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2.000 Frauen in Kobanê: „Wir werden Syriens Zukunft mitbestimmen“

 


Rund 2.000 Frauen haben bei einem Treffen in Kobanê eine stärkere politische Beteiligung von Frauen am Neuaufbau Syriens gefordert. Im Zentrum standen Frauenrechte, Verfassungsfragen und die Verteidigung der Errungenschaften der Selbstverwaltung.


 
ANF / KOBANÊ, 17. Mai 2026.

Rund 2.000 kurdische und arabische Frauen sind in Kobanê zusammengekommen, um über die politische Zukunft Syriens, Frauenrechte und die Verteidigung der Errungenschaften der Selbstverwaltung zu beraten. Die Teilnehmerinnen erklärten, Frauen müssten eine zentrale Rolle bei der Ausarbeitung einer neuen syrischen Verfassung spielen.

Das Treffen wurde von der kurdischen Frauenbewegung Kongra Star unter dem Motto „Mit dem Willen freier Frauen werden wir ein demokratisches Syrien aufbauen“ organisiert. Teilnehmerinnen aus Kobanê, Ain Issa, Sirîn, Çelebîyê und Şêxler waren ebenso vertreten wie Frauenorganisationen, Friedensmütter, Angehörige von Gefallenen sowie Kämpferinnen der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ). Im Mittelpunkt standen Fragen der politischen Teilhabe von Frauen, rechtliche Garantien für ihre Errungenschaften sowie ihre Rolle in der zukünftigen Staatsordnung Syriens.

Kobanê als Symbol von Widerstand und Frauenorganisierung

Die Koordinationsvertreterin von Kongra Star, Peyman Alûş, bezeichnete Frauen als zentrale gesellschaftliche Kraft beim Aufbau eines demokratischen Syriens. „Frauen sind nicht nur Beteiligte oder Funktionsträgerinnen, sie sind die Architektinnen des Friedens“, sagte Alûş. Kobanê sei zu einem Symbol des Widerstands und der Selbstorganisierung von Frauen geworden.

Besonders die YPJ hätten gezeigt, welche Rolle Frauen beim Schutz der Gesellschaft und beim Aufbau neuer gesellschaftlicher Strukturen spielen könnten. Die Frauen Syriens hätten in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie nicht nur Widerstand leisten, sondern auch politische und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen könnten.

Kritik an männlich dominierten Machtstrukturen

Die Ko-Außenbeauftragte der Selbstverwaltung Nordostsyriens, Ilham Ehmed, kritisierte die weiterhin männlich dominierten Machtstrukturen in Syrien. Das Land sei über Jahrzehnte durch eine männliche Perspektive geprägt worden, sagte Ehmed. Gleichzeitig hätten Frauen während der Revolution und beim Aufbau der Selbstverwaltung neue gesellschaftliche Rollen entwickelt und demokratische Strukturen mit aufgebaut.

„In der neuen syrischen Ordnung dürfen Frauen nicht erneut an den Rand gedrängt werden“, erklärte Ehmed. Sie verwies darauf, dass Frauen trotz ihrer gesellschaftlichen Rolle bislang kaum in den zentralen Entscheidungsmechanismen Syriens vertreten seien. In der aktuellen syrischen Führung gebe es nur eine Ministerin, im Parlament lediglich sechs Frauen. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre hätten jedoch gezeigt, dass gesellschaftlicher Fortschritt ohne die Beteiligung von Frauen nicht möglich sei.

Forderung nach rechtlicher Absicherung von Frauenrechten

In ihrer Abschlusserklärung forderten die Teilnehmerinnen eine demokratische syrische Verfassung, die Frauenrechte rechtlich absichert und Frauen eine zentrale Rolle in politischen Entscheidungsprozessen garantiert. Gefordert wurden unter anderem eine gleichberechtigte Beteiligung von Frauen in allen Institutionen, gesetzliche Maßnahmen gegen Kinderehen, Polygamie und geschlechtsspezifische Gewalt, wirtschaftliche und soziale Selbstständigkeit von Frauen, sowie die Anerkennung von Kurdisch als offizielle Sprache in Rojava. Zugleich erklärten die Teilnehmerinnen, die politischen und gesellschaftlichen Errungenschaften der Frauenbewegung in Nord- und Ostsyrien müssten dauerhaft geschützt werden.

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