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Anti-Hinrichtungsprotest erreicht 64 Gefängnisse in Iran

 


Die Kampagne „Dienstage gegen Hinrichtungen“ ist auf 64 Gefängnisse in Iran angewachsen. In ihrer 139. Woche treten Gefangene erneut in den Hungerstreik. Zugleich wächst die Sorge um mehrere zum Tode verurteilte Gefangene.

Gefangene setzen wöchentliche Hungerstreiks gegen Todesstrafe fort
 
ANF / REDAKTION, 22. Sept. 2026.

Die Kampagne „Dienstage gegen Hinrichtungen“ hat sich in ihrer 139. Woche auf 64 Gefängnisse in Iran ausgeweitet. Mit dem Gefängnis in Bandar Abbas und dem Ziaber-Gefängnis im Landkreis Someh Sara in der Provinz Gilan haben sich zwei weitere Haftanstalten den wöchentlichen Hungerstreiks gegen die Todesstrafe angeschlossen. Die seit Anfang 2024 bestehende Kampagne wird von Gefangenen getragen, die jeden Dienstag mit Hungerstreiks gegen die Verhängung und Vollstreckung von Todesurteilen protestieren. Noch in der vergangenen Woche beteiligten sich Gefangene in 62 Haftanstalten.

Neue Todesurteile und drohende Hinrichtungen

In ihrer wöchentlichen Erklärung verwies die Kampagne auf mehrere kürzlich verhängte oder bestätigte Todesurteile. Betroffen sind unter anderem Mohammad Reza Majidi-Asl und Omid Goudarzvand Chegini, die während der Januar-Proteste festgenommen worden waren. Ihre Todesurteile wurden in den vergangenen Wochen bestätigt. Auch der 19-jährige Student Omidreza Heydari aus Izeh wurde zum Tode verurteilt. Er war ebenfalls während der landesweiten Proteste festgenommen worden und befindet sich in Isfahan in Haft.

Die Kampagne machte zudem auf die Hinrichtung von Rezvan Asgharzadeh aufmerksam. Die 45-jährige Mutter von sechs Kindern wurde demnach im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan wegen eines Drogendelikts hingerichtet. Akute Sorge besteht auch um den politischen Gefangenen Ali Zarei Doozdarrehsi. Der etwa 27-Jährige wurde am Montag im Ghezel-Hesar-Gefängnis in Karaj in Einzelhaft verlegt. Er war wegen „Korruption auf Erden“ zum Tode verurteilt worden und hatte kürzlich aus der Haft mitgeteilt, dass sein Todesurteil bestätigt worden sei.

Ali Zarei Doozdarrehsi war bereits während der Proteste unter dem Motto „Jin, Jiyan, Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit) nach dem Tod von Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 durch Schrotmunition am Auge verletzt worden. Später lebte er zur Behandlung zeitweise in Deutschland. Nach seiner Rückkehr nach Iran Anfang dieses Jahres wurde er Ende April von Agenten des iranischen Geheimdienstes festgenommen.

Kampagne fordert Recht auf Leben

Nach Angaben der Kampagne „Dienstage gegen Hinrichtungen“ sind seit Beginn des laufenden iranischen Jahres mindestens 448 Hinrichtungen registriert worden. Die Zahl bezieht sich auf das iranische Kalenderjahr 1405 und damit auf den Zeitraum seit dem 21. März 2026.  Mit den wöchentlichen Hungerstreiks wenden sich die beteiligten Gefangenen gegen die Todesstrafe und fordern zugleich die Wahrung des Rechts auf Leben und faire Gerichtsverfahren. Trotz Druck, Drohungen und Einschränkungen der Kommunikation mit der Außenwelt werde der Protest fortgesetzt, heißt es in der Erklärung

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