Proteste in Iran und Rojhilat dauern an
Die Proteste, die in ganz Iran und Rojhilat stattfinden, halten nun bereits seit 54 Tagen an. Eine allgemeine Trauer, zu der landesweit in den letzten beiden Tagen aufgerufen worden ist, ist von den Regimekräften vielerorts gestört worden.
Ausgehend von Teheran breiten sich in Iran, Rojhilat und Belutschistan seit dem 28. Dezember 2025 Proteste gegen wirtschaftliche Missstände und das Regime aus. Einen Höhepunkt haben sie am 7. und 8. Januar erreicht, woraufhin die Regimekräfte Berichten zufolge scharfe Munition eingesetzt und etliche Demonstrierende getötet haben.
Tausende Menschen haben in den vergangenen beiden Tagen Gedenkfeiern abgehalten und Friedhöfe besucht, in einigen Städten sind Demonstrationen organisiert organisiert worden. Anlass war das Ende der religiösen 40-tägigen Trauerzeit nach den Massakern im Januar. Die Teilnehmenden trugen Fotos ihrer verstorbenen Angehörigen mit sich und skandierten häufig Parolen gegen den iranischen Führer Ayatollah Ali Khamenei.
Streiks in vielen Städten
Teil der allgemeinen Trauer war auch ein landesweiter Streikaufruf, dem viele Ladenbesitzer:innen folgten. So blieben Berichten zufolge in Dehloran (Provinz Îlam) die meisten Läden geschlossen, ebenso im Chaharsoo-Basar in Teheran und in Awdanan (Abdanan) entwickelte sich ein Generalstreik.
Unterdessen versammelten sich Familien vielerorts vor Gerichtsgebäuden, um für ihre inhaftierten Angehörigen zu demonstrieren. Berichten von vor Ort zufolge bestehe große Sorge über mögliche Rechtsverletzungen in Gefängnissen und die massenhafte Verhängung von Todesurteilen, während die Gerichtsverfahren im ganzen Land weitergehen.
Erneut Berichte über Waffengewalt gegen Proteste
Aus dem Bezirk Murmûrî in der kurdischen Provinz Îlam wurde erneut von Waffengewalt durch die Regimekräfte berichtet. Während einer Protestaktion vor der lokalen Polizeistation seien die Demonstrierenden angegriffen worden, etwaige Angaben zu Toten oder Verletzten liegen bisher aber noch nicht vor, der Internetzugang sei unverzüglich unterbrochen worden.
Währenddessen haben lokale Quellen von Explosionen in Militärmunitions- und Treibstoffdepots in der als multiethnisch geltenden Stadt Shahriar in der Provinz Teheran berichtet, auch hierzu liegen bisher keine weiteren Informationen vor.
Titelbild: Protest im Januar
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