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Gefängnis in Şehba in Akademie umgewandelt


Nach zehn Jahren Krieg in Syrien ist ein früher als Folterzentrum berüchtigtes Gefängnis des Assad-Regimes in Şehba von der Autonomieverwaltung in eine Akademie umgewandelt worden. 


Das Gefängnis Ehdas im nordsyrischen Kanton Şehba ist jahrelang zunächst von der syrischen Regierung und später vom „Islamischen Staat“ (IS) als Folterzentrum genutzt worden. Nach der Befreiung der Region wurde das Gebäude vom Bildungskomitee der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien renoviert und beherbergt jetzt die Viyan-Amara-Akademie.
An der im Oktober 2019 eröffneten Akademie gibt es 90 Studierende und 16 Lehrkräfte in den Fachbereichen Physik, Chemie, Biologie, Mathematik und Lehramt. Die Studierenden erhalten ein Stipendium vom Bildungskomitee, der Unterricht findet auf Kurdisch, Arabisch und Englisch statt. Die Fächer Geschichte und Geografie werden online unterrichtet. Zur Philosophie der Bildungseinrichtung gehört das Paradigma einer demokratischen Nation. Neben dem Bildungsprogramm gibt es auch Freizeit- und Sportangebote.
Die Studierenden organisieren sich in Komitees zu den Themen Wissenschaft, Kultur, Sport, Gesundheit, Medien, Wirtschaft, Ökologie und Recherche. Der Großteil von ihnen stammt aus Efrîn und musste bei der türkischen Invasion im Frühjahr 2018 nach Şehba flüchten. Eine der Studierenden ist Bêrîvan Omar. Sie sagt: „Bildung ist eine Voraussetzung für eine freie Gesellschaft. Die Umwandlung des Gebäudes von einem Gefängnis in eine Akademie ist für uns eine Botschaft an die Welt.“

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