Kobanê: Hunderte demonstrieren zum Jahrestag der Besetzung Efrîns
Zum achten Jahrestag der Besetzung Efrîns sind in Kobanê Hunderte auf die Straße gegangen. Sie forderten die Rückkehr in ihre Heimat.
In Kobanê haben Hunderte Menschen gegen die Besetzung von Efrîn protestiert. Anlass war der achte Jahrestag der Invasion der kurdischen Region durch die Türkei und mit ihren verbündeten Dschihadistenmilizen. An der Demonstration beteiligten sich neben Bewohner:innen der Stadt auch Vertriebene aus Efrîn, die heute in Kobanê leben.
Die Kundgebung begann auf dem Platz der freien Frau und setzte sich in Form eines Demonstrationszugs bis zum Friedensplatz fort. Während des Marsches trugen die Teilnehmer:innen Olivenzweige sowie Fahnen in den kurdischen Farben Grün, Rot und Gelb. Auch Bilder von Abdullah Öcalan wurden gezeigt. Immer wieder wurden Parolen wie „Es lebe der Widerstand von Efrîn“ gerufen.
Die Demonstration stand unter dem Motto: „Im achten Jahr verurteilen wir
die Besatzung – wir werden in unser Efrîn zurückkehren.“ Am
Friedensplatz wurde zunächst eine Schweigeminute für die Gefallenen des
Widerstands um Efrîn abgehalten. Anschließend sprach Arif Balî,
Ko-Vorsitzender der Umweltkommission von Kobanê, im Namen der
Bevölkerung der Stadt.
Balî erinnerte an den Beginn des Krieges am 20. Januar 2018: „Der türkische Staat begann seine Invasion mit Luftangriffen auf die Bevölkerung von Efrîn. Unser Volk leistete 58 Tage lang Widerstand – gegen eine NATO-Armee und ihre Luftwaffe.“ Dieser Widerstand sei Ausdruck von Mut und Opferbereitschaft gewesen.
Zugleich verwies Balî auf die Folgen der Besatzung. Die Bevölkerung von Efrîn sei über verschiedene Regionen Nord- und Ostsyriens verstreut worden. „Heute will unser Volk in seine Häuser und auf sein Land zurückkehren“, sagte Balî. Mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen äußerte er die Hoffnung, dass sich diese Perspektive nun realisieren könnte. „Mit der Idee der demokratischen Integration, wie sie von Abdullah Öcalan formuliert wurde, kann die Rückkehr nach Efrîn Wirklichkeit werden“, so Balî.
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