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Frauenkonferenz in Bogotá endet mit Aufruf zur globalen Organisierung


Nach vier Tagen Beratungen haben die Teilnehmenden der Konferenz in Bogotá eine Abschlusserklärung vorbereitet. Im Fokus: transnationale Vernetzung, Widerstand gegen Krieg und patriarchale Gewalt sowie der weitere Aufbau des Weltfrauenkonföderalismus.

„Wir sind entschlossen zu leben“
 
ESTHER BARTELS / BOGOTÁ, 16. Feb. 2026.

Die internationale Frauenkonferenz mit rund 400 Teilnehmerinnen im kolumbianischen Bogotá ist nach vier Tagen mit Abschlussdebatten, Kulturprogramm und Frauenbasar zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt standen gemeinsame Beschlüsse und die weitere Vernetzung im Sinne des Aufbaus eines demokratischen Weltfrauenkonföderalismus.

Die Konferenz unter dem Titel „Von Abya Yala bis Kurdistan – Wir werden erblühen, denn der Krieg kann unsere Wurzeln nicht zerstören“ endete mit einem klaren Signal: Die Teilnehmerinnen wollen die begonnenen Organisierungsprozesse fortführen. Die zentralen Ergebnisse der Beratungen wurden in einem Entwurf für eine Abschlusserklärung zusammengeführt, der nun überarbeitet und anschließend veröffentlicht werden soll.

Grußbotschaften aus Rojava und Palästina

Der letzte Konferenztag begann mit einer Grußbotschaft junger Frauen aus Rojava. Zudem wurde auf die Bedeutung des 15. Februar für die kurdische Befreiungsbewegung als Jahrestag des internationalen Komplotts gegen Abdullah Öcalan verwiesen. Eine Grußbotschaft aus Palästina thematisierte die anhaltenden Kriegsverbrechen in Gaza und die spezifische Gewalt gegen Frauen.

Im Anschluss wurde der Entwurf der Abschlusserklärung verlesen, diskutiert und ergänzt. Darin heißt es unter anderem: „Auf unserer Konferenz haben wir gehört, wie der brutale Kapitalismus unsere Körper, unsere Berge, Flüsse und Wälder zerstört hat. Wir haben unsere Entschlossenheit bekundet, den systematischen Kreislauf des Kolonialismus zu durchbrechen.“

Weiter heißt es, der Konföderalismus aus Kurdistan stärke die Prozesse in vielen Ländern und eröffne neue Wege gemeinsamer Organisierung: „Wir sind entschlossen, Widerstand zu leisten, zu leben und unsere Kräfte zu organisieren.“

Gemeinsame Organisierung beschleunigen

In den Ergänzungen forderten Teilnehmerinnen, die Vielfalt der Realitäten in Abya Yala noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken, das aktuelle Erstarken faschistischer Kräfte klar zu benennen und eine konkrete Einladung zur Beteiligung am Organisierungs- und Vernetzungsprozess auszusprechen.

Der Entwurf betont außerdem die „Dringlichkeit eines weltweiten Austauschs der Frauen, um dem patriarchalischen, extraktivistischen, kolonialistischen, kapitalistischen und völkermörderischen Krieg entgegenzutreten“. Deshalb müsse die gemeinsame Organisierung beschleunigt werden.

Zugleich unterstreichen die Teilnehmerinnen die Bedeutung eines geteilten historischen Gedächtnisses: „Wir erkennen an, dass wir Völker und politische Prozesse mit einem kollektiven Gedächtnis sind, und wir wissen, dass es wichtig ist, dieses gemeinsame Gedächtnis des Kampfes der Frauen und unseres Widerstands weiter zu nähren.“

Feierlicher Abschluss im Park

Nach den Abschlussdebatten wurde eine Theaterperformance aufgeführt, die den schmerzhaften und zugleich kraftvollen Weg dreier Generationen von Frauen – Großmutter, Mutter und Tochter – darstellte. Nach einem Abschlussritual verlegten die Teilnehmerinnen das Programm in einen nahegelegenen Park, wo ein Frauenbasar stattfand, Essen angeboten und Musik gespielt wurde.

 

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