Entführungen, Hinrichtungen und Plünderungen in den besetzten Dörfern um Kobanê
Während in Kobanê seit dem 20. Januar die Straßen gesperrt sind und Zivilist:innen getötet werden, werden die Häuser der Vertriebenen geplündert; vor allem in den Orten Çelebiyê und Sirîn setzen türkische Proxymilizen ihre Verbrechen fort.
Die Belagerung von Kobanê geht mittlerweile in den 36. Tag. Seit dem 20. Januar haben die syrische Übergangsregierung und bewaffnete Gruppen aus der Türkei Straßen gesperrt, in Dörfern und ländlichen Gebieten gibt es etliche zivile Opfer. Berichten zufolge werden Häuser von vertriebenen kurdischen Familien betreten und ihre Güter und ihr Eigentum systematisch geplündert und gestohlen.
Mitte Januar, als die winterlichen Bedingungen härter wurden, mussten aufgrund der zunehmenden Angriffe viele Menschen in das Zentrum von Kobanê fliehen. Nach der Räumung der Dörfer drangen einige bewaffnete Gruppen in die Siedlungen ein und nahmen Hausrat und landwirtschaftliche Geräte mit. Die Plünderungen sollen sich insbesondere auf die Dörfer Çelebiyê und Sirîn konzentrieren, wo sich lokalen Berichten zufolge bewaffnete Gruppen der an das Damaszener Verteidigungsministerium angebundenen pro-türkischen Dschihadistenmilizen Sultan-Murad-Brigade, Furqat al-Hamza, Al-Amshat sowie die 42. und 72. Fırka befinden.
Zu den geplünderten Gegenständen gehörten Sonnenkollektoren, Elektrokabel, Kühlschränke, Dieseltanks, Fernseher, Sitzgruppen und landwirtschaftliche Maschinen. Die Materialien sollen mit Fahrzeugen und Lastwagen aus den besetzten Gebieten Girê Spî, Serêkaniyê und Raqqa in die Region transportiert worden sein.
Auf den Bildern, die am vergangenen Samstag in Xirab Eşkê südöstlich von Kobanê aufgenommen wurden, ist zu sehen, wie leerstehende Häuser betreten und verschiedene Gegenstände entwendet werden. Sie dokumentieren, dass zahlreiche Gegenstände aus den Häusern entfernt wurden, darunter Klimaanlagen, Fernseher und Sonnenkollektoren.
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