Direkt zum Hauptbereich

Dersim (Türkei): Abgesetzte Ko-Bürgermeisterin baut Kooperative auf

Die abgesetzte Ko-Bürgermeisterin Songül Doğan der Gemeinde Pêr in der nordkurdischen Provinz Dersim setzt ihr Engagement fort und baut eine landwirtschaftliche Kooperative auf. 


Die Einwohner*innen des Dorfes Almeliye (türk. Elmalı) haben vor sieben Monaten die „Landwirtschaftliche Entwicklungskooperative“ ins Leben gerufen. Die Kooperative bearbeitet im Moment 22 Hektar und erntet und pflanzt dort Tomaten, Bohnen, Paprika, Auberginen, Gurken, Sesam und Weizen. Die Menschen sorgen so für ihr Lebensunterhalt. Viele von ihnen sind Frauen, die mit der Ernennung eines Zwangsverwalters entlassen worden sind. Auch die ehemalige Ko-Bürgermeisterin der Gemeinde Pêr (Akpazar), Songül Doğan, in deren Landkreis Almeliyê liegt, engagiert sich in der Kooperative. Sie arbeitet insbesondere daran, Projekte, die aufgrund der Absetzung der HDP-Stadtverwaltung unterbrochen wurden, wieder aufzugreifen, und bereitet so den Aufbau einer Seifenfabrik und einer Frauenkooperative vor.
Nicht die Wände des Rathauses, sondern der Glaube an uns ist wichtig“
Die Arbeit als Bürgermeisterin hat für Doğan nicht aufgehört. Sie erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur Mezopotamya: „Wenn Frauen Hilfe oder Beratung brauchen, rufen sie mich an. Wir besuchen die Frauen und versuchen Lösungen zu finden, wenn sie um Hilfe bitten. Wir agieren ihren Wünschen entsprechend. Wir helfen ihnen so gut wir können. Die Wände eines Rathauses sind nicht wichtig für uns. Für uns ist die Glaube der Menschen der Region an uns wichtig. Wir versuchen, ihrem Vertrauen in uns gerecht zu werden“.
Wir trennen uns nicht von der Produktion“
Doğan kündigt Volksversammlungen zur Planung und Steigerung der Produktion im nächsten Jahr an und berichtet, dass in der Gemeinde Landwirtschaft weit verbreitet sei. Es werde jetzt damit begonnen, Butter, Käse, Joghurt und andere Naturprodukte als Kooperative herzustellen. Aus Wildobst stellen die Menschen außerdem Marmelade her und versuchen so, ein Einkommen zu haben. Es gehe auch darum, die Frauen nicht von der Produktion zu trennen, sagt Doğan und erklärt: „Im Rahmen der bestehenden Kooperative wollen wir auch eine Seifenwerkstatt eröffnen. Es gibt hier alle möglichen Kräuter, deshalb können wir auch wunderbare Seife produzieren.“

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gründe der Covid-19-Pandemie verstehen: Ökologische Zerstörung

16-jährige Ezidin aus IS-Gefangenschaft befreit

Idlib: Flüchtlinge versinken im Schlamm