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150 ezidische Familien kehren nach Şengal zurück

 


Nach jahrelanger Vertreibung haben 150 ezidische Familien ihre Rückkehr nach Şengal angetreten. Allein in dieser Woche könnten mehr als 600 Familien in ihre Heimat zurückkehren. Tausende Menschen warten jedoch weiterhin auf die notwendigen Genehmigungen.

Fast zwölf Jahre nach dem IS-Genozid
 
ANF / ŞENGAL, 8. Juni 2026.

Fast zwölf Jahre nach dem Genozid der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) an der ezidischen Bevölkerung und der anschließenden Massenvertreibung haben zahlreiche Familien ihre Rückkehr nach Şengal begonnen. Nach offiziellen Angaben kehrten zunächst 150 ezidische Familien aus Lagern in der Kurdistan-Region des Irak (KRI) in ihre Heimatorte zurück.

Damit hat ein lange erwarteter Rückkehrprozess offiziell begonnen. Über Jahre hinweg hatten viele Vertriebene beklagt, dass die Rückkehr nach Şengal durch administrative Hürden und politische Hindernisse erschwert oder verhindert werde. Nach Angaben von Verantwortlichen könnte die Zahl der zurückkehrenden Familien bereits in dieser Woche auf mehr als 600 steigen. Zudem werde erwartet, dass sich der Rückkehrprozess in den kommenden Monaten beschleunigt und weitere Rückkehrwellen folgen.

Gleichzeitig warten weiterhin mehr als tausend Familien auf ihre Rückkehr. Nach vorliegenden Informationen kommt es bei der Bearbeitung und Ausstellung der notwendigen Dokumente zu Schwierigkeiten, wodurch zahlreiche Vertriebene bislang nicht nach Şengal zurückkehren konnten. Trotz dieser Hindernisse gilt der Beginn der Rückkehrbewegung als wichtiger Schritt für die ezidische Bevölkerung.

Im August 2014 hatte der selbsternannte IS die Ezid:innen in Şengal systematisch angegriffen und einen Völkermord verübt. Zwischen 5.000 und 10.000 Männer und Jungen wurden getötet, rund 7.000 Frauen und Mädchen verschleppt, versklavt und Opfer sexualisierter Gewalt gemacht und mehr als 400.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. 

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