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Freiheitskundgebung in Wan

 


Bei einer Großkundgebung in Wan haben zehntausende Menschen die Freilassung Abdullah Öcalans und eine demokratische Lösung der kurdischen Frage gefordert. Redner:innen bezeichneten seine Freiheit als Voraussetzung für einen erfolgreichen Friedensprozess.

Zehntausende fordern Freiheit Abdullah Öcalans
 
ANF / WAN, 27. Juni 2026.

Mit einer Großkundgebung im Newroz-Gelände von Wan (tr. Van) ist am Samstag eine weitere Veranstaltung der Kampagne „Mit einem freien Repräsentanten zur demokratischen Gesellschaft“ über die Bühne gegangen. Zehntausende Menschen nahmen an der von der DEM-Partei, der DBP und der Bewegung Freier Frauen (TJA) organisierten Kundgebung teil und forderten die Freilassung Abdullah Öcalans. Die Veranstaltung begann mit einer Schweigeminute für die im Kampf um Freiheit und Demokratie Gefallenen. Anschließend erklangen die Hymne Çerxa Şoreşê sowie Sprechchöre für die Freiheit Öcalans.

Sebahat Tuncel: „Die Türen von Imrali öffnet das Volk“

Die TJA-Aktivistin Sebahat Tuncel erklärte, Abdullah Öcalans Freiheit sei untrennbar mit der Freiheit der Gesellschaft verbunden. Der von ihm angestoßene Prozess eröffne die Möglichkeit einer demokratischen Lösung, dürfe jedoch nicht auf die staatliche Erzählung einer „terrorfreien Türkei“ reduziert werden. „Die Türen von Imrali öffnet nicht der Staat, sondern das Volk“, sagte Tuncel. „Die Freiheit Abdullah Öcalans ist die Freiheit eines Volkes. Wenn Kurd:innen seine Freilassung fordern, dann verlangen sie ihre eigene Freiheit. Auch die Menschen in der Türkei wollen Frieden.“

Bayındır: „Die Kurd:innen fordern ihren politischen Status“

Der Ko-Vorsitzende der DBP, Keskin Bayındır, erklärte, die kurdische Frage lasse sich nicht mit Sicherheitskonzepten lösen. Die Kurd:innen verfügten über den Willen und die Fähigkeit, ihre Angelegenheiten demokratisch selbst zu regeln. Die Forderung nach der Freiheit Öcalans sei zugleich eine Forderung nach der Anerkennung der kurdischen Sprache, Identität und politischen Rechte. „Die Kurd:innen sehen die Freiheit Abdullah Öcalans als ihre eigene Freiheit sowie als Anerkennung ihrer Sprache und ihres politischen Status“, sagte Bayındır. „Der Umgang mit Abdullah Öcalan ist zugleich der Maßstab dafür, wie der Staat dem Friedensprozess und dem kurdischen Volk begegnet.“ Zum Abschluss seiner Rede rief Bayındır Familien und Stammesverbände in Kurdistan dazu auf, sich an die Seite der Bevölkerung und nicht an die Seite staatlicher Politik zu stellen.

Öcalan-Videobotschaften und Gedenken an Kadir Inanır

Im weiteren Verlauf der Kundgebung wurden historische Videoausschnitte mit Reden Abdullah Öcalans gezeigt. Die Teilnehmenden verfolgten die Aufnahmen schweigend und verabschiedeten sie anschließend mit lang anhaltenden Rufen nach seiner Freiheit. Zudem erinnerten die Veranstalter:innen an den verstorbenen Schauspieler Kadir Inanır und würdigten dessen jahrzehntelanges Eintreten für Frieden und eine politische Lösung der kurdischen Frage. Mit Musikbeiträgen der Künstler:innen Simyager und Beser Şahin klang die Kundgebung aus.

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