Bericht: 13 Zivilist:innen im März in Efrîn und Aleppo getötet
In Efrîn und Aleppo sind laut einem Menschenrechtsbericht im März 13 Zivilist:innen getötet worden. Zudem wurden mehr als 70 Menschen entführt oder festgenommen. Verantwortlich gemacht werden Milizen unter Kontrolle von Damaskus und Ankara.
In den Regionen Aleppo und Efrîn sind im März mindestens 13 Zivilpersonen getötet worden. Das geht aus einem am Mittwoch vorgelegten Bericht der kurdischen Menschenrechtsorganisation Rêxistina Mafên Mirovan li Efrînê-Sûriye (RMME) hervor, die zugleich eine Vielzahl weiterer schwerer Übergriffe dokumentiert.
Nach Angaben der Organisation wurden die Tötungen von bewaffneten Milizen verübt, die der syrischen Übergangsregierung und dem türkischen Staat unterstehen. Darüber hinaus habe es im Berichtsmonat zudem mehr als 70 Fälle von Entführungen und Festnahmen gegeben. Ein Großteil dieser Vorfälle steht laut RMME im Zusammenhang mit den Newroz-Feierlichkeiten. In diesem Zeitraum seien gezielt Personen festgenommen worden. Auch im kurdisch geprägten Stadtteil Şêxmeqsûd in Aleppo wurden demnach vier junge Menschen in Gewahrsam genommen.
Neben den Gewaltvorfällen dokumentiert der Bericht anhaltende Eigentumsdelikte in der Region Efrîn. Dschihadistische Milizen hätten weiterhin Plünderungen und Diebstähle begangen. Während der Newroz-Feiern seien Häuser gezielt aufgesucht worden, als sich die Bewohner:innen außerhalb aufhielten. So seien in der Kreisstadt Cindirês unter anderem Nutztiere, Bargeld und Wertgegenstände entwendet worden. In der Region Şiyê kam es laut Bericht zudem zu Angriffen auf Zivilpersonen, darunter ein Fahrer sowie ein Ehepaar.
Die Menschenrechtsorganisation fordert die syrische Übergangsregierung und die lokalen Verwaltungsstrukturen in Efrîn auf, ihrer Verantwortung nachzukommen, die Zivilbevölkerung zu schützen und die anhaltenden Übergriffe zu beenden. Zudem müssten enteignete Güter zurückgegeben und die Sicherheit zurückkehrender Zivilist:innen gewährleistet werden. Im März waren mehrere hundert Familien, die im Zuge der türkischen Besetzung Efrîns im Jahr 2018 vertrieben worden waren, an ihre Wonorte zurückgekehrt.
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