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Rojava weist Umbenennungen von Schulen durch Damaskus zurück


Die syrische Übergangsregierung will Schulnamen in Rojava neu festlegen. Die Bildungsverwaltung in Qamişlo verweigert die Umsetzung und legte eigene Vorschläge vor. Der Konflikt entzündet sich vor allem an Schulen, die nach Gefallenen benannt wurden.

Vorgaben aus Damaskus abgelehnt
 
ANF / QAMIŞLO, 22. Mai 2026.

Zwischen der syrischen Übergangsregierung und der Demokratischen Selbstverwaltung Nordostsyriens (DAANES) ist ein Streit um Zuständigkeiten im Bildungsbereich entbrannt. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen die Namen öffentlicher Schulen in Qamişlo und anderen Städten Rojavas.

Nach Informationen aus Bildungskreisen verschickte das syrische Bildungsministerium zuletzt wieder neue Listen mit Schulnamen an staatliche Schulen der Region. Hintergrund sind die zentralen Abschlussprüfungen der 9. und 12. Klassen, die am 4. Juni beginnen sollen.  Die lokale Bildungsverwaltung in Qamişlo lehnte die Listen jedoch ab und übermittelten eigene Gegenvorschläge an Damaskus. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ANHA wird derzeit eine weitere Antwort vorbereitet.

Der Konflikt geht auf Veränderungen zurück, die nach der Revolution vom 19. Juli 2012 und dem Aufbau der Selbstverwaltung vorgenommen worden waren. Zahlreiche Schulen, die zuvor Namen aus der Zeit des Baath-Regimes getragen hatten, wurden damals umbenannt. Viele Einrichtungen erhielten die Namen von Menschen, die im Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) ihr Leben ließen.

Nun versucht die syrische Übergangsregierung offenbar, Teile dieser Umbenennungen rückgängig zu machen beziehungsweise neue Namen festzulegen. Betroffen sind mehrere Schulen in Qamişlo. So soll etwa die „Şehîd Diyar“-Schule künftig den Namen „Esed El-Dîn Şêrko“ tragen. Für die „Şehîd Ferhad Kat“-Schule wurde erneut der frühere Name „Hitin“ vorgeschlagen, der bereits während der Baath-Herrschaft verwendet worden war.

Die Änderungen stoßen auf Widerstand bei Schüler:innen, Lehrkräften und Angehörigen von gefallenen Kämpfer:innen der Verteidigungskräfte von Rojava. Seit einiger Zeit finden Proteste gegen die von der Führung in Damaskus auferlegte Umbenennung von Bildungseinrichtungen in Nordostsyrien statt.

Die Auseinandersetzung gilt als Teil der laufenden Verhandlungen zwischen Damaskus und der Selbstverwaltung über Bildungswesen, Lehrpläne und administrative Zuständigkeiten nach dem Integrationsabkommen vom 29. Januar. Eine Einigung über die Schulnamen wurde bislang nicht erzielt.

 

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