Rückkehr nach Serêkaniyê: Namen von 14.000 vertriebenen Familien erfasst
Das Flüchtlingskomitee von Serêkaniyê hat die Daten von rund 14.000 Familien registriert, die in ihre Heimatstadt zurückkehren möchten. Die Vorbereitungen für eine erste Rückkehrphase laufen, Sicherheitsfragen bleiben jedoch offen.
Fast sieben Jahre nach der Vertreibung zehntausender Menschen aus Serêkaniyê (Ras al-Ain) konkretisieren sich die Planungen für eine mögliche Rückkehr. Nach Angaben des Flüchtlingskomitees von Serêkaniyê wurden inzwischen die Namen von rund 14.000 Familien erfasst, die in ihre Heimatstadt zurückkehren möchten. Die Informationen wurden bei einer Dialogveranstaltung im Bildungspark von Hesekê vorgestellt. An dem Treffen nahmen zahlreiche vertriebene Familien, Stammesvertreter:innen sowie gesellschaftliche Persönlichkeiten teil.
Rückkehrlisten an zuständige Stellen übergeben
Die Sprecherin des Flüchtlingskomitees, Zehra Îsmaîl, erklärte, dass die registrierten Daten bereits an die mit der Rückkehrfrage befassten Stellen sowie an die syrische Übergangsregierung übermittelt worden seien. Nach ihren Angaben soll die Rückkehr nach Serêkaniyê auf die politische Tagesordnung gesetzt werden, sobald die laufenden Maßnahmen zur Rückkehr der Vertriebenen aus Efrîn abgeschlossen sind.
Sicherheitsgarantien bleiben zentrale Voraussetzung
Das Komitee betonte, dass die Arbeiten auf rechtlicher und humanitärer Ebene geführt werden. Ziel sei eine sichere und würdige Rückkehr der Vertriebenen. Nach Angaben von Îsmaîl werden Fragen zu Sicherheitsgarantien, Rückkehrvereinbarungen und den praktischen Rahmenbedingungen weiterhin mit den beteiligten Akteur:innen erörtert. Zugleich werde an den Voraussetzungen gearbeitet, um eine erste Rückkehrgruppe nach Serêkaniyê entsenden zu können.
Zerstörung erschwert Rückkehr
Die Sprecherin verwies zugleich auf die schwierige Situation in der Stadt. „Die meisten Familien, die die Stadt besuchen konnten, haben ein großes Ausmaß der Zerstörung gesehen. Der Wiederaufbau wird nicht einfach sein und langfristige Anstrengungen erfordern“, erklärte Îsmaîl. Sie fügte hinzu, dass viele der heutigen Bewohner:innen nicht aus der ursprünglichen Bevölkerung der Stadt stammen.
Vertriebene äußern Sorgen und Erwartungen
Während der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden ausführlich über die Bedingungen einer möglichen Rückkehr. Dabei wurden insbesondere Fragen zur Sicherheitslage, zu Garantien für die Rückkehrenden sowie zur Zukunft der Stadt angesprochen. Das Flüchtlingskomitee kündigte an, die geäußerten Anliegen und Vorschläge in die weiteren Gespräche über die Rückkehr der Vertriebenen einzubringen.
Serêkaniyê wurde im Oktober 2019 infolge einer Invasion der Türkei und verbündeten dschihadistischen Milizen besetzt. Dabei wurden über 200.000 Menschen vertrieben, viele von ihnen leben bis heute in nahegelegenen Flüchtlingslagern. Anstelle der angestammten, größtenteils kurdischen Bevölkerung wurden Personen angesiedelt, die aus verschiedenen arabischen Ländern und anderen Regionen in Syrien stammen.
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