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Demonstration in Amed: Forderung zum Internationalen Tag der Muttersprache


Zum Internationalen Tag der Muttersprache zogen Demonstrierende in Amed mit der Forderung nach verfassungsrechtlichem Status und muttersprachlichem Unterricht für Kurdisch durch die Stadt. Kritisiert wurde die fortdauernde Sprachpolitik des Staates.

„Unsere Sprache ist unsere Würde“
 
ANF / AMED, 21. Feb. 2026.

Anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache am 21. Februar hat die Platform Demokratischer Institutionen in Amed (tr. Diyarbakır) eine Kundgebung für die Anerkennung der kurdischen Sprache organisiert. Die Teilnehmenden versammelten sich vor dem Gebäude der Partei DBP und zogen mit einem Banner, auf dem „Status für Kurdisch, Bildung auf Kurdisch“ zu lesen war, bis zum Menschenrechtsdenkmal im Koşuyolu-Park.

Während der Demonstration wurden Transparente getragen, die die Einführung von Kurdisch als reguläre Bildungssprache forderten. Immer wieder skandierten die Beteiligten Parolen wie „Zimanê me rûmeta me ye“ („Unsere Sprache ist unsere Würde“) und „Bê ziman jiyan nabe“ („Ohne Sprache kein Leben“). Der Schriftsteller Rifat Ronî erklärte in seiner Rede, Kurdisch sei „die Existenzgrundlage des kurdischen Volkes“. Seit Gründung der türkischen Republik fordere die kurdische Bevölkerung die Anerkennung ihrer Sprache und deren Einführung als Bildungssprache, bislang ohne Erfolg. „Wir werden unseren Kampf fortsetzen, bis diese Forderung erfüllt ist“, sagte er.

Forderung nach verfassungsrechtlicher Absicherung

Den zentralen Redebeitrag verlas der Sprachpädagoge Nuh Bozkurt. Er kritisierte, dass der Staat die Forderung nach muttersprachlichem Unterricht und rechtlichem Status weiterhin verweigere. Seit über einem Jahrhundert würden Politik und Verwaltung auf Leugnung und Unterdrückung setzen.

Mit Blick auf den gegenwärtigen Friedensprozess zwischen Staat und kurdischer Bewegung, der im vergangenen Jahr auf Initiative des PKK-Begründers Abdullah Öcalan eingeleitet wurde, forderte Bozkurt konkrete Schritte im Sinne einer nachhaltigen Friedensperspektive. Die Anerkennung von Kurdisch als Bildungssprache und dessen verfassungsrechtliche Absicherung seien unerlässlich. „Sprachrechte sind grundlegende Menschenrechte und müssen im Einklang mit internationalem Recht garantiert werden. Die Hindernisse für die kurdische Sprache müssen umgehend beseitigt werden.“

Uçar: Unsere Sprache ist unsere Existenz

Anschließend sprach die Ko-Vorsitzende der DBP, Çiğdem Kılıçgün Uçar. Sie verwies auf anhaltende Restriktionen gegenüber der kurdischen Sprache und rief den Staat auf, seine Politik der Verweigerung zu beenden. Eine aktuelle Untersuchung zeige, dass insbesondere das Kirmanckî (Zazakî) akut vom Verschwinden bedroht sei. Uçar betonte, dass auch Abdullah Öcalan wiederholt die Bedeutung des Kampfes für die kurdische Sprache hervorgehoben habe. Die Regierung müsse im Rahmen des laufenden Prozesses konkrete verfassungsrechtliche Schritte unternehmen. „Unsere Sprache ist unsere Würde. Unsere Sprache ist unsere Existenz“, sagte sie.

Die Kundgebung endete mit gemeinsamen Tänzen.

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