Bremen verankert Kurdischunterricht dauerhaft im Schulsystem
Der Bremer Senat will den Kurdischunterricht langfristig im öffentlichen Schulsystem verankern. Geplant sind unter anderem eine neue Qualifizierungsreihe für Lehrkräfte sowie eine stärkere institutionelle Einbindung des Herkunftssprachenunterrichts.
Der Bremer Senat will den Kurdischunterricht langfristig als festen Bestandteil des öffentlichen Bildungssystems etablieren. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen kündigt der Senat Maßnahmen an, um den Herkunftssprachenunterricht auszubauen, Lehrkräfte stärker zu qualifizieren und dauerhaft in das Schulsystem zu integrieren.
Nach Angaben des Senats orientiert sich die Planung des Unterrichts künftig stärker am tatsächlichen Bedarf, der anhand der Anmeldungen und Rückmeldungen von Familien sowie der verfügbaren Lehrkapazitäten ermittelt wird.
Neue Qualifizierung für Lehrkräfte
Zur Verbesserung der Unterrichtsqualität unterstützt der Senat gemeinsam mit Yekmal e.V. und der Yekmal-Akademie eine berufsbegleitende Qualifizierungsreihe für Lehrkräfte. Das aus sechs Modulen bestehende Programm startet im September am Landesinstitut für Schule (LIS). Wissenschaftlich begleitet wird die Fortbildung von der Universität Duisburg-Essen. Mit dem Programm sollen Lehrkräfte fachlich und pädagogisch weiterqualifiziert und ihre Einbindung in den regulären Schulbetrieb gestärkt werden.
248 Schüler:innen lernen Kurdisch
Derzeit besuchen nach Angaben des Senats 248 Schüler:innen an acht Schulen in der Stadt Bremen den Kurdischunterricht als Herkunftssprachenunterricht. Die Zahl bewegt sich seit fünf Jahren auf einem stabilen Niveau zwischen 238 und 248 Lernenden. Trotz der konstanten Nachfrage stehen für den Unterricht derzeit lediglich zwei unbefristet beschäftigte Lehrkräfte zur Verfügung.
Mehrsprachigkeit als Bildungsressource
Der Senat bezeichnet Mehrsprachigkeit ausdrücklich als Bildungsressource und nicht als Hindernis. Im Rahmen der im Juni vorgestellten „Bremer Qualitätsoffensive“ werde sprachliche Vielfalt als wesentlicher Bestandteil von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit verstanden. Zugleich würdigt der Senat die langjährige Arbeit der Kurdischlehrkräfte. Perspektivisch sollen die bislang überwiegend außerhalb des regulären Schulsystems beschäftigten Lehrkräfte stärker pädagogisch begleitet, professionell eingebunden und dauerhaft in das öffentliche Bildungssystem integriert werden.
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