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Regimemilizen ziehen sich aus Dörfern bei Kobanê zurück

 


Im Zuge des Abkommens vom 29. Januar haben Regimetruppen zahlreiche Dörfer im Umland von Kobanê verlassen. Nach Angaben des Journalisten Özgür Avzem bleiben jedoch zehn Ortschaften weiterhin besetzt, während die Belagerung der Stadt andauert.

Über 70 Ortschaften geräumt, zehn weitere noch besetzt
 
ANF / KOBANÊ, 4. März 2026.

Truppen der selbsternannten syrischen Übergangsregierung und pro-türkische Milizen haben sich nach Angaben des kurdischen Journalisten Özgür Avzem aus 74 Dörfern im Umland von Kobanê zurückgezogen. Zehn Ortschaften befinden sich weiterhin unter Belagerung verschiedener bewaffneter Akteure. Die Umzingelung der Stadt selbst dauert inzwischen seit 44 Tagen an.

Am 29. Januar vereinbarten die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) und die Führung in Damaskus ein Waffenstillstands- und Integrationsabkommen. Dazu gehörte auch die Aufhebung der Belagerung von Kobanê. Nach Angaben Avzems wurde diese Zusage bislang jedoch nicht umgesetzt.

Massive Bevölkerungsbewegungen

Aufgrund der Offensive der Übergangsregierung gegen die nordostsyrische Selbstverwaltung ist die Bevölkerung in Kobanê stark angewachsen. Rund 200.000 Menschen flohen aus verschiedenen Regionen in die Stadt und ihr näheres Umland, darunter aus Tabqa, Raqqa, Deir ez-Zor sowie aus den Aleppiner Stadtteilen Şêxmeqsûd und Eşrefiyê. Die Einwohnerzahl er Region ist dadurch auf mehr als 600.000 gestiegen. Vertriebene sind an rund 70 Orten untergebracht worden und leben teilweise unter schwierigen Bedingungen in Schulen und Moscheen.

Özgür Avzem © privat

Umsetzung des Abkommens stockt

Bei Gesprächen zwischen Delegationen aus Damaskus und der Autonomieverwaltung war zwar mehrfach zugesagt worden, die Belagerung zu beenden. Die vereinbarten Termine seien jedoch bislang nicht eingehalten worden, sagte Avzem. Im Rahmen des Abkommens wurden zugleich gemeinsame Sicherheitspositionen eingerichtet. Kräfte der inneren Sicherheit der Autonomieverwaltung (Asayîş) arbeiten dort mit Einheiten der syrischen Regierung zusammen. Zuletzt wurden mehr als ein Dutzend gemeinsame Kontrollpunkte eingerichtet, unter anderem im Einzugsgebiet der Gemeinde Çelebiyê, in Şêxler (auch Şiyûx) sowie in mehreren umliegenden Dörfern. Weitere Stationierungen im Raum Sirîn sind geplant. 

Zehn Dörfer weiterhin unter Kontrolle bewaffneter Gruppen

Trotz des Teilrückzugs befinden sich nach Angaben Avzems weiterhin zehn Dörfer unter Kontrolle von Gruppierungen, die dem syrischen Verteidigungsministerium unterstehen. Dazu zählen Girik, Hemdûn, Cebel Seman, Xirab Eşkê, Ebu Sira, Gêçkiran und Cadê. Aus den betroffenen Ortschaften werden weiterhin Plünderungen gemeldet. Bewaffnete Gruppen sollen Fahrzeuge von Zivilist:innen beschlagnahmt und mit Lastwagen abtransportiert haben.

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