Frauenorganisationen in Ostkurdistan gründen gemeinsames Bündnis
Fünf Frauenorganisationen in Ostkurdistan haben sich zur Plattform JÎNA zusammengeschlossen. Ziel ist es, den gemeinsamen Kampf für Frauenrechte und nationale Selbstbestimmung zu stärken.
In Ostkurdistan haben sich fünf Frauenorganisationen zu einem gemeinsamen Bündnis zusammengeschlossen. Mit der Gründung der Frauenplattform JÎNA soll die Zusammenarbeit zwischen politischen und gesellschaftlichen Kräften von Frauen gestärkt werden. Nach Angaben der Initiatorinnen versteht sich die Plattform als zivilgesellschaftliches und nationales Dach, das die Rechte, Freiheit und Gleichstellung von Frauen vertreten und koordinieren soll. Zu den Gründungsmitgliedern gehören mehrere Organisationen aus unterschiedlichen politischen Spektren, darunter die Frauenorganisationen der Komala und PDKI, die Gemeinschaft der freien Frauen Ostkurdistans (KJAR) sowie weitere Frauenverbände aus Rojhilat.
Frauen als treibende Kraft politischer Veränderungen
In ihrer Gründungserklärung betonen die beteiligten Organisationen die zentrale Rolle von Frauen im kurdischen Befreiungskampf. Über Jahrzehnte hätten Frauen nicht nur an der nationalen Bewegung teilgenommen, sondern deren Entwicklung maßgeblich geprägt. „Die Erfahrungen haben gezeigt, dass ohne die Freiheit der Frauen auch die Freiheit eines Landes nicht erreicht werden kann“, heißt es in der Erklärung. Frauen seien im Verlauf der Geschichte nicht nur Teil des Widerstands gewesen, sondern hätten dessen „Geist und Kern“ verkörpert. Mit Blick auf die Gegenwart wird hervorgehoben, dass Frauen zunehmend selbst als politische Akteurinnen auftreten und gesellschaftliche Veränderungen aktiv gestalten.
Doppelte Unterdrückung als Ausgangspunkt
Die Gründung der Plattform wird auch vor dem Hintergrund spezifischer Erfahrungen kurdischer Frauen begründet. Diese seien sowohl nationaler als auch geschlechtsspezifischer Unterdrückung ausgesetzt. „Frauen in Ostkurdistan sind Ziel einer doppelten Unterdrückung“, heißt es in der Erklärung. Daraus leite sich die Notwendigkeit ab, nationale und geschlechterpolitische Kämpfe enger miteinander zu verbinden.
Ziel: Gemeinsame politische Linie
Die Plattform will künftig als gemeinsame Stimme kurdischer Frauen auftreten und die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Organisationen vertiefen. Dabei geht es insbesondere darum, die politische und gesellschaftliche Rolle von Frauen auszubauen und ihre Beteiligung an Entscheidungsprozessen zu stärken. Zugleich rufen die Initiatorinnen zu breiter Einheit auf. Frauen in der Region seien aufgefordert, sich unter einer gemeinsamen Linie zu organisieren und mit „einer Stimme und einem gemeinsamen Willen“ aufzutreten. Neben der politischen Vertretung soll die Plattform auch den Austausch von Erfahrungen und Wissen fördern und eine koordinierte Strategie gegen geschlechtsspezifische, nationale und soziale Diskriminierung entwickeln.
Struktur und Arbeitsweise
Organisatorisch wird die Plattform von einem Vorstand geleitet, der sich aus Vertreterinnen der beteiligten Organisationen zusammensetzt. Die Zuständigkeiten sollen in regelmäßigen Abständen rotieren. Geplant ist zudem der Aufbau von Arbeitsbereichen für Kommunikation, Finanzen und Medien. Die Aktivitäten sollen sowohl über soziale Netzwerke als auch über eigene Publikationsformate organisiert werden. Nach Angaben der Initiatorinnen steht die Mitgliedschaft allen kurdischen Frauen aus Ostkurdistan offen. Die Plattform will ihre Arbeit durch regelmäßige Treffen weiterentwickeln und langfristig als verbindende Struktur innerhalb der Frauenbewegung etablieren.
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