Mazlum Abdi zum Internationalen Tag der Muttersprache: Kurdisch muss Bildungssprache werden
Der Oberkommandierende der Demokratischen Kräfte Syriens, Mazlum Abdi, fordert die Einführung von Kurdisch als Bildungssprache in Syrien. Mit der Übergangsregierung sollen dazu weitere Gespräche geführt werden.
Der Oberkommandierende der Demokratische Kräfte Syriens (QSD), Mazlum Abdi, hat die Einführung von Kurdisch als Bildungssprache gefordert. Anlass war der 21. Februar, der Internationale Tag der Muttersprache. In einer Erklärung gegenüber dem Sprachinstitut Saziya Zimanê Kurdî (SZK) betonte Abdi die zentrale Bedeutung der Muttersprache für Identität und gesellschaftliche Entwicklung. Kurdischer Unterricht sei für die Region ein grundlegendes Anliegen. Eltern rief er dazu auf, ihre Kinder in Schulen anzumelden, in denen auf Kurdisch unterrichtet wird.
Fortschritte seit der Rojava-Revolution
Abdi verwies auf die jahrzehntelangen Einschränkungen während der Herrschaft der Baath-Partei, unter der die kurdische Sprache in Syrien systematisch unterdrückt wurde. „Kurdisch war immer verboten und erhielt keinerlei staatliche Unterstützung. Es gab zahlreiche Hindernisse. Um diese Situation zu überwinden, wurde ein großer Kampf geführt“, sagte Abdi.
Mit der Etablierung der Selbstverwaltung seien jedoch grundlegende
Veränderungen eingeleitet worden. „Nach der Revolution von Rojava wurden
weitreichende Bildungsstrukturen aufgebaut“, betonte Abdi und betonte,
dass Kurdisch sowie die Sprachen anderer Bevölkerungsgruppen
institutionellen Raum erhielten. „In diesem Bereich wurden große
Fortschritte erzielt“, so der Kommandant. Tausende Schülerinnen und
Schüler haben in den vergangenen Jahren bis hin zur Universität auf
Kurdisch gelernt. Auch andere Bevölkerungsgruppen erhielten die
Möglichkeit, ihre Sprachen institutionell zu entwickeln.
Dekrete reichen nicht aus
Mit Blick auf das von der syrischen Übergangsregierung erlassene Dekret Nr. 13, das Kurdisch als „nationale Sprache“ anerkennt, äußerte sich Abdi grundsätzlich positiv: „Zum ersten Mal in Syrien wurde Kurdisch offiziell als nationale Sprache anerkannt. Das sehen wir als positiv an.“ Zugleich stellte er klar: „Doch das reicht nicht aus.“ Angesichts des erreichten Bildungsniveaus in Nordostsyrien bleibe das Dekret hinter den praktischen Realitäten zurück. „Diese Errungenschaften müssen berücksichtigt werden“, so Abdi.
Weitere Gespräche angekündigt
Abdi erklärte, die Sprachfrage sei in den jüngsten Gesprächen mit der syrischen Übergangsregierung intensiv behandelt worden. „In unseren Gesprächen mit dem Staat haben wir dieses Thema häufig angesprochen. Wir arbeiten weiterhin auf Grundlage des Dekrets Nr. 13. Es wurde beschlossen, speziell zur kurdischen Bildung weiterzuarbeiten“, sagte er. In Zukunft solle es ein detailliertes Treffen mit dem Bildungsministerium der Übergangsregierung geben.
„Wir werden das Dekret Nr. 13 weiter bearbeiten und konkrete Schritte diskutieren“, kündigte Abdi an. Abschließend rief er die Bevölkerung und Sprachinstitutionen auf, ihre Anstrengungen zu verstärken: „Wir müssen unsere Bemühungen ausweiten. Kultur ist für uns von derselben Bedeutung. Unsere Institutionen sollten ihre Arbeit vertiefen, und unser Volk sollte seine Kinder stärker in kurdische Schulen schicken. Ich bin überzeugt, dass wir auf diesem Gebiet große Erfolge erzielen werden.“
(Rojava - ein Land, wo selbst der Oberkommandierende der Streitkräfte sich für muttersprachlichen Unterricht in den Schulen einsetzt! Davon können wir in Deutschland nicht einmal träumen. Bei unskriegen 50 % der Kinder in deen Kitas und Grundschulen keinen muttersprachlichen Unterricht. Wie das gehen sollte? Na, so wie in Schweden, Kanada oder Australien. Oder in Rojava...) (Anm. des Redakteurs I.S.)
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