Syrisches Verteidigungsministerium erklärt Krankenhaus in Aleppo offiziell zum Angriffsziel
Das syrische Verteidigungsministerium hat ein ziviles Krankenhaus im kurdischen Viertel Şêxmeqsûd in Aleppo öffentlich als militärisches Ziel markiert.
Das syrische Verteidigungsministerium hat das Xalid-Fecir-Krankenhaus, eine zivile medizinische Einrichtung im kurdischen Stadtteil Şêxmeqsûd in Aleppo, öffentlich als Angriffsziel ausgewiesen. Eine vom Ministerium veröffentlichte Zielkarte zeigt die Koordinaten des Krankenhauses ausdrücklich als Teil eines bevorstehenden Militärschlags.
Die Karte wurde über regierungsnahe Kanäle verbreitet und dokumentiert nach Ansicht der Behörde für innere Sicherheit der Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens (Asayîş) eine vorsätzliche Verletzung internationalen humanitären Rechts. Zuvor war das Krankenhaus bereits mehrfach von Artilleriebeschuss getroffen worden.
„Die gezielte Aufnahme eines zivilen Krankenhauses in eine militärische Zielkarte ist ein klarer Beweis für geplante Angriffe auf geschützte Infrastruktur und erfüllt die Definition eines Kriegsverbrechens“, erklärte das Generalkommando der Asayîş von Aleppo am Freitag. Die Behörde sieht in der Veröffentlichung nicht nur eine Drohung, sondern ein offizielles Schuldeingeständnis. Die öffentliche Festlegung des Krankenhauses als Ziel stelle eine „juristisch verwertbare Ankündigung schwerer Menschenrechtsverletzungen“ dar. Die gezielte Zerstörung medizinischer Einrichtungen ist nach den Genfer Konventionen in bewaffneten Konflikten ausdrücklich verboten.
Artillerieangriffe seit Tagen
Das Krankenhaus war am Donnerstag bereits viermal durch Artilleriebeschuss getroffen worden, mehrere Menschen wurden dabei verletzt. Der autonome Stadtteil Şêxmeqsûd steht wie die benachbarten Viertel Eşrefiyê und Beni Zeyd seit Dienstag im Fokus einer Offensive der syrischen Übergangsregierung, an der sich unter anderem auch die an das Damaszener Verteidigungsministerium angebundenen pro-türkischen Dschihadistenmilizen Al-Amshat und Furqat al-Hamza beteiligen. Bislang forderten die Angriffe rund hundert Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung.
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