: „Damals kam eine Freundin namens Leyla zu uns nach Hause. Sie diskutierte mit meinem Onkel über die allgemeine Lage. Ich hatte zum ersten Mal gesehen, dass eine Frau mit einem Mann diskutiert. Wir waren unglaublich erstaunt. Anschließend versammelte Heval Leyla alle Frauen im Haus und wir diskutierten gemeinsam. Wir führten viele Gespräche und waren schockiert darüber, was sie uns sagte. Das war für uns ein Novum. Früher gab es nichts für uns Frauen. Wir wussten nicht, wer wir sind, was Kurden sind, was Frauen sind. Gar nichts. Wir liebten alles an den Menschen der PKK, wie sie sich bewegten, ihren Respekt, ihre Haltung gegenüber Müttern und Kindern. Durch sie lernten wir die Revolution lieben.“


Immer mehr Menschen schlossen sich dem revolutionären Kampf an

Cihan Gulo berichtet, wie sich viele aus ihrer Familie der PKK anschlossen: „Wir waren nicht allein mit der Opferbereitschaft, die bei der Gründung der PKK aufkam und bis heute andauert. Es gab damals einen regelrechten Wettbewerb, wer aus welcher Familie sich zuerst der Revolution anschließt. In dieser opferbereiten Haltung ging es bis heute weiter. Wir haben nie bereut und werden es niemals tun.“

Wir haben die Bedeutung von Newroz verstanden“

Gulo erinnert sich, sie habe in dieser Zeit die wahre Bedeutung von Newroz verstanden: „In Qamişlo waren Tausende auf den Beinen. Die Menschen strömten auf das Newrozgelände. Es gab Demonstrationen, Aktionen und Parolen. Vielleicht war es ein Newroz mit einer solchen Leidenschaft, wie es nicht einmal heute gefeiert wird.

Künstler:innen in der Familie

Damals waren viele Menschen aus unserer Familie in der Musikgruppe Koma Xelat. Dann gründeten sie ihre eigene Gruppe Koma Çiya. Da die Gruppe vor allem aus Menschen aus unserer Familie bestand, wurde unser Haus zum Proben ausgewählt. Es gab damals nicht viele Möglichkeiten für Bandproben, alles wurde bei uns zu Hause gemacht. Ich habe die Gruppe damals unterstützt.“

 

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