Syrien: Islamisten greifen christliche Stadt in Hama an
In der christlich geprägten Stadt Suqailabiyya im Gouvernement Hama sind islamistische Gruppen eingefallen. Es kam zu Übergriffen, Plünderungen und Brandstiftung.
In der mehrheitlich von antiochenisch-orthodoxen Christ:innen bewohnten Kleinstadt Suqailabiyya (auch Suqaylabiyah) in der syrischen Provinz Hama ist es Freitagnacht zu schweren Angriffen durch bewaffnete islamistische Gruppen gekommen. Die Nachrichtenagentur ANHA berichtet von einem groß angelegten Übergriff auf christliches Eigentum und spricht von einer bisher unbekannten Zahl an Verletzten, einige von ihnen schwer.
Die Ereignisse sorgen überregional für Besorgnis. Beobachter:innen warnen, dass weitere Angriffe folgen könnten. Die Iraqi Christian Foundation sprach von einer dramatischen Eskalation: „Am Vorabend von Palmsonntag und der Karwoche greifen bewaffnete Islamisten christliche Geschäfte, Häuser und Kirchen an.“ Die Organisation sieht die Angriffe im Zusammenhang mit einer breiteren Entwicklung: „Christen im Nahen Osten sind derzeit von Syrien bis in den Irak zunehmenden Angriffen ausgesetzt.“
Übergriffe Teil einer größeren Entwicklung
Die Ereignisse in Suqailabiyya stehen exemplarisch für die wachsende Unsicherheit für Minderheiten in Syrien. Seit der Machtübernahme der Islamistenallianz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) Ende 2024 werden Alawit:innen, Christ:innen, Drus:innen und Kurd:innen gezielt von Truppen und Milizen der selbsternannten Übergangsregierung in Damaskus angegriffen.
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