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Belagerung von Kobanê dauert an

 


Seit knapp vier ist Kobanê von der syrischen Übergangsregierung abgeriegelt. Betroffen sind mehr als 600.000 Menschen. Medikamente, Säuglingsnahrung und Heizmaterial fehlen, Gesundheits- und Versorgungsdienste geraten an Grenzen.

Medikamente, Säuglingsnahrung und Treibstoff fehlen
 
ANF / KOBANÊ, 17. Feb. 2026.

Truppen und Milizen der syrischen Übergangsregierung halten die Abriegelung der Stadt Kobanê weiter aufrecht. Am 27. Tag der Blockade verschärft sich damit die Lage für mehr als 600.000 Zivilist:innen in Stadt und Umland.

Die anhaltenden Einschränkungen bei Zufahrtswegen und Transporten haben zu einem akuten Mangel an Nahrungsmitteln, Medikamenten und Betriebsmitteln für die öffentliche Versorgung geführt. Aus dem Gesundheitssektor wird berichtet, dass Krankenhäuser und medizinische Zentren nur noch mit stark reduzierten Kapazitäten arbeiten. Besonders knapp sind demnach Arzneien für chronische Erkrankungen, Notfallmedikamente sowie zentrale Verbrauchsmaterialien.

Zugleich ist Säuglingsmilch nach Angaben aus Kobanê vielerorts kaum noch verfügbar. Gesundheitskräfte warnen vor steigenden Risiken für Kleinkinder, insbesondere durch Mangelernährung und fehlende Ersatzprodukte. Bei anhaltender Blockade sei mit mehr Erkrankungen unter Kindern und älteren Menschen zu rechnen.

Auch die kommunale Versorgung ist betroffen: Heizmaterial ist inmitten anhaltender Kälte nur eingeschränkt verfügbar, was die Lage in Lagern, Notunterkünften und infrastrukturell geschädigten Vierteln weiter zuspitzt. Zusätzlich beeinträchtigen Treibstoffmangel und fehlende Ersatzteile die Strom- und Wasserversorgung.

Zivilgesellschaftliche Initiativen und Einwohner:innen fordern die sofortige Öffnung humanitärer Korridore für Medikamente, Lebensmittel und Treibstoff. Sie bewerten die fortgesetzte Abriegelung als schweren Eingriff in grundlegende Rechte der Zivilbevölkerung. Für Kobanê, bereits von Krieg und Vertreibung gezeichnet, bedeutet die aktuelle Blockade eine weitere existenzielle Eskalation.

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