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Syrien: Islamisten greifen christliche Stadt in Hama an

 


In der christlich geprägten Stadt Suqailabiyya im Gouvernement Hama sind islamistische Gruppen eingefallen. Es kam zu Übergriffen, Plünderungen und Brandstiftung.

Suqailabiyya
 
ANF / REDAKTION, 28. März 2026.

In der mehrheitlich von antiochenisch-orthodoxen Christ:innen bewohnten Kleinstadt Suqailabiyya (auch Suqaylabiyah) in der syrischen Provinz Hama ist es Freitagnacht zu schweren Angriffen durch bewaffnete islamistische Gruppen gekommen. Die Nachrichtenagentur ANHA berichtet von einem groß angelegten Übergriff auf christliches Eigentum und spricht von einer bisher unbekannten Zahl an Verletzten, einige von ihnen schwer.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) begann die Eskalation mit Belästigungen christlicher Mädchen durch junge Männer aus der benachbarten, mehrheitlich sunnitischen Stadt Qalaat al-Madiq. Bewohner der Stadt hätten daraufhin eingegriffen und die Angreifer zunächst vertrieben. Kurze Zeit später kehrten diese jedoch in größerer Zahl und begleitet von bewaffneten Gruppen zurück.
Die Angreifer drangen auf Motorrädern in die Stadt ein, eröffneten das Feuer und griffen gezielt Häuser und Geschäfte an. Videoaufnahmen zeigen Szenen von Plünderungen, Zerstörung und Brandstiftung sowie bewaffnete Gruppen, die weitere Angriffe auf Suqailabiyya ankündigen. Oppositionelle Medien sowie lokale Quellen werfen staatlichen Stellen vor, die Angriffe zu dulden oder nicht einzugreifen. Einige Berichte sprechen davon, dass die Angreifer teilweise von regierungsnahen Strukturen unterstützt worden seien. Zudem sollen mehrere christliche Männer festgenommen worden sein.
 
Warnung vor weiterer Gewalt

Die Ereignisse sorgen überregional für Besorgnis. Beobachter:innen warnen, dass weitere Angriffe folgen könnten. Die Iraqi Christian Foundation sprach von einer dramatischen Eskalation: „Am Vorabend von Palmsonntag und der Karwoche greifen bewaffnete Islamisten christliche Geschäfte, Häuser und Kirchen an.“ Die Organisation sieht die Angriffe im Zusammenhang mit einer breiteren Entwicklung: „Christen im Nahen Osten sind derzeit von Syrien bis in den Irak zunehmenden Angriffen ausgesetzt.“

Übergriffe Teil einer größeren Entwicklung

Die Ereignisse in Suqailabiyya stehen exemplarisch für die wachsende Unsicherheit für Minderheiten in Syrien. Seit der Machtübernahme der Islamistenallianz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) Ende 2024 werden Alawit:innen, Christ:innen, Drus:innen und Kurd:innen gezielt von Truppen und Milizen der selbsternannten Übergangsregierung in Damaskus angegriffen.

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