Rückkehr nach Efrîn beginnt: Erster Konvoi mit Vertriebenen startet morgen
Mehr als 400 Familien sollen im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Autonomieverwaltung und Damaskus nach Efrîn zurückkehren. Der erste Konvoi mit Vertriebenen soll am Montag von Hesekê aus in Richtung der Region aufbrechen.
Der Prozess zur Rückkehr von Vertriebenen in die Region Efrîn (Afrin) soll beginnen. Nach Angaben der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) und der Autonomieverwaltung wird der erste Konvoi mit mehr als 400 Familien am Montag von der Stadt Hesekê aus in Richtung Efrîn aufbrechen.
Hunderttausende Menschen waren in den vergangenen Jahren aus Efrîn sowie aus den Regionen Şehba, Aleppo, Serêkaniyê und Girê Spî vertrieben worden. Hintergrund waren mehrere Invasionen der Türkei und mit ihr verbündeter Islamistenmilizen – zunächst während der Besetzung Efrîns im Jahr 2018 sowie später bei weiteren Angriffen in den folgenden Jahren. Auch die Angriffe nach dem Sturz des Baath-Regimes Ende 2024 sowie die Offensive der syrischen Übergangsregierung gegen die Selbstverwaltung Anfang des Jahres führten zu neuen Vertreibungen. Insgesamt mussten mehr als 450.000 Menschen in andere Gebiete der Autonomieverwaltung fliehen.
Ein zentraler Punkt des Integrations- und Waffenstillstandsabkommens zwischen den QSD und der Übergangsregierung in Damaskus sieht nun die sichere Rückkehr der Vertriebenen vor. Bereits Mitte Februar hatte der Sozialrat Efrîns angekündigt, dass mehr als 400 Familien in einer ersten Phase in ihre ursprünglichen Wohngebiete zurückkehren könnten. In diesem Zusammenhang reiste vor zwei Wochen eine Delegation von Sicherheitsverantwortlichen nach Efrîn, um Gespräche über die praktische Umsetzung der Rückkehr zu führen.
An dem Treffen nahmen unter anderem der Kommandant der Inneren Sicherheitskräfte (Asayîş) der Region Cizîrê, Mehmûd Xelîl Elî (auch bekannt als Siyamend Efrîn), der vom Interimsregime eingesetzte Sicherheitschef Marwan al-Ali sowie weitere Vertreter der Damaszener Sicherheitsbehörden teil. Auf Seiten Efrîns war der Sicherheitsverantwortliche Suraka Amuri an den Gesprächen beteiligt. Dabei wurde insbesondere über Mechanismen beraten, die eine sichere und organisierte Rückkehr der Bevölkerung ermöglichen sollen.
Erster Konvoi startet in Hesekê
Laut Mehmûd Xelîl Elî wurde der Rückkehrprozess inzwischen praktisch eingeleitet. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte er am Samstag, die notwendigen Verfahren zur Rückkehr der aus Efrîn vertriebenen Bevölkerung seien nun offiziell gestartet. Diese Entwicklung sei das Ergebnis mehrerer Vor-Ort-Besuche, Gespräche mit Delegationen aus Damaskus sowie der Konsultationen mit der Bevölkerung. Der Kommandant bezeichnete den Beginn des Rückkehrprozesses als „grundlegenden Schritt für Sicherheit und Stabilität in Syrien“. Zugleich betonte er, die Rückkehr müsse unter würdevollen und sicheren Bedingungen erfolgen. „Unsere Bemühungen werden weitergehen, bis auch der letzte Vertriebene in sein Zuhause zurückgekehrt ist“, erklärte Elî.
Route des ersten Konvois
Nach Angaben der Asayîş soll sich der erste Konvoi am Montag um 10.00 Uhr Ortszeit am Panorama-Kreisverkehr in Hesekê sammeln. Von dort aus soll der Konvoi mit rund 400 Familien in Richtung Efrîn aufbrechen. Wie eine Quelle gegenüber ANF erklärte, sollen die Familien zunächst in drei Orte der Region zurückkehren: Cindirês, Mabeta und Şiyê. In Efrîn bereiten sich zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner darauf vor, den Konvoi zu empfangen.
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