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Proteste gegen Angriffe auf Kurd:innen in Efrîn und Aleppo


Nach Angriffen auf Kurd:innen im Umfeld der Newroz-Feiern sind in Nordostsyrien Proteste ausgebrochen. Auslöser soll ein Vorfall mit einer syrischen Fahne gewesen sein.

Rassistische Attacken nach Newroz
 
ANF / QAMIŞLO, 22. März 2026.

Nach Angriffen auf Kurd:innen im Umfeld der Newroz-Feierlichkeiten in Efrîn und Aleppo haben in mehreren Städten Nordostsyriens Proteste stattgefunden. Demonstrierende verurteilten die Übergriffe und forderten Schutz für die kurdische Bevölkerung.

Kurdische Familien waren in Efrîn und Aleppo im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten Ziel von Angriffen geworden. In Efrîn griffen Gruppen gezielt Jugendliche und Frauen an, beschädigten Fahrzeuge und gingen gegen kurdische Symbole vor. Auf Videos, die die Täter und Übergriffe zeigen, sind antikurdische und rassistische Parolen zu hören.

Auch aus Aleppo wurden Vorfälle gemeldet. Demnach sollen Sicherheitskräfte der syrischen Übergangsregierung dort Kontrollpunkte im kurdischen Stadtteil Şêxmeqsûd entfernt haben, wodurch Angreifer leichter Zugang erhielten.

Proteste in Hesekê und Qamişlo

Als möglicher Auslöser der Eskalation gilt ein Vorfall in Kobanê, bei dem während der Newroz-Feiern eine syrische Fahne entfernt wurde. Die Inneren Sicherheitskräfte (Asayîş) erklärten, es habe sich um die Handlung einer Einzelperson gehandelt, die nicht die politischen Werte der Region widerspiegele. Die verantwortliche Person sei festgenommen worden.


Gleichzeitig betonten die Sicherheitskräfte, dass die darauf folgenden Angriffe – insbesondere in Efrîn – gezielt angeheizt worden seien und eine Gefahr für die Stabilität der Region darstellten. Die Bevölkerung wurde zu Besonnenheit und Zusammenhalt aufgerufen.

Als Reaktion auf die Übergriffe versammelten sich in Hesekê aus Efrîn vertriebene Menschen sowie Einwohner:innen der Stadt vor dem Gouverneursgebäude. Sie forderten ein Ende der Angriffe und riefen Parolen gegen Spaltung und Hetze. Auch in Qamişlo protestierten Hunderte Menschen vor dem Mihemed-Şêxo-Kulturzentrum. Die Teilnehmenden solidarisierten sich mit den Betroffenen in Afrin und Aleppo und verurteilten die Angriffe.

Hemo ruft zu Ruhe auf

Auch der stellvertretende Verteidigungsminister der syrischen Übergangsregierung, Sîpan Hemo, äußerte sich zu den Vorfällen. Er erklärte, einzelne Ereignisse seien instrumentalisiert worden, um Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen zu verschärfen. Hemo rief alle Seiten zur Ruhe auf und betonte, dass sowohl Angriffe auf Bevölkerungsgruppen als auch auf staatliche Symbole abzulehnen seien. Zugleich kündigte er rechtliche Schritte gegen Personen an, die die Sicherheit gefährden.

 

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